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WOW | Was bleibt ?

Draenor hat uns zwei Jahre lang, irgendwie, beschäftigt. Die epischen Momente von WOW, als man erwachsene Menschen wie Kleinkinder mit einem Taschenspielertrick, etwas Glow oder einem epischen Drop, beeindrucken konnte, sind so lange her, sie sind schon kaum noch vorstellbar. Draenor hat diese epischen Momente meiner Meinung auch nicht wieder erreicht, im Gegenteil, das Spiel ein wenig weiter bagatellisiert. Was haben wir damals gestaunt, als wir Dalaran in den Wolken von Nordend entdeckten. Und gelacht als der Mitspieler durch ein Portal in den Krater von Alt Dalaran fielen. Oder der erste Anblick der Fjorde auf Nordend, als das Schiff einfuhr. Eine noch ältere Erinnerung betrifft Burning Crusade. Eine schräge Welt. Und aus damaliger Sicht wunderschön, wenn ich an Nagrand denke.

In Draenor waren die epischen Momente gefühlt, rein subjektiv, kaum vorhanden.

Selbst Vashj´ir, die Unterwasserwelt von Cataclysm, ist mir fantasievoller vorgekommen und hat mich deutlich mehr beeindruckt. Es war mutig. Es kam zwar kaum jemand damit zurecht, seinen Char auf allen 3 Achsen zu bewegen, aber das war ja auch schon auf der Terasse der Magister, bei Kael’thas dem Sonnenwanderer für viele Spieler eine Katastrophe.


Es gab auch schönes zu sehen, auf Draenor.

Als wirklich gelungen in Draenor empfand ich die Arkan Magier Skillung. Sie hatte Niveau, Stil, sie war anspruchsvoll, mit Rhythmusgefühl. Den Zyklus des Fluss des Beschwörers hatte ich irgendwann verinnerlicht, die Kugel rauschte durch meine Feinde, das Auf und Ab des Manas hatte ich im Blut. So erreichte ich ohne darüber nachzudenken hohe dps Zahlen. Zuletzt schaffte ich die Feuerprobe Endlos mit hoher Wertung, auf Platz 2 unter den Magiern (laut irgendeiner gammeligen Webseite). Das war mir persönlich ein kleines innerliches Fest.


Die Feuerprobe ist für mich mittlerweile fester Bestandteil und
ein tolles Trainingsprogram.

Der vierer Set Boni war sehr gut durchdacht. Mit der Rune und dem Kristall konnten in speziellen Situationen noch höhere Werte erreicht werden. Die Skillung bot sowohl Einsteigern als auch Spezialisten konstanten, zuverlässigen Schaden. Wenn mir in Draenor etwas gefallen hat, dann das Design dieser Klasse.

Was mir auch sehr gefallen hat, war das Schätze sammeln, ohne Fliegen zu können. Das war ein großer Spass.

Die Garnision jedoch, hatte WOW zu einem Browserspiel degradiert. Zu einem, ich „klick mir Gold zusammen“ und bleibe in meiner Garni hocken. Natürlich hab ich das getan. Natürlich bin auch ich zum Draenor Millionär geworden. Natürlich bin ich nicht mehr in die Welt zum Blumenpflücken, es gab ja genug Ressourcen innerhalb der Garnision. Schade. Sehr Schade.

Was wird bleiben?

Die Gewissheit das WOW in stetiger Veränderung bleibt und dass Blizzard immer wieder neue Beschäftigungen für Spielkinder findet. Auch die Comicgrafik bleibt und ich bin froh darüber. Das nicht alles Bierernst abläuft, außer bei den Zwergen, ist auch ein Pluspunkt der mich bei WOW bei Laune hält.

Was auch bleibt sind Patches, die jede längerfristige Planung innerhalb von WOW ad absurdum führen.

Die Inflation wird auch weiter voran getrieben. Spieler die den Ring nicht auf „Endstufe“ hatten, waren im Hintertreffen. Spieler die den Ring nicht hatten, weit abgeschlagen, Spieler die den 4er Setbonus nicht bekamen waren benachteiligt. Spieler mit falschen Stats, leeren Sockelplätzen und ohne Verzauberungen waren einfach nur zu doof mal ihren Mund aufzumachen. Es wird sicherlich ähnlich sein im nächsten Addon, doch ich glaube Blizzards Politik der Egalität wird weiter voran schreiten. Denn auch Spieler die strubelblöd sind, sollen als potentiell zahlende Kundschaft bei Laune und erhalten bleiben.

Denn machen wir uns nichts vor. WOW ist eine App mit Ingamekäufen und Outgamekäufen. Es geht wie immer ums Geld. Frustrierte Spieler zahlen nicht.


Und alles Jammern hilft nicht. Jäger behalten ihr Sperrfeuer, auch mit Lvl 110.
 

Und beinahe hätte ich es vergessen. Der Support für Linux ... der bleibt auch wie er ist.