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Die alten Geschichten sind doch die Besten. So auch mit Fernsehserien. Ob es nun die alten Staffeln 3-6 der Simpsons sind oder Home Improvement mit Tim Allen als Tim Taylor der Heimwerker-King. Der Charme liegt in der harmlosen, respektvollen Art und Weise wie dort Mitmenschen vereimert werden.

Apropos Fernsehen, es war um 1845, kann aber auch die Jahrtausendewende gewesen sein, als mein Freund Cubitus (Kurzform Cubi) mich aus meinem Samstag Vormittag Schlaf riss und durch den Telefonhörer um Hilfe bettelte. Ich tat, worum ich gebeten und bebettelt wurde - stellte mich an ein vereinbarte Straßenecke und mein werter Freund beamte mich in die mit Kopfstein bepflastertete Dithmarsche. Ein Ortsteil Hamburgs, der nicht zufällig so ähnlich klingt wie das Dithmarscher Bier. 

lolf

Dort angekommen instruierte mich diese in Hamburg wenig seltene Spezie, passionierter Zocker, Cineast und autonomer Single, eine Televisions Gerät aus der Wohnung zu tragen. So durfte ich einen Kniefall vor 1,2 Quadratmeter Breitbild-Röhrentechnologie üben, bis im dritten Anlauf die Hüfte nicht nachgab und die Hände an dem geölten Kunstoff eine Retention fanden um das Gewicht von geschätzten 198.000 Bruttoregistertonnen zu halten. 

Wir hievten das ballistisch völlig unausgewogene Geschoss in den Hausflur der Mietskaserne und von dort aus nicht in den Fahrstuhl. Es gab keinen Fahrstuhl. 5 Stockwerke abwärts verflüssigten sich nicht nur Stirn, Achsel und Handinnenfläche, auch die Bandscheiben wurden überflüssig. Wenn da mal welche gewesen waren, gab es nun lediglich Bandbrei oder Scheibenmuß.

Das wi- wa- wuchtige Ding passte erstaunlicherweise in den Golf 2. Noch erstaunlicher, dass der Golf 2 - mit dem GlotzKLOTZ und Cubi sich noch über das Kopfsteinpflaster bewegte, ohne Funken zu sprühen.

Folgende Gleichung soll die Gewichtsverteilung veranschaulichen:

Das einfache Gewicht des YT (also von mir) entspräche dem Gewicht der Fernbdienung ohne Batterie,
wenn exponential dazu
der "19 zu 6 Cubi" dem Gewicht des "16 zu 9 Glotzklotzes" entspräche.

Der bescheidenen Frage, warum ich einen nagelneuen Fernseher die Treppen herunter tragen durfte, folgte die plausible Antwort, dass Cubi nicht mehr in das Zimmer passte. Oder der Fernseher. Eines von beiden war zu viel.

Anders formuliert: Cubis Wimperntusche hinterließ Streifen auf der Röhre wenn er blinzelte.

Die Tatsache dass das Nachfolgemodell eine um Fingernagelbreite geringe Bildschirmdiagonale hatte, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch immer keinen Fahrstuhl gab. 
 
Dann kam der Angstschweiß an den Händen - von der Vorstellung dass einem dieses Monstrum auf den Fuß fallen könnte, ... was widerum noch mehr Angstschweiß an den Händen vor Angstschweiß an den Händen produzierte. 

Kein Problem wäre es gewesen, wenn um den ärodynamischen und mit japanischer Präzision glatt gelutschten Farbflachfunkfernbedienten-Fernseher herum ein griffiger Karton gewesen wäre. Doch dieser passte nicht in den Kofferraum des Golfs. Das Problem kam uns merkwürdig bekannt vor. Also blieb nicht viel anderes übrig als den Karton oder den Fernseher im Elektrofachhandel zurück zu lassen. Mein Freund entschied sich sehr zu meinem Bedauern für den Fernseher - ohne Karton.

Wer aber nun glaubt das sei anstrengend gewesen, hat Cubis Alten-, und Behinderten-gerechtes vollautomatisches Motorbett, mit Doppel-Urankernfeder und Krupstahlrohr-Rahmen noch nicht in der Hand gehabt. Etwas das nicht direkt in den Golf passte - aber über Umwege. Das ist dann aber eine andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden.

Mit fernen Grüßen,
yt

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