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Antwort von Strato | Naiv oder ein Zeichen

Ich habe eine Antwort auf mein Schreiben bekommen. Natürlich nutzt die Strato AG diesen Anlass um sich positiv zu präsentieren. Sicher könnte man mir nun Naivität vorwerfen. Und genau das ist erlaubt. Fragen und Anzweifeln ist erlaubt! (Gern auch meinen Geisteszustand, aber wem sag ich das...)

Ich bin der Meinung, es ist nicht naiv seinen Nachbarn zu fragen ob er sich bemüht unsere Umwelt zu schützen. Es ist IMHO ein Zeichen von Interesse und Verantwortung. Es ist auch ein Automatismus, wie im Einzelhandel üblich. Wenn jahrelang, täglich jemand nach Ur-Kraftkorn-Öko-Dinkel-Bioweltmeister-Kraftkörner-Brötchen in der Bäckerei fragt, wird der Bäcker diese auch Backen. So einfach ist das.

Vorsicht es folgt ein langes BLABLA, die Highlights hab ich hervorgehoben:

Sehr geehrter Herr Grabow,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an STRATO. Wir freuen uns, dass Sie schon so lange unser Angebot nutzen und dass Sie sich auch für die Hintergründe unserer Dienste interessieren.
Es ist natürlich richtig, dass unsere beiden Rechenzentren in Berlin und Karlsruhe mit über 40.000 Servern eine Menge Energie verbrauchen. Noch wichtiger als die Frage nach der Art des Stroms oder des Stromanbieters ist für uns allerdings das Stromsparen:
Der beste Strom ist für uns der, den wir gar nicht erst verbrauchen.

Das ist ein voll fettes Statement. Ich sehe die Admins bildlich vor mir, wie sie in absoluter Dunkelheit arbeiten müssen. Lange Tentakel haben sich seit 2008 gebildet, die Augen gleichen leeren Hüllen der Litschi Frucht. Langsam auf allen Vieren herumkriechend, angetrieben von dem Gerücht, es gäbe eine Hamsterlaufrad betriebene Esspressomaschine. -scnr-

Nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen betreiben wir unsere Rechenzentren möglichst energieeffizient: Denn durch Stromsparen können wir unsere Kosten erheblich senken.

Mitarbeiter werden nicht entlassen, sie kommen in den Schacht in dem einst ein Aufzug sie beförderte ... ihre klagenden Schreie aus der Dunkelheit als Mahnung für all jene die nicht wissen wo die Treppe ist. ... tschuldigung meine Fantasie

Nach einer Reihe von Maßnahmen, die zu einem möglichst energieeffizienten Betrieb unserer Rechenzentren geführt haben, sparen wir heute den meisten Strom dank Kaltgangeinhausung, energieeffizienter Prozessoren und passgenauer Software. Mit Eigenentwicklungen und Sonderanfertigungen sparen wir außerdem dort Energie ein, wo es noch keine Lösungen "von der Stange" gibt. So haben wir z. B. ein Servernetzteil bauen lassen, das einen Wirkungsgrad von 85 Prozent im Teillastbereich aufweist, und ein Serverboard, das auch im Leerlauf sehr energieeffizient ist. Aktuell bauen wir die direkte freie Kühlung in unseren Rechenzentren aus, das heißt wir kühlen unsere Server mit Außenluft, solange die Außentemperatur unter 25°C beträgt. Denn Server produzieren beim Betrieb enorme Mengen an Wärme, die mit großem Energieaufwand aus dem Rechenzentrum abtransportiert werden muss. Hier kann schon eine intelligente Anordnung der Server-Racks viel bewirken: Unsere Rechenzentren sind in getrennte Kalt- und Warmgänge aufgeteilt – im Kaltgang stehen sich die Frontseiten der Racks gegenüber, die kühle Luft ansaugen. Ihre Rückseiten bilden die Wände der parallel verlaufenden Warmgänge, in die sie die Hitze abgeben. Alleine durch diese Maßnahme konnten wir den Energieverbrauch für die Kühlung um 20 Prozent verringern.

Desweiteren stellte sich heraus dass Untote die wenigste Wärmestrahlung abgeben und auch bei 25 Grad klaglos ihre Dienste verrichten. -jk-

Zu Ihrer Frage, ob unsere Server „mit oder ohne Atomstrom auskommen“:

Seit 2008 versorgen wir unsere Rechenzentren mit Regenerativstrom. Durch die Stromeinsparung entlasten wir die Umwelt bereits. Mit Regenerativstrom lassen sich die Rechenzentren aber sogar klimaneutral und atomstromfrei betreiben.
Wir haben uns für den Strom der NaturEnergie AG entschieden, weil er zu 100 Prozent aus CO2-neutraler Laufwasserkraft erzeugt wird.
Somit ist er sowohl klimaneutral als auch atomstromfrei, was auch vom TÜV Nord zertifiziert wurde (http://www.naturenergie.de/cms/medienboard/pdf/zertifikate/Zertifikat_Na...).

Bei der Wahl des Stromanbieters mussten wir im Übrigen auch bedenken, dass es die von uns benötigte Menge an Strom nicht einfach bei jedem Anbieter zu kaufen gibt.

Das ist durchaus etwas Wahres. Unsereins mit seinen 6000kW im Jahr hat leicht Reden. Aber auf das Internet und die Dienstleistungen eines Webhosters möchte ich auch nicht verzichten. Meine Webseite durch die schmale DSL Leitung saugen ist nicht so der wahre Jakob.

Strom aus Laufwasserkraft zu beziehen hat für uns außerdem den Vorteil, dass wir auf eine konstante, ununterbrochene Stromversorgung angewiesen sind. Daher ist die Stromversorgung durch ein Grundlastkraftwerk – wie es ja ein Laufwasserkraftwerk ist – für unsere Zwecke besser geeignet als z. B. Strom aus Windkraft zu beziehen.

Hier finden Sie noch einige weitere Informationen zum Thema Klimaschutz bei STRATO:

http://www.strato.de/holding/ueber_uns/klimaschutz.html

Hintergründe zum Thema bietet Ihnen außerdem die Presseinformation, die ich Ihnen an diese E-Mail angehängt habe.

Ich hoffe, Ihnen mit unseren Antworten geholfen zu haben und dass Sie unsere Dienste auch weiterhin empfehlen.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Viele Grüße aus Berlin,

Christin Berges
Public Relations Manager

Die im Anhang befindliche Datei ist unter anderem hier abrufbar:
http://www.strato.de/_assets_de/pdf/rubrik/presse/presseinformation_stra...

Ich bin froh und mein Gewissen vorerst beruhigt. Jede andere Antwort hätte mich auch überrascht.
Schöner wäre es gewesen, Strato würde den Strom von einer Organisation wie Greenpeace beziehen, doch vielleicht kommen die Mutter-Konzerne und Investoren aufgrund der vielen kleinen Hinweise irgendwann zur Vernunft. Ich geb die Hoffnung nicht auf.

Mit regenerativen Grüßen,
yt