Kdenlive | Tips und Tricks

Vorsicht - Deinterlace in Projekten
Wird der Video Effekt ScaleOTilt hinzugefügt, wandelt Kdenlive das Bild in ein progressives. Der Film wird automatisch deinterlaced um im Beschnitt keine Fransen zu erzeugen. Vorsicht! Wenn man mit Material arbeitet das im "Force Progressiv" Mode eingespielt wird, passiert eventuell genau das Gegenteil. Kdenlive versucht progressives Material zu deinterlacen! Sehr ärgerlich.

Deinterlace im Rendering
Kopiert ein beliebiges Rendering Profil und fügt den Wert deinterlace=1 ein.
Der Wert sollte nach Möglichkeit gleich hinter dem Videocodec stehen.
Hier ein Beispiel:
Renderingprofil - DVD 16:9 Pal Wide
f=dvd vcodec=mpeg2video deinterlace=1 acodec=ac3 b=5000k maxrate=8000k minrate=0 bufsize=1835008 mux_packet_s=2048 mux_rate=10080000 ab=192k ar=48000 s=720x576 g=15 me_range=63 trellis=1 profile=dv_pal_wide

Welche Vorteile hat ein Interlace?
Im Prinzip nur noch auf Röhrenmonitoren. Moderne Abspielgeräte entfernen den Interlace automatisch. Das kostet Rechenzeit und sieht je nach Art und Weise des Deinterlace nicht so hübsch aus. Das Bild wirkt unscharf. Für TFT Displays, LCD Beamer, Beamer, LCD Flachbildschirme und dergleichen wird der Zeilenversatz auch automatisch korrigiert. Für den Laien ist das Arbeiten mit progressivem Material in jedem Falle einfacher, verständlicher und in der Regel auch sinnvoller.

Warum nehmen dann Digitale Camcorder mit 50 Halbbildern auf?
Derzeit ist es zum Beispiel von Vorteil weil Digitale Kameras so empfindlich sind, das eine "Bewegungsunschaerfe" fehlt. Genau das was man bei einem Foto vermeiden möchte, dass ein schnelles Objekt "Schlieren" zieht, ist bei schnellen Bewegungen im Film häufig von Vorteil. Das nennt sich dann Motionblur. 25 gestochen scharfe Bilder auf denen ein Objekt sich schnell bewegt ist für unsere Augen unschön. 50 Halbbilder pro Sekunde die zu 25 Vollbilder pro Sekunde zusammen gerechnet werden, sehen in der Bewegung für uns angenehmer aus. Soweit der Versuch es mit kurzen knappen Worten zu erklären.

Ursprünglich war die Idee ein Bildflimmern zu vermeiden und ohne die Datenmenge zu verdoppeln den Eindruck von 50 Bildern pro Sekunde zu erzeugen.
Eine ausführliche Erklärung zum Ursprung des Interlace findet ihr hier. http://de.wikipedia.org/wiki/Zeilensprungverfahren

Heutige Monitore, Fernseher und auch viele Abspielgeräte können technisch schon 50 Vollbilder pro Sekunde darstellen.

Kdenlive Export Profile
Keine Angst, das ist Kinderleicht, ...

Kdenlive Ausgabeformat
Kdenlive, sinnvolle Presets die sich leicht anpassen lassen.

Zuerst wählt man ein Profil aus, dass dem sehr nahe kommt, was man gern erreichen möchte. Dann klickt man auf das grüne Plus, um auf der Basis des gewählten Profils ein neues zu erstellen. Die alten Profile bleiben dabei erhalten.

Das Profil für einen Film, mit der Größe von 448*252(16:9) Pixel sieht wie folgt aus:
f=mp4 acodec=libfaac ab=64k ar=44100 vcodec=libx264 minrate=0 b=920k s=448x252 aspect=%dar deinterlace=1 mbd=2 trellis=1 mv4=1 subq=7 qmin=10 qcomp=0.6 qdiff=4 qmax=51 pass=2
Möchte man die Qualität erhöhen, oder erhöht man die Größe, sollte man den Wert der Bitrate "b=920k" Schrittweise erhöhen um die Qualität zu erhalten. Verdoppelt sich die Breite, benötigt man in etwa die vierfache bitrate. Je nach dem wie unruhig die Scenen sind, muss man den Wert weiter erhöhen, jedoch geht das nicht unendlich hoch. Die Datei wird dann nur unnütz größer. Die vorgegeben Presets sind schon sehr sinnvoll gewählt. Dort kann man sich die Einstellungen ab gucken.

