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Die Sonne scheint auch nur auf den größten Haufen

Seit einigen Tagen geht mir ein Gedanke nicht aus dem Kopf. Es ist der Gedanke dass Kleinst PV Anlagen Besitzer ordentlich über den Tisch gezogen werden.

Ich halte die Energieriesen und die Regierung nicht für dumm. Vielmehr waren sie so gerissen, die Vergütung für Solarstrom auf 20 Jahre fest zu zurren. Daraus lässt sich schlussfolgern, wer gestern unterschrieb und sich freute, muss in 10 Jahren seinen Solarstrom immer noch für 24 Cent verkaufen. Dabei reibt sich der Wiederverkäufer die Hände. CO2 Emissionen gespart und gleich weiter gehandelt.

Denn, in den letzten 10 Jahren hat sich der Strompreis verdoppelt. Das wird er sicherlich auch in den nächsten 10 Jahren tun. Vermutlich aber, wird er noch teurer. Wer dann Solarstrom produziert ist gebunden ihn für 24 Cent zu verkaufen. Die Energieriesen haben dabei gar keine Arbeit aber vollen Profit. Der Stromverbrauchszähler, das einzige Abrechnungsmodul, muss der PV Besitzer stellen. Mieten oder Kaufen.

Ich denke mit der Vergütung der Volleinspeisung hat man die kleinen PV Betreiber dahin gebracht, wohin man sie haben wollte. In eine finanzielle Falle. Sie finanzieren die Entwicklung der PV Anlagen. Dienen als Sündenbock für die Wählerschaft. Und müssen sich sogar noch um die Rentabilität ihrer Anlage sorgen.

Ab dem 9.03.2012 muss ein Kleinstanlagen Betreiber den PV Strom, ab dem ersten Einspeisetag günstiger weitergeben als der Stromkonzern ihn zurück an den PV Besitzer verkauft.

Die Varianten, für die ein geförderte PV Anlage mir sinnvoll erscheint, ist für große Stromerzeuger die vor dem 9.3.12 in Betrieb gingen oder für den eigenen Verbrauch (Eigenverbrauch deutlich über 30%). Sonst zahlt der Kleinanlagen Betreiber bei einer Vergütung von unter ca. 30Cent schon nach 5 Jahren drauf. Nagut, er zahlt nicht drauf. Er arbeitet nur für die Stromhändler. Der Eigenverbrauch bleibt so oder so die Interessanteste Variante.

Wer große Anlagen im Megawatt Bereich gebaut hat, kann sich über die Kleinanlagen freuen. Er bekommt zu der Entwicklungsforschung, eine gigantische Messanlage, Flächendeckend über Deutschland und günstige Modulpreise.

Wenn ich mich halbwegs verständlich gemacht habe, bleibt noch ein dickes Fragezeichen über meinem Kopf:
Entweder hab ich etwas völlig falsch verstanden, oder die Solarförderungskritiker, die über Subventionierung schimpfen sind noch dümmer, als die zukünftigen PV Einspeiseanlagen Betreiber die sich über den Tisch ziehen lassen.

Dazu besteht noch die unwahrscheinliche, aber nicht unmögliche Wahrscheinlichkeit, dass der Strompreis in den nächsten 20 Jahren unter 20 Cent/kWh sinkt. Weil man ja auch billiges Öl nehmen kann zum Autofahren, Kochen, Waschen, Fernsehgucken ... oder saubere Kohle. Oder deutsches Fracking Gas. .... OOK ok ok ... das war quatsch.
Strom wird teurer und die Energieriesen lassen sich die Butter vom Brot schmelzen.

Mit elektromagnetischen Grüßen,
yt