WOW Foren bleiben anonym | Mike Morhaime

Ein offener Brief vom CEO und CoFounder Mike Morhaime an die WoW Community:

Hallo allerseits!

Ich möchte mit euch allen über unseren Wunsch sprechen, die Blizzard-Foren zu einem besseren Ort für Diskussionen über unsere Spiele zu machen. Wir sind kontinuierlich durch euer Feedback gegangen und haben untereinander eure Bedenken bezüglich der Nutzung realer Namen in den Foren besprochen. Wir haben zu diesem Zeitpunkt entschieden, dass es nicht nötig sein wird, reale Namen für das Verfassen von Beiträgen in den offiziellen Blizzard-Foren zu nutzen.

Es ist wichtig anzumerken, dass wir noch immer vorhaben die Foren zu verbessern. Unsere Bemühungen sind zu 100% von dem Verlangen getrieben, unsere Community-Bereiche für unsere Spieler freundlicher zu gestalten und konstruktivere Diskussionen über unsere Spiele zu ermöglichen. Wir halten auch weiterhin an den neuen Foren-Features fest, wie dem positiven und negativen Bewerten von Beiträgen, dem Kenntlichmachen von Beiträgen aufgrund ihrer Bewertung, der verbesserten Suchfunktion und mehr. Wenn wir die neuen StarCraft II-Foren zur Verfügung stellen, die diesen neuen Features beinhalten, werdet ihr Beiträge anstatt mit eurem realen Namen mit eurem Charakternamen + Charaktercode verfassen können. Die ebenfalls mit diesen Features versehenen, verbesserten World of Warcraft-Foren, werden kurz vor der Veröffentlichung von Cataclysm zur Verfügung gestellt und werden ebenfalls nicht die Angabe des realen Namens benötigen.

Ich möchte klar stellen, dass unsere Pläne für die Foren komplett unabhängig von unseren Plänen für das optionale Freundschaftssystem im Spiel sind, das in World of Warcraft bereits live ist und bald auch in StarCraft II zur Verfügung stehen wird. Wir sind der Überzeugung, dass die weitreichende Kommunikationsfunktionalität des Freundschaftssystems, wie der Chat über verschiedene Spiele-Titel oder Realms hinweg, das Battle.net zu einem großartigen Ort für Spieler machen wird, um mit ihren Freunden im wahren Leben und ihrer Familie verbunden zu bleiben, während sie Blizzard-Titel spielen. Natürlich werdet ihr auch weiterhin die Möglichkeit haben, eure Beziehungen auf der anonymen Stufe eures Charakters zu halten, wenn ihr ich euch im Spiel mit anderen Spielern unterhalten wollt. Mit der Zeit werden wir das Freundschaftssystem im Battle.net weiter entwickeln und neue und aufregende Funktionalitäten in unseren Titeln für Spieler hinzufügen, die sich dazu entscheiden, das Feature zu nutzen.

Zum Abschluss möchte ich unterstreichen, dass unsere Beziehung zu der Community uns immer äußerst wichtig war und es auch immer sein wird. Wir glauben felsenfest daran, dass jede Stimme zählt (http://eu.blizzard.com/de-de/company/about/mission.html) und wir schätzen uns glücklich eine Community zu haben, die so leidenschaftlich über unsere Spiele empfindet. Wir werden immer dankbar für das Feedback und die Unterstützung unserer Spieler sein, die immer schon der Schlüssel zu Blizzards Erfolg waren.

Mike Morhaime
CEO & Cofounder
Blizzard Entertainment

Kommentare

nun doch wieder einen schritt zurück..

Auf der einen Seite, denke ich auch, sollten Netznutzer mehr Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen, insbesondere bei öffentliche einsehbaren Foren.
Denn die "Scheinanonymität" birgt ein viel größeres Risiko. Das Risiko eines Sicherheitsgefühls. Firmen, Forenbetreiber und Menschen mit entsprechendem Fachwissen, können auch heute schon Forenbenutzer und auch den einfachen Surfer, in vielen Fällen ohne das Wissen des Nutzers, ausfindig machen.
Ich halte es daher für sinnvoller, gleich mit offenen Karten zu spielen. Ich gehe stark davon aus dass, künftige Generationen mit der Technik , ohnehin, viel unbefangener umgehen und sich im Netz sozialisieren werden.
Hierzu gibt es noch zahlreiche Wenn und Aber, die ich hier nicht ausführen kann.

Ein anderer Teil von mir denkt, die Zeit ist noch nicht reif, es müsste auch andere Wege geben. Es fehlen noch wichtige Schritte, die auch außerhalb des Netzes, getan werden müssen. So zum Beispiel der Respekt vor der Privatsphäre von Menschen die, nicht exponiert im Rampenlicht des öffentlichen Lebens, Rat im Internet suchen.

Denkbar ist, das mit Einführung des neuen Personalausweises, ELENA, der eGK und deMail unsere Bundesregierung Wege beschreitet, späterhin über die EU genau diese Identifizierung im Netz zu erzwingen. Eine so starke Informationsvernetzung in diesen inkompetenten Händen halte ich auch für höchst beunruhigend. Hier regt sich leider viel zu wenig Widerstand.

Ein Computerspiel oder eine Payback Karte, kann ich selbst verantwortlich ablehnen, ohne weitreichende Folgen für mein Leben. Mit meiner Staatsbürgerschaft ist das nicht ganz so einfach.

So denke ich, es ist gut so wie es ist. Es hat sich Widerstand gezeigt. Das ist doch positiv. Viele Menschen denken über Risiken und Vorteile nach, wägen ab und haben sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen. Aus welchen Gründen auch immer, sie haben eine Meinung und diese geäußert. Wenn auch, fast ausnahmslos, anonym.

Deswegen sollte man nicht den Fehler begehen, sie pauschal zu verurteilen - sie hätten etwas, ungesetzliches, unmoralisches oder unbequemes zu verbergen.

Ich bin gespannt, was die Zukunft noch bringt.

Mit offenen Grüßen,
yt

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