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Open Source am Bau | Am Anfang war da(s) Nichts

Moin moin,

Der Tag des Umzugs immer näher rückt. Eine dicke DSL Leitung bis zum Haus ist schon vorhanden, doch fehlen noch die Netzwerkdosen. Doch mal langsam. Von Anfang an. Wer plant ein Haus zu bauen, benötigt ein ...

Grundstück

Die Preise für Bauland sind stark unterschiedlich. Je nach Verkäufer, Infrastruktur, Bodenbeschaffenheit und Region. Die formalen Einzelheiten wie zB, was ist Bauerwartungsland, was bedeutet "voll Erschlossen" und auch Fragen zu den Grundstückssteuern kann euch jeder andere besser erklären als ich. Dazu gibt es haufenweise Webseiten im Netz.

Auch dass man nicht den vollen Preis gleich akzeptieren sollte, sondern Handeln muss um einige tausend Euro zu sparen liegt auf der Hand. Wenn ihr dabei, so wie ich, selbst zum Händler nichts taugt, weil ihr für euer Smartphone auch den vollen Ladenpreis bezahlt habt, schickt einen Unterhändler los. Ich ungeschicktes Kind habe immerhin eine Minderung von knapp 5000 Euro erreicht doch ich hätte wohl besser einen Teppichhändler beauftragt. In jedem Fall, nur Mut. Fragen kostet nichts und der Verkäufer hat in der Regel immer auch einen Spielraum. Man muss nur herausfinden, auf welche Reizworte er anspringt, damit für ihn der Verkauf lukrativ und angenehm erscheint.

Grundstueck
Es benötigt Fantasie und Mut um sein Traumhaus vor Augen zu halten, während man einen Haufen Geld für ein Stück altes und verbrauchtes Ackerland raushaut.

Hier ein paar Details, die vermutlich seltener bedacht werden.

Für uns war wichtig, dass Ruhe herrscht. Das Zuhause soll ein Ort der Entspannung sein. Am besten in einer Sackgasse, einem Wendehammer, auf jeden Fall keine Durchgangsstraße. Wer jedoch schnellere Fluchtwege benötigt, baut an der Autobahnabfahrt.

Ein interessanter Punkt ist, ein Händler wird genau dies oder das als Argument benutzen.

a) Das Grundstück ist teuer weil es an einer Autobahn liegt und die Verkehrsanbindung besonders gut ist.
b) Dies sind wertvolle Grundstücke weil sie ruhig gelegen sind, direkt am Speckgürtel.

Es ist wohl besser man lässt den Verkäufer nicht zuviel über die eigenen Vorlieben wissen.

Wer ein Energiesparhaus bauen möchte sollte zudem folgendes beachten:
Ausrichtung - eine große Dachfläche mit Ausrichtung nach Süden ist optimal für Fotovoltaik und Solarthermie.
(Fotovoltaik - Stromerzeugung, Solarthermie - Warmwassererzeugung)
Vor Ort muss dann noch beobachtet werden ob Gefahr besteht dass die teure Anlage beschattet wird. Insgesamt muss ein Energiesparhaus, mit dem Architekten zusammen, in die Landschaft geplant werden. Erst dann kann Sonnen Energie optimal genutzt werden.

Bodenwerte - in Niedersachsen, als Beispiel, gibt es eine Bodenkarte http://nibis.lbeg.de/cardomap3/
Dort kann man nachsehen ob in dem Baugebiet schon einmal Bohrungen für Erdwärme Sonden erfolgreich durchgeführt wurden.
Auch Bodenflächen Kollektoren benötigen einen geeigneten Boden. Ist der Boden sehr trocken findet evtl. nicht ausreichend Wärmeaustausch statt. Für Brunnen-Systeme darf der Boden nicht ausschließlich aus Lehm und Ton bestehen. Letzteres war bei uns der Fall und wir mussten auf Erdwärme verzichten.

Weitere Stichpunkte:

Tierhaltung - Auslauf-Fläche, freundliche Nachbarn, andere Tiere in der Nachbarschaft?
Kinder - Verkehrsberuhigte Straßen, Spielplätze, weitere Kinder in der Nachbarschaft, Kindertagesplätze, Schulweg?
Allergien - Birken, Gräser, Haselnuss, Industrie Schornsteine, Getreideanbau in der Nähe?
Infrastruktur - Lebensmittel, Ärzte, Öffentliche Verkehrsmittel, Sportanlagen, Einzelhandel?
Parkplätze - Nicht nur das eigenen Grundstück und Auto sehen - haben Besucher Parkmöglichkeiten?

Vorsicht bei Altlasten auf dem eigenen Grund und Boden!
Sondermüll wie zB Asbest und Öl müssen fachgerecht entsorgt werden. Das ist sehr kostspielig.

Es gibt noch sehr viele andere Kriterien die beim Kauf berücksichtigt werden können. Wenn man eine Prioritätenliste erstellt hat und diese abhakt, kann man auf diese Weise objektiv verschiedene Grundstücke miteinander vergleichen.

Nicht zuletzt kann es passieren dass im Bebauungsplan seltsame Überraschungen lauern.
In unserem Fall wurde vorgeschrieben dass wir 3 Hochstamm Apfelbäume auf die Grundstücksgrenze im Süden setzen müssen. Dabei wird die Sorte vorgegeben und auch der maximal Abstand zur Grenze.

Mit geplanten Grüßen,
yt