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Kdenlive | BPM to FPS - Bars, Takte und Speed

Auch für andere Schnittsoftware wie Vegas, Magix Video oder Premiere anwendbar. BPM to FPS Tabelle am Ende des Artikels. Linux u. Windows.

Ob für 3D Animationen oder um Musik Videos, Bild-genau, auf den Takt zu schneiden, irgendwann fragt man sich, ... wieso rechne ich mir das nicht einfach aus? Oder besser noch, warum gibt es da keine Umrechnungstabelle für FPS to BPM, also Bilder pro Sekunde zu Beats per Minute?

Zuerst sollte man dazu wissen was denn nun BPM genau sind.
1,2,3,4 1,2,3,4 1,2,3,4 1,2,3,
Das waren nun 4 x 4 Schläge, 4 Takte, im Vier Viertel Takt. Mit der Betonung auf die Vier.
Viele Musikprogramme nutzen so genannte Bars. Ein Bar entspricht dabei in der Regel einem Takt.
Ein Beat ist ein Taktschlag, also hat ein Bar 4 Beats, vier Taktschläge oder einen Takt.

BeatBox von Magix

Hier im Bild zu sehen, 2 Bars eines vier Viertel Taktes, in einem 1/16 Grid.
Wer nun gern sein Video zur Musik schneiden möchte wird sich oftmals schon gewundert haben. Man schafft es kaum, Bildgenau auf die Musik zu schneiden. In den Videoclips der Profis sieht das so leicht aus, ist es aber nicht. Denn es ist selten hilfreich stumpf auf die Snare, die Bassdrum oder eine Hihat zu schneiden. Doch es hilft ungemein wenn man wenigstens theoretisch versteht, wann das funktioniert.
Profis nutzen im übrigen noch heute den SMPTE Timecode. Da ich mich aber an Amateure richte, ist es ein guter Anfang, sich mal "zu Fuß" dem Problem zu nähern. Zuerst muss man die Geschwindigkeit des Musikstückes kennen. Wenn ihr es selbst komponiert habt, kennt ihr diese sehr genau. Sonst hilft euch Audacity oder ein anderes Programm dabei die BPM zahl zu ermitteln. 
Verucht man nun die BPM um zu rechnen in Frames per Second erlebt man so manch unschöne Überrasschung. Man bekommt unschöne Zahlenwerte wie z.B:
Bei 144 BPM  bekommen wir entsprechd mit 25 Fps alle 41,667 Bilder einen Bar / Takt voll.
Das ist sehr unschön.
Es gibt auch BPMs die sich wunderbar ganzzahlig in schneiden lassen. Ich habe hier ein paar Beispiel rausgesucht.
Für Video, TV und DVD mit 25 Bildern pro Sekunde gibt es als Beispiel folgende gerade Werte: 
  • 100BPM » 60 Frames
  • 120BPM » 50 Frames
  • 150BPM » 40 Frames
  • 200BPM » 30 Frames
  • 60BPM » 100 Frames

Je langsamer ein Musikstück ist, desto mehr Bilder liegen zwischen zwei Takten. Für Kino und Lichtprojektoren oder andere Formate mit 24 Bildern pro Sekunde gibt es als Beispiel folgende traumhafte Werte zum Schneiden: 

  • 72BPM 80 Frames
  • 80BPM 72 Frames
  • 90BPM 64 Frames
  • 96BPM 60 Frames
  • 120BPM 48 Frames
  • 128BPM 45 Frames
  • 144BPM 40 Frames
Es ist einleuchtend dass aufgrund des gemeinsamen Teilers von 60 und 24,  nämlich der 6, die klassische Einteilung vonTonspur auf einem Filmstreifen 24 Bilder pro Sekunde aus dem Kino damals Vorteile mit sich bringen würde. Man einigte sich mit Einführung des Tonfilms auf 24 Bilder pro Sekunde, was aber mehr oder weniger ein Zufall war. Es hätte genausogut auf 25 Bilder pro Sekunde heraus laufen können, wäre das Fernsehen eher erfunden. 
 
Wer also demnächst wieder vor der Rätselhaften Frage steht - Wieviel BPM sind wie viele FPS oder wie komponiere ich denn am günstigsten für ein fetziges Musik Video, ... ein wenig Mathematik und diese OpenCalc Liste (Excel/LibreOffice): 
Ihr könnt die Tabelle für eure Zwecke abändern. 
Ha, das wichtigste fast vergessen: Wenn nun aber alle 45 Bilder ein Takt vorüber sein soll, wieviel BPM muss ein Lied dann haben, damit das passt?
Die Rechnung sieht in ungefähr so aus:
Ein Beat alle 45 Bilder: 
25fps = 1500 Bilder pro Minute 
Wie oft passt die 45 in die 1500?
33,333... * 4 =  133,3... BPM 
  
Ideen, Anregungen, Verbesserungen und Kommentare nehme ich gern entgegen.  
 
Mit einem Gruß pro Beitrag,
yt