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Gedankensprünge | Assoziationsketten und Versatzstücke

Stammtischgequatsche im Blog, ohne Anspruch politische Korrektheit.

Freie Marktwirtschaft ist ein Spiel mit Verlierern. Kapitalismus fördert Armut.

In einem System mit begrenztem Grundbesitz wird es stets Verlierer in einem Wettbewerb geben, die auf die Hilfe anderer, möglicherweise Gewinner, angewiesen sind. Die Entität der Verlierer besitzt kein Land und somit keinen Zugriff auf Rohstoff-Ressourcen, Nahrung, Energie-Erträge. Sie wird erpressbar und die Entlohnung kann willkürlich gewählt werden. Besitz wird zwangsläufig ge-neidet, weil Besitz Sicherheit verspricht. Ein maßgeblicher Faktor für das Sicherheitsbedürfnis aller Entitäten, der zu einem Wettbewerb um Besitz führt, ist das Klima. Rohstoffgewinnung und auch Nahrungsmittelanbau sind Klimabedingt und dem Risiko des Wetters untergeordnet. So auch viele andere Berufszweige.

Klimatisierte Räume, Schutz vor Witterung, ausreichend Nahrung sind Kernpunkte die von der Industrialisierung zur Hochtechnologie nötig waren.

Ein soziales Miteinander kann nur angst-frei funktionieren. Ein Zustand der Unabhängigkeit, ein starkes Selbstbewusstsein, sowie Respekt vor jedem Leben wären vermutlich die Voraussetzung für eine Gesellschaftsform ohne Neid, Gier und Zahlungssysteme. Das Prinzip der "Schuld" ist typisch für Konkurrenzdenken.

Ein abstraktes Produkt aus dem Schuldkonzept, ist der Zins.

»So lang du nichts hast und anderen etwas schuldest, musst du von dem was du nicht hast, noch mehr aufbringen, als du schuldest.«

Etwas derart absurdes als allgemein übliches Geschäftsgebaren zu bezeichnen ist fast schon pervers. Nun gibt es Gemeinschaften, in denen der Zins tatsächlich als Unsitte empfunden wird. Hier wird eine Gebühr verlangt oder eine Entschädigung. Eine Gegenleistung. Es werden andere Wörter für den gleichen Zustand benutzt, für das Gleiche Konzept, um sich an einer Kulturübergreifenden Marktwirtschaft zu beteiligen.

Die Steigerung des Geldhandels ist der virtuelle Handel und nun auch noch der virtuelle Handel mit virtuellen Gütern. Wer zuvor Rohstoffe mit heißer Luft bezahlte, handelt nun die heiße Luft mit imaginärer heißer Luft. Urheberschaft und geistiges Eigentum sind eben solche Konstrukte um Ressourcen zu erschließen, die es gar nicht gibt.

Mit der nötigen Brutalität durchgesetzt hatten Kirchen und Monarchen schon häufig Ideen, wie man das Volk dazu bringen konnte, weniger zu denken. Denn Müßigang ist nicht nur aller Laster Anfang. Wer Zeit hat, kann reden, kann überzeugen, kann politisch aktiv werden. Kirchen und Monarchen erfanden Steuern und Gesetze, die zu befolgen in einer Unfreiheit mündeten. Mit der gesellschaftlichen Akzeptanz der Machtstruktur, wird auch offensichtlicher Unsinn befolgt.

Liberale Strömungen reden häufig von freier Marktwirtschaft.  Paradoxer Weise fordern sie jedoch Urheberschutz, Patentschutz, Investitionsschutz durch den Staat. Durch das Volk. So wird das Volk für ein Produkt in mehrfacher Hinsicht zur Kasse gebeten:

Infrastruktur - vom Volk durch Steuern bezahlt
Arbeit für die Infrastruktur - vom Volk ausgeführt
Arbeitsplatz für das Produkt - Arbeit vom Volk durchgeführt
Subventionen - vom Volk bezahlt
Produkt - vom Volk gekauft, inkl Steuern
Umweltschäden - vom Volk bezahlt, durch das Produkt, durch die Entsorgung, durch Reparatur der Umwelt
Rückbau - Unternehmenspleite, Staat zahlt, Volk zahlt

Der Arbeitgeber muss nun Steuern abführen, die er vom Volk - durch den Produktverkauf bekommen hat. Es versucht nun die Steuerlast durch Ausgaben zu mindern. Weil er Steuern als Zwangsabgabe empfindet und das zu versteuernde Vermögen betrachtet er als sein Eigentum.

Vor und zurück gedacht ergibt das Prinzip der Marktwirtschaft in Deutschland keinen anderen Sinn, als andere Menschen zu übervorteilen. Jemand versucht über einen anderen Hinaus einen Vorteil zu gewinnen. Und wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Der Unternehmer nun wird sagen - ich aber, als Unternehmer, trage Verantwortung und Risiko.

Auch das kann nicht stimmen. Scheitert das Unternehmen, haftet die Gemeinschaft und muss den Unternehmer aufkommen, für sein Existenzminimum sorgen. Denn er gehört mit zum Volk, zur Gemeinschaft.  Im Scheitern großer Unternehmen, haftet das Volk in viel größerem Maße als der Unternehmer oder "angeblich" Verantwortliche.

Mit jedem Unternehmen sind Risiken verbunden. Doch kein Mensch ist im Stande für Schicksale, wie Tschernobyl, Deep Water Horizon, ein Verantwortung zu übernehmen, geschweige denn Schuld ab zu tragen, oder gar Zinsen dafür zu bezahlen. Das Volk haftet, das Volk ist in der Verantwortung.

Mit übersimplifizierten Grüßen,
yt