Schreibtischtaeter

Satire 2007

(pdo) Berlin, Oktober 2018 - digitale Neufassung, rev 08.15 Beta (Dez 05.2010)

Nach dem wir erfolgreich die Echtzeit-Überwachung der online Computer eingeführt haben und das Gesetz zur Onlineverpflichtung geschaffen haben, sehen wir uns einer neuen, größeren Gefahr gegenübergestellt. Wir müssen davon ausgehen, dass Informationen die terroristische Aktivitäten betreffen, mit Hilfe von Bleistiften, auf Papier festgehalten werden. Häufig finden wir bei Terrorverdächtigen, stumpfe und oder benutzte, Bleistifte, die dazu genutzt wurden, vorbei an unserer Online Überwachung, "Offline-Daten" und Informationen an Dritte weiterzugeben. Sie müssen sich das vorstellen wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Diese Informationen lassen sich mit einem Bleistift, nahezu überall anbringen. Bleistifte sind unabhängig von Strom, oder Benzin, funktionieren bei extremen Temperaturen und bei nahezu allen Witterungsverhältnissen. Bushaltestellen, Büchereien, Freibädern oder Häuserwände können als tote Briefkästen genutzt werden. Im Sinne der rechtsstaatlichen Terrorismusbekämpfung ist es daher unverzichtbar, Bleistifte zu verbieten und deren Nutzung zu unterbinden. Sie können heute an jeder Straßenecke Bleistifte kaufen und selbst Kinder lernen den Umgang mit diesem terroristischen Werkzeug. Ebenso beliebt 'wasserlösliche Folienschreiber' die eine Informationsbeschaffung oder Informationswiederbeschaffung erschweren.

Auch die Verbreitung, der Erwerb und die Nutzung von Papier stellt eine Bedrohung der Staatssicherheit dar. Terroristen können auf Papier jegliche Information und Planung ihrer terroristischen Aktivitäten festhalten. Im Moment verfügt unser Rechtsstaat über kein geeignetes Mittel zur geheimdienstlichen Erkennung solcher Schriftstücke. Dünnes Pergament wird von Terroristen durch Röntgen-Kontrollen und Nacktscanner der Flughäfen geschmuggelt während wir uns mit dem Laptop des Verdächtigen abmühen, um diesen zu dechiffrieren. Papier sollte nur noch in Ausnahmefällen herausgegeben werden, wenn eine digitale Vorlage besteht von deren Inhalt wir Kenntnis haben.
Zudem könnten Terroristen, rein theoretisch, ihre Gedanken verschlüsselt auf Papier festhalten, was eine zusätzliche Hürde bei der Überwachung bedeutete.

Es sind, jetzt bereits, Spuren von Graphit und Zellulose in den Ausscheidungen der Terrorverdächtigen gefunden worden, was darauf Rückschluss ziehen lässt, dass sie Papier mit Bleistiften beschriften und diese Geheimdokumente nach Erhalt herunter schlucken und verdauen. Somit ist eine forensische Beschaffung der Informationen unmöglich. Diese offline Kommunikation vorbei an unseren Geheimdiensten muss unterbunden werden, damit die Freiheit des Bürgers auch Morgen noch gewährleistet ist.

Nicht zu vergessen, Bleistifte, angespitzt, können unmittelbar, zum Werkzeug des Terrors, zur Tatwaffe werden.

Kommentare

Hallo,

von wem stammt denn dieser super! Text? :)
Darf ich den für einen Unterricht verwenden?

Wäre sehr freundlich.

Gruß, A. L.

Schreibtäter am Tisch ist hier hoch offiziell nur einer, der yt ... (ich und so...)
Und natürlich, alle Texte dürfen, sofern sie nicht kommerziell genutzt werden, frei verwendet werden.
Ich freue mich sehr, dass der Text auf Gegenliebe stößt. Allerdings rate ich dringendst Rechtschreibung und Orthographie Fehler zu korrigieren, auf dass du nicht ein Orthographie-Opfer wirst.

Ich überarbeite zwar meine Texte auch, hin und wieder, so gut es geht, aber es kostet ein wenig Zeit, in der ich lieber andere Sache erledige :)
Ich hab den Text dann gleich auch mal gekennzeichnet, damit du entsprechend sicher sein kannst.
Ich bitte darum das Werk, im mindesten, nicht als dein eigenes aus zu geben, über eine Weiterempfehlung freue ich mich sehr.

Mit unkorrigierten Grüßen,
yt

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