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Diaspora | Erste Erkenntnisse

Ich habe keinerlei Erfahrung mit Facebook oder StudiVZ, SchülerVZ, knuddelz oder was es da noch für seltsame Erscheinungen gab. Mit Diaspora warm zu werden, wird sicher auch noch eine Weile dauern. Aber warum soll man nicht auch mal etwas ausprobieren.

Die Möglichkeiten einen Beitrag zu gestalten sind nicht sonderlich kreativ, Formatierungen gestalten sich als umständlich. Längere Texte sind dort, meiner Meinung, nicht so schön zu lesen. Aber ein paar Kniffe konnte ich mir schon aneignen.

Videos werden eingebettet in dem einfach die URL eingefügt wird. zb: http://youtube.com/watch=v?123456.... !
Mit  ![image text](image url) ist es möglich ein Bild zu platzieren, auch in Kommentaren.

Wer einen Benutzer sucht muss den Namen und den Pod kennen. Bei mir zum Beispiel yt@diasp.de

Das Diaspora kein Allheilmittel ist, erwähnt ich ja bereits und sie spielen mit offenen Karten. So wird in der FAQ ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Admin alles sehen kann. Auch private Nachrichten. Das Wort privat, sollte man also nicht mit "Privatsphäre" verwechseln.

How much of my information can my pod administrator see?

Communication *between* pods is always encrypted (using SSL and Diasporas own transport encryption), but the storage of data on pods is not encrypted. If they wanted to, the database administrator for your pod (usually the person running the pod) could access all your profile data and everything that you post (as is the case for most every website that stores user data). Running your own pod provides more privacy since you would control access to the database.

Es wäre zudem eine trügerische Scheinsicherheit, sich auf Admins zu verlassen, dass sie niemals nicht lauschen.

Zudem hatte Tini noch etwas interessantes zu Diaspora aus der Wikipedia herausgelesen, aber zuvor noch grundsätzliche Hinweise.

Wikipedia informiert wie folgt:
Anders als bei Facebook jedoch sorgt die dezentrale Struktur dafür, dass der Anwender seine Daten auf persönlichen Servern (pods) ablegt und damit die Kontrolle über sie behält.

Dieses Argument kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man nicht gerade seinen eigenen Pod (Server) betreibt, muss der Benutzer auch dem Admin vertrauen.

Die Informationen zu Diaspora, aus denen man schnell eine Verschwörungstheorie schustern könnte:

Wikipedia informiert wie folgt:
Seit September 2011 wird das Projekt von der Diaspora Foundation getragen, die im darauffolgenden Monat eine große Spendenkampagne startete. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Firma PayPal, über die der Spendentransfer getätigt werden konnte, das Konto des Projekts einfror, nachdem innerhalb weniger Tage 45.000 US-Dollar an Spenden eingegangen waren. Eine genaue Erklärung wurde nicht abgegeben, doch wurden seitens des US-Konzerns weitere Dokumente eingefordert. Nach massiven Protesten der Diaspora-Unterstützer wurde das Konto kurz darauf wieder freigegeben.

Am 12. November 2011 verstarb Ilya Zhitomirskiy (Anm. d.A.: ein in den Vereinigten Staaten lebender russischer Softwareentwickler) , einer der Mitbegründer des Projekts, im Alter von 22 Jahren kurz vor dem Zeitpunkt, zu dem der Start der öffentlichen Beta-Phase des sozialen Netzwerks vorgesehen war

Wikipedia informiert, im Artikel über Zhitomirskiy, wie folgt:
Moglen bezeichnete Zhitomirskiy rückblickend als „den idealistischsten“ der vier Gründer von Diaspora. Vor die Wahl gestellt, eine wissenschaftliche Laufbahn zu verfolgen oder das soziale Netzwerk zu gründen, habe er sich für letzteres entschieden, „weil er mit seiner Zeit etwas tun wollte, was Freiheit schafft“. Zhitomirskiy starb im Alter von 22 Jahren, kurz vor dem Start der öffentlichen Beta-Phase des sozialen Netzwerks. Die Todesursache wurde nicht abschließend bekanntgegeben, in Medienberichten ist jedoch unter Berufung auf Polizeibeamte und Freunde Zhitomirskiys vielfach von Suizid die Rede.

Was fehlt?

Eine vollständige Verschlüsselung fehlt. Und auch ein Interface, dass dem Benutzer individuelle Möglichkeiten einräumt, seine erstellten Inhalte zurück zu ziehen.

Es gibt zB die Möglichkeit, den gesamten Nutzercontent zu verschlüsseln und trotzdem eine Suche auf Hashtags zu ermöglichen. Entsprechende Technik wird in folgendem Video erklärt:
Symetric Searchable Encryption http://www.youtube.com/watch?v=uPzTTQY3h3M

Es fehlt der einfach zu installierende Pod. Noch immer ist das KnowHow einen gut abgesicherten Pod zu betreiben nicht unbedingt niedrig angesetzt. Es mangelt auch an Formatierungsmöglichkeiten. Dateianhänge, Drag'n'Drop und vielen Kleinigkeiten die man aus anderen Netzwerken, Foren, Blogs gewohnt ist. Es wirkt unfertig. So als seien ursprüngliche Ideen nicht umgesetzt. YouTube kann zwar eingebettet werden, aber nicht per https Link. Auch Twitter Anbindung wird ermöglicht. So trackt zwar Diaspora nicht, youtube und twitter aber schon.

Alternativen

Es gibt noch ein weiteres Netzwerk mit dem Namen Friendica. Ich werde es nächsten Monat mal antesten, bzw wenn ich das Gefühl habe mich mit Diaspora genügend auseinander gesetzt zu haben.

Mit experimentellen Grüßen,
yt