Ist nicht mein Bier

(Autobiografisches Polylemma 2008, Kurzgeschichte)

Es war an einem Samstag vor vielen Jahren, kurz vor Ladenschluss, an einem heißen Juli Tag.

Ich stand in einem Supermarkt und hatte vor, mir etwas Aufschnitt und flüssiges Brot für das Wochenende zu kaufen. Es gab einiges leckeres, der Marke „Gut und Günstig“, das meinen Ansprüchen genügte. Gerade erst hatte ich einen neuen Job in der Großstadt angenommen und so konnte ich noch keine großen Sprünge machen.
In der Getränkeabteilung angekommen, fiel mir auf dass hier Astra die Hausmarke in dieser Stadt sein musste. Gewohnte Preise für ein mir unbekanntes Bier.
Es gab auch wunderschönes irisches Bier, aber das war tatsächlich so teuer als hätte man es mit einem Taxi von der Insel hier hin Chauffiert.
Meine Entscheidung fiel also auf zwei Knollen Astra. Der Sommer war warm doch mehr als ein Bier am Abend trank ich selten allein. Der Blick in mein Portemonnaie zeigte mir Ebbe. Leider wollte es sich nicht den natürlichen Gezeiten anpassen. Doch es passte man gerade so. Das Konto sollte auch nicht ständig am Anschlag sein, also achtete ich auf meine Ausgaben.

Kuehlschrank der geschlossen wird

Mitten zwischen den Regalreihen fragte mich plötzlich eine ältere Frau: "Entschuldigen Sie, darf ich Sie etwas fragen?".
Sie war stets überschwänglich höflich.

Brief an Herrn Köhler | Update 2

[Update 3 - 29.11.2009 08:15:42 +0100]
Herr Köhler will das Websperren (Filter) Gesetz noch nicht unterschreiben. Ohne die Unterschrift von ihm kann es nicht in Kraft treten.
Quellen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundespraesident-will-Zugangsersc...
http://www.sueddeutsche.de/politik/623/495944/text/
http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/koehler-g...

[Update 2 - 2009-07-20 13:45:38 +0100]
Es war am 16. Juli als ich unerwartet Post vom Bundespräsidialamt bekam.
Eine durchaus angenehme, beruhigende Standardantwort, alles in bester Ordnung.

Post vom Bundespräsidialamt
Ich entschuldige mich bei allen Steuerzahlern das unser Bundespräsidialamt 1,10€ fuer die Antwort ausgeben musste. Es diente einem höheren Zweck. Mit eMails kommt unsere Regierung noch nicht klar.


Abergläubische Konsumfrauen

Randnotiz
Im Internet lässt sich nicht ohne weiteres erkennen, welches Geschlecht eine Webseite besucht. Die Informationen die ein Webbrowser an eine Webseite zurückgibt sind eher spärlich, lassen jedoch anhand der Uhrzeit, Betriebsystem und aktualität eine grobe Schätzung auf den sozialen Stand zu.

So benutzen Studenten häufig den Firfox, Berufstätige nutzen vor allem die Zeit nach der Mittagspause nochmal um bei einer Tasse Kaffee von Firmenleitungen aus zu Surfen. Entscheidungsträger nutzen gern die Zeit vor der Mittagspause. Doch ob nun Männlein oder Weiblein das Web besucht ist schwer zu erraten.

Sollte Gleichberechtigung im Internet möglich sein?
Informationsangebote unabhängig von Bildung, Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Neigung?

OS Weiblich
"Den Bedürfnissen des Kunden entsprechend..."

Eine Marketingabteilung die sich für ganz clever hält, wittert hier eine Marktlücke...

Unsichtbar

(Prosa/Lyrik, Kurzgeschichte zum Nachdenken yt09)
Unsichtbar
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Wir sind unsichtbar.
Es gibt viele von uns. Keiner ist wie der Andere.
Wir sind nett. Wir sind lieb.
Immer erreichbar. Für dich da.
Wir sind viele. Ihr seid mehr.

Ihr seid zahlenmäßig überlegen. Ihr seid gesellig.
Ihr seid unabkömmlich. Bei euch ist immer etwas los.
Ihr zeigt euch, ihr zeigt alles.
Man kann euch nicht übersehen, jederzeit präsent.
Ihr seid das Zentrum. Ihr seid viele. Für euch.

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