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PV Anlagen | TonfrequenzRundsTeuerEmpfänger

Mein Stromversorger bietet mir an, für schlappe 330€ einen Tonfrequenzrundsteuerempfänger TRE zu installieren.
Andernfalls wird die PV Anlage gedrosselt. Nicht erwürgt. Aber sie nehmen mir 30% nicht ab. Und ich nehme denen nicht ab, dass das sein muss.

Also die Berechnung einer PV Anlage, mit den derzeitigen Vergütungen und der möglichen Kappung ist für eine Calc/Excel Tabelle ein wenig gewagt. Ich habe es mich trotzdem getraut. Ich versuche zu erklären was ich erreichen und was ich vermeiden wollte.

Richtig ist, die 70% Drosselung begrenzt die PV Anlage in der Einspeisekapazität.

Richtig ist, effektiv bedeutet dies keinen Verlust von 30% im Jahr.

Die Aussage des Energieversorgers war wie folgt:
Wenn Sie eine 5,5kW Anlage auf ihrem Dach haben, dann liegen bei einer Drosselung auf 70% nur noch 3,85 kW auf dem Dach, 1,65 kw dürfen sie dann nie nutzen.

Ich fragte ihn: »Dann kann ich ja einfach 2 Module herunter nehmen?«
»Nein, die Module müssen installiert sein, auch wenn sie nie genutzt werden. Klingt unsinnig ist aber so vorgeschrieben.«

Der freundliche Herr am Telefon rechnete mir kurz am Telefon vor, das mir bei geschätzten 800 Sonnenstunden im Jahr, über 20 Jahre gerechnet, etwas über 5000 Euro verloren gehen würden. Das konnte er so mit Blatt und Bleistift und einem Taschenrechner. Ich staunte nicht schlecht.

Seit 2 Tagen mühte ich mich mit einer Tabellenkalkulation herum um eine ungefähre Simulation zu berechnen. Er schafft das in 45 Sekunden, fernmündlich.
Der Energieversorger will mir weiß machen, ohne Rundsteuerempfänger gehen mir 4670 Euro in 20 Jahren verloren. (den TRE für 330€ muss ich ja wohl abziehen wenn ich ihn nicht kaufe. )


Richtig ist, eine 5,5kW Anlage erbringt in der Regel nie volle 5,5kW.
Richtig ist auch, eine Drosselung auf 70% entspräche einer 3,8kW Anlage.
Richtig ist, in Norddeutschland erreiche ich keine Spitzenwerte wie in Süddeutschland, wenn dann höchst selten.
Richtig ist, ich darf mehr Strom erzeugen, aber nicht mehr einspeisen. Der Wechselrichter wird zwar begrenzt, aber es ist möglich einen Hausakku davor zu schalten um den Überschuss aufzufangen.

Richtig ist, der Mann wollte mir etwas verkaufen.
Richtig ist, mir gehen nicht 30% verloren.

Meiner Berechnung zufolge sind es ca. 8% an den absolut klaren Sonnentagen.

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Update: Ich habe eine Webseite gefunden, die meine Aussage bestätigt:
http://www.ibc-blog.de/2012/04/70-leistungsbegrenzung-im-eeg-2012-dacher-im-vergleich/

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Nun wäre der Witz nicht rund, wenn da nicht ein kleines Vöglein mit gesungen hätte, dass ab ca. Mai die Rundsteuerempfänger möglicherweise obsolet werden. Warum sollten sich die Netzbetreiber auch so einen Hals machen. Wenn die Netzbetreiber selbst Energiespeicher anschaffen würden, um den eingespeisten Strom zu Spitzenzeiten zu speichern, wäre dies eine gigantische Geldschaufelanlage.

Na denn, abwarten und Tee trinken.

Mit gedrosselten Grüßen,
yt

 

Update: Das EEG http://dejure.org/gesetze/EEG/6.html hat sich derzeit noch nicht geändert. 14.01.2014