Sie sind hier

Sony | Geistige Armut?

Zu den Pressemeldungen: »Bei Sony wären Kundendaten "geklaut" worden«

Zuerst einmal kann ich alle Menschen beruhigen. Die Daten sind noch vorhanden. Was Sony wohl mitteilen wollte war, dass sie davon ausgehen das Kundendaten kopiert wurden. Sie sind also nicht geklaut, sie wurden eventuell vervielfältigt. Der Boulevardjournalismus übertreibt an dieser Stelle immer gern.  

Das so etwas überhaupt möglich ist, zeugt von grenzenloser anoniceRespektlosigkeit seitens Sony gegenüber ihren Kunden. Und genau hier möchte ich einmal Sony zu ihrer absoluten Unfähigkeit gratulieren. So saudumm kann man doch gar nicht sein... oder etwa doch?

Nein, ich denke das ist keine Dummheit. Es ist grob fahrlässig. Das eigene geistige Eigentum wird mit allen Rechtsmitteln und extrem hohen technischen Aufwand geschützt. Es werden eigens kryptologische Verfahren entwickelt und in der CPU implementiert um seine Spielekonsole vor "Raubkopien" zu schützen. Wieso werden die Kundendaten nicht ebenso aufwendig verschlüsselt, getrennt vom Spiele Netzwerk aufbewahrt, verschlüsselt, versalzen und geschützt? Was genau ist denn euer Kapital Herr Sony? Eine kleine Platikkiste zum Spielen oder Millionen zahlende Kunden?

[update 28.04.11] Laut dradio.de waren die Kreditkarteninformationen verschlüsselt. 

Wenn das geistige Eigentum geklaut wird, bleibt dann geistige Armut?
Wenn Kundendaten gestohlen werden, bleiben dann die Kunden? 
 
Anonymous hat sich von dieser Tat distanziert. Und es ist auch mehr als wahrscheinlich dass kein ernst zu nehmender Hacker sich an Kreditkarten Daten privater Kunden vergreift. Viel wahrscheinlicher erscheint mir, dass mit Hilfe von Insider Informationen jemand den Tip bekommen hat, dass es bei Sony etwas "zu holen" gibt. 
Ich persönlich bin enttäuscht. Noch vor kurzem gab ich den Ratschlag an eine bekannte, ihr Kind ruhig an Spielenetzwerke von Konsolen teilhaben zu lassen, da ich diese für wesentlich sicherer und abgeschirmter hielt. Wie man sich irren kann. Aber so ist die Welt, Kreditkarten sind kein Spielzeug aber das große Geld wird mit Spielzeug für Kreditkartenbesitzer verdient.
Hier ein paar Infos und andere Statements:
Noch etwas sollte man richtig stellen. Ob nun 50 Benutzerdaten oder 50 Millionen Nutzerdaten "kopiert" werden, der Aufwand ist prinzipiell  der gleiche. Wenn also Nachrichten Journalisten von einem "großen Hack" sprechen, zeigen sie um so mehr, wie wenig Ahnung sie haben. Wenn sie statt dessen von "großer Beute" sprechen, trifft es den Nagel eher auf den Kopf. Sicherlich gibt es in östlichen Ländern etliche Abnehmer für eine solche Beute.

 

Vielleicht sollte Sony einfach auch mal ihren Werbeclaim überdenken:
»Alles was du dir vorstellst, kann Wirklichkeit werden.
Believe that anything you can imagine, you can make real.«
Es gibt viele Menschen auf der Welt die nicht nur gutes im Sinn haben.

 

Hinweis in eigener Sache: Dieses mein Blog steht in keinerlei Verbindung zu Anonymus, außer -
in einer nicht unerheblichen ideologischen Schnittmenge.