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Bananensoftware

Man stelle sich vor, vermutlich in nicht mehr allzu ferner Zukunft ...

Abends nach der Arbeit - das Auto springt nicht an. Die Wegfahrsperre wurde durch einen böswilligen Hack verschlüsselt. Das Amaturenbrett fordert Lösegeldzahlungen. Nach Tagen in der Werkstatt, einem Softwareupdate später, spinnt der Kilometerzähler. Während man dem Wiederverkaufswert bei einer Talfahrt zusieht, entscheidet man sich für einen Kurswechsel zur Werkstatt, anstatt zur Arbeit. Und wieder werden Softwareupdates eingespielt. Beglückt von einigen Rabattmarken und einem Gratis Reifenwechsel, setzt man sich ins Cockpit und sucht den Blinker.

Welch Freude! Das Update behinhaltete ein neues Amaturenbrett. Der Blinker ist nun unter Ribbons versteckt. Optionale Gestenssteuerung per Handzeichen sind neu hinzugekommen. Das verzweifelte Kratzen am Hinterkopf wird falsch gedeutet und der Kofferraum öffnet sich. Ein neuer Führerschein wird benötigt. Nicht die Führerschein-Prüfung, nur das neue elektronische Modell, mit neuen biometrischen Merkmalen und einer Kirlianfotografie.

Tags darauf, Morgens im Carport, der Luxus SUV offen, der Kofferraum voller Blut, auf dem Amaturenbrett spuren von Koks, im Kühlergrill Grasbüschel und Überreste von etwas das eine Ziege gewesen sein könnte, mit Strasssteinchen im Gürtel. Die Alarmanlage half nicht, die Zentralverriegelung ausgehebelt, der Wagen für Straftaten missbraucht und nicht einmal der Kilometerzähler hat sich bewegt und auch die Blackbox liefert keine brauchbaren Erkenntnisse.

Und um dem Ärger die Krone aufzusetzen kommen dann die höhnischen Kommentare im Heise Forum: "Mit einem Volkswagen wär das nicht passiert."