Beispiel
f=mp4 - (Container File / Datei)
acodec=libfaac - Codec für den Ton (wie zB mp3)
ab=64k (Audiobitrate)
ar=44100 (Audio abtastrate 44.1kHz)
b=920k (Videobitrate - Je höher desto weniger Artefakte bei viel Bewegung)
s=448x252 (Bildgröße - Size - Je höher desto größer das Bild, und die Videobitrate muss erhöht werden)
deinterlace=1 (Wenn jede zweite Zeile verrutscht scheint, bei Bewegungen erkennt man den Interlace)
pass=2 (Der Film wird in 2 Durchgängen komprimiert, erst die Analyse, dann die eigentliche Kompression)

DVD Konvertierung - Qualität steigern mit ffmpeg

Nicht jede Omi oder Freundin hat einen BlueRay Player und noch ist die DVD mit ihrem beschränkten Format der Datenträger mit der größten Benutzer-Kompatibilität.

Daher bleibt vielen Filmfreaks, die mit ihrer Videokamera das ein oder andere Filmchen drehen, nichts anderes übrig als eine DVD zu produzieren und auf Reisen zu schicken, damit das Kunstwerk auch gesehen werden kann.
Der Qualitätsverlust bei der Umwandlung von Full HD zur PAL DVD ist immens.
1920 x 1080 Bildpunkte sollen anamorph auf 720 x 576 zusammengematscht werden um dann wieder entzerrt im 16:9 Format angezeigt zu werden. Wirklich schlimm. Gruselig.
Direkt aus Kdenlive sah das Ergebnis schwammig aus. Also blieb nur der Umweg über die Kommandozeile.

Um die Zwischenschritte gering zu halten, wird das meiste in der Kommandozeile erledigt:
ffmpeg -i [InputFilmchen.mov] -aspect 16:9 -s 720x576 -vf unsharp=l:5x5:3.0:c:5x5:3.0 -sws_flags lanczos -vcodec ffv1 [Output.mov]

Kurze Erklärung:
-s 720x576 bringt das Bild gleich in das PAL DVD Format ... ja danach ist der Film anamorph und muss entzerrt wiedergegeben werden mit einem PAR Pixel Aspect Ratio von 1,42 ...
-vf unsharp schärft die Kontrastkanten für Luma und Chroma
-sws_flags lanczos bedeutet dass, ein spezieller Skalierungscode genutzt wird der bei der Skalierung nicht gleich wieder das Bild "zermatscht"
-vcodec ffv1 ist ein videocodec der 100% Verlustfrei arbeitet, denn nach dieser Wandlung müssen wir ja noch ein mpg2 (.vob) aus dem Film erstellen

Der so konvertierte Film wird dann in ein PAL DVD Projekt von Kdenlive geladen.
Mit einem Rechtsklick, im Projektinhalt von Kdenlive, auf die Filmeigenschaften wird im letzten Reiter, unter "Erweitert", das Seitenverhältnis von 1,42 erzwungen. Setzt ein Häckchen und gebt den Wert ein.
Kdenlive - Projektinhalt - Rechtsklick auf den "anamorphen Film" - Erweitert - Seitenverhältnis 1,42

Danach könnt ihr den gesamten Film mit den Rendereinstellungen DVD - PAL 16:9 VOB rendern und bekommt eine .vob Datei die im DVD Assistenten weiter verwendet werden kann.

Auf der rechten Seite entstehen so aber 2 Pixel Spalten Breit Pixelfransen, wegen des Zeilensprungs.
Sollte ich hierfür eine Lösung finden, reiche ich sie hier nach. (Irgendwann)

Der gute Ton!
Aeh ja, fast vergessen. Setzt oben folgende Parameter ein, sofern das Video mit Ton ausgespielt wurde und möglichst verlustfrei konvertiert werden soll.
-acodec flac -ab 228k
Das sollte genügen um auch Audiophile Menschen zu überzeugen.

Ein Umweg der sich lohnt.

ffmpeg aktuelle Version und Filter
Bitte beachtet, dass ihr die neuste Version von ffmpeg und die dazu gehörigen Filter Bibliotheken benötigt.
http://wiki.ubuntuusers.de/FFmpeg?highlight=(vive)
http://www.ffmpeg.org/

Quick not Dirty
Für kleinere Projekte die nicht viel Plattenplatz einnehmen sollen, kann man auch prima mpg4 oder h.264 lossless als Codec nutzen um in mehreren Renderings (Zwischenberechnungen) zum Endergebnis zu kommen.

Mit scharfen Grüßen,
yt

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Supi

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