Do it yourself: "Frieden auf Erden"

Essay 2010 - Mehr Mut zum Heldentum

Lange Zeit hegte ich den Verdacht mit Alufolie um den Kopf könnte man sich vor dem Unsinn auf dieser Welt schützen. Es funktionierte nicht. Der Wahnsinn auf diesem Planeten basiert nicht ausschließlich auf elektromagnetischer Strahlung.
Dann dachte ich die Wirtschaft, der Böse Kapitalismus sei Schuld, und ohne Geld könnte man sich den gröbsten Blödsinn vom Hals halten. Doch der Wahnsinn endet nicht mit einem leeren Bankkonto. Irgendein Idiot hat schon die "Schulden" und "Zinsen" erfunden.


Hypochonder, Paranoiker, Zyniker, Kabarettisten, Verschwörungstheoretiker, Realisten, Idealisten, sonstige Schlips-Spinner und Träumer - Bitte, rettet diesen Planeten!

Ich verlor mich in Verschwörungstheorien, dass es ein Gruppierung von "mächtigen Männern" geben müsse, die an allem Schuld seien. Die Arbeit in einem Familienbetrieb lehrte mich eines besseren, der Wahnsinn hatte schon im kleinsten Kreis Methode.
Die Regierung und ihre Gesetze mussten schuld sein, denn alle Menschen richteten sich nach ihnen und befolgten diese Gesetze. Doch auch hier erlag ich einem Irrtum.

Praktisch jeder Bürger fand eine Möglichkeit das Gesetz zu seinen Gunsten aus zu legen, zu beugen oder wenn es lukrativ erschien, auch zu brechen.
Was lag näher als uns, dem einfachen Volk, die Schuld zu geben? Wir bildeten die Wirtschaft, lebten den Kapitalismus, wählten die Volksvertreter und sind Verursacher der elektromagnetischen Strahlung mit all unseren Mobiltelefonen und Mikrowellen. Also unternahm ich einen letzten Versuch, zur Rettung des Planeten und für meinen Seelenfrieden. Ich redete mit meinen Mitmenschen.

Die Überraschung konnte kaum größer sein. Fast jeder konnte meine Probleme verstehen. Viele Menschen dachten das Gleiche. Wo ich vorsprach fand ich, wenn auch mal im Detail anders aber grundsätzlich, Gleichgesinnte. Frieden, Harmonie, Verständnis und Liebe. Gemeinsames schaffen und Freundschaft. Im Kern verbanden uns die gleichen Werten. Wir Menschen brauchten Anerkennung und Bestätigung.

Warum sich nun aber Menschen nicht einfach mal einig sein können, um in Frieden und Harmonie zusammen zu leben, ergab sich aus diesen Gesprächen nicht.

Die Antwort flog mir überraschend zu, quasi aus Hollywood. Ich hegte schon lange den Wunsch, meine Beobachtungen auch filmisch um zu setzen und las ein Buch darüber wie man Drehbücher schreibt und Filme dreht. Syd Field, US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor, schrieb dazu als Merksatz: „Ohne Konflikte, gibt es keine Handlung, ohne Handlung keine Figuren, ohne Figuren keine Geschichte und ohne Geschichte ...“

Im übertragenen Sinne könnte man auch sagen, wir Leben in unserem eigenen Film, schreiben unser Drehbuch, bestimmen die Handlung und es ist unsere Figur die das Drama schafft. Wenn es also in unserem eigenen Interesse ist, dass wir die Handlung unserer Geschichte vorantreiben um das Drama zu beenden, werden wir Konflikte lösen müssen.

Also, vielleicht übernehmen wir einfach mal die Hauptrolle in unserem Leben.
Dann gibt es ganz sicher auch ein Happy End.

Mit abgedrehten Grüßen,
yt

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