Ich bin Real | Battle.net

Offener Brief an Spiegel.de zu dem Artikel: Wie Facebook die Sitten verdirbt
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,705406,00.html

Der Artikel enthält vor allem eine große Unwahrheit. Daraus resultierend eine Reihe folgenschwerer Fehleinschätzungen.
Wahr ist: Kein Spieler wird gezwungen oder genötigt seinen Vor und Nachnamen der Öffentlichkeit Preis zu geben.

Avatar mit Gefuehlen
Auch Magier sind nur Menschen.

Das Forum war stets als optionaler und kostenloser Dienst am Kunden angepriesen worden. Die Teilnahme am Forum ist für das Spielen nicht erforderlich. Alle Dienstleistungen, die eine Kommunikation mit Mitarbeitern erfordert, können per Ingame Ticket oder telefonisch in Anspruch genommen werden.

Auch im Spiel ist die Teilnahme am RealID Freundschaftssystem rein Optional und ist ein Angebot an den selbst verantwortlich handelnden Spieler.

Auch das Gerücht, das nun in vielen Foren kursiert, es gäbe eine Sicherheitslücke seitens Activision/Blizzard, per LUA Script an die RealID zu kommen, ist ganz objektiv gesehen, unsinnig.

Der Ursprungscode war als POC (proof of concept) gedacht, zu Zeigen das per Addon die RealID ausgelesen werden kann.
Dies ist vom Hersteller sogar gewünscht!
Denn es gibt Addons, zur Mitgliederverwaltung, ähnlich einem Terminplaner für Vereine (zB Sportvereine). Diese Addons werden aber nicht von Activision/Blizzard hergestellt und verwaltet, sondern nur als Hilfe für Spieler geduldet. Wer sich ein solches Addon, für das Spiel WOW, aus unsicherer oder unbekannter Quelle aus dem Internet lädt und installiert, handelt selbst verantwortlich. *¹
Ein ähnliches Beispiel ist, Windows zu kaufen und sich Schadcode (zB Keylogger, Viren, Trojaner) selbst aus dem Internet herunter zu laden und auch auszuführen. So bekommt der Benutzer statt eines vermeintlich nützlichen Tools, einen Trojaner oder Virus, kann dafür aber auch nicht Microsoft verantwortlich machen.

Die RealID auszulesen ist also keine Sicherheitslücke, es kann nur eine daraus entstehen wenn der Benutzer nicht umsichtig genug handelt.
[edit]: offizielles Post des CS Forum Representative (DE) zum Thema Addon Exploit RealID:
http://forums.wow-europe.com/thread.html?topicId=13816838578&pageNo=3&si...
[/edit]

Es gibt derzeit keinen Beweis dafür, dass ein Spieler, ohne seine ausdrückliche Zustimmung, der AGBs, EULA und diverser Warnhinweise, ohne sein eigenes zu tun, durch das Battle.net de-anonymisiert werden kann.
Die von Usern oft zitierten "Beweise" werden nicht automatisch deswegen richtig, weil sie nun Massenhaft in Unwissenheit kopiert werden. Wer ein wenig Programmieren kann, kann sich auch die LUA Script Sprache schnell aneignen und erkennen dass dies ein gewolltes Feature sein muss. Denn ohne die ausdrückliche Implementierung, einer solchen Schnittstelle, würde keine Antwort vom Server erscheinen.

Das sind die derzeitigen Fakten, die man sowohl durch aufmerksames Lesen auch im Internet selbst recherchieren kann.

Ein weiterer Punkt, der dieser Diskussion anhaftet, ist der Ruf nach Wahrung der Privatsphäre. Sei es Facebook, Twitter oder WOW-Forum.
Diese Schizophrenie, dass viele Benutzer gern gelesen werden möchte, auf ihre (fälschlich angenommenen) Rechte pochen (zB Recht auf freie Meinungsäusserung in einem kommerziellen Forum), sich im Internet darstellen und exponieren möchten, gleichzeitig aber Anonymität fordern, ist kaum zu Übersehen. Es ist Paradox.
Aber angesichts der rasanten Entwicklung und fehlenden Bildung im Umgang mit den neuen, globalen, stets verfügbaren Medien, nicht verwunderlich.

Das beste was der Netzgemeinde passieren konnte ist diese kontroverse Diskussion die, ausgelöst durch einen Spiele Anbieter der zur Zeit, das breiteste und größte Potential an Mitmenschen anspricht.

Dafür sage ich danke, endlich regt sich etwas in den Köpfen der Menschen. Denn alle Spieler mit denen man in World of Warcraft interagiert, waren und sind real. Auch wenn man ihre Namen nicht immer kennt. Ob es nun der richtige Weg war oder nicht, wird die Zukunft zeigen.

Mit vernetzten Grüßen,
Abelard vom Server Das Syndikat aka Rene Grabow
www.yours-truly.de/Abelard


Weitere Gedanken zum Thema:

Ich bin real, meine Spielfigur "virtuell" ?
Wenn ich jemanden vor meiner Haustür beleidige, ihn zu einem Duell auffordere, kann es unangenehm werden.
Doch auch "virtuell" können Beleidigungen und verbale Tiefschläge, die Immersion eines Fantasy Spiels verlassen. Oft wird die Person hinter der Spielfigur kritisiert, erniedrigt, beleidigt.
Selbst ein schriftlicher Angriff, über den Chat, der die Fähigkeiten oder das Aussehen einer Spielfigur lächerlich macht, kann den Spieler, der sich mit seiner gespielten Figur identifiziert, empfindlich verletzen.

Bei einem Rollenspiel schwindet die Grenze zwischen virtuellen Charakteren und realer Person, anders als bei Spielfiguren die Vorgegeben sind, wie Beispielsweise Mario, PacMan, MaxPayne oder auch Schachfiguren. Auch virtuelle Handlungen, im Spiel, werden von einer realen Person wahrgenommen und haben somit nicht mehr, ausschließlich, auf das Spiel bezogene Konsequenzen.
Dabei spielt die Intention der Beteiligten eine untergeordnete Rolle. Auch wenn der Computer aus ist, das Erlebte bleibt im Gedächtnis. Es löst Gefühle aus, kann erheitern aber auch bis hin zu Depressionen führen.

"Es ist ein Spiel! Ich will doch nur Spielen"
Spielt jeder für sich sein eigenes Spiel, ohne Interaktion mit anderen, benötigt man keinen Verein. Man ist allein verantwortlich, hat keine Mitspieler und auch keine Ressourcen die geteilt werden müssten

In jedem Verein, von dem Angel Verein, Freiwillig Feuerwehr, Fußball Verein, Kegelverein, ... wird der eingetragene Verein, Mitgliedern geführt, dessen Name bekannt ist. Ein Verein hat eine Satzung, einen Vorstand und überall wo es etwas zu gewinnen, zu verlieren oder zu entscheiden gibt, kommt es zu Streitigkeiten.
In jedem der Vereine gibt es auch Verantwortung zu tragen. Wenn niemand diese übernimmt und ihm Vertrauen entgegengebracht wird, ist der Verein zum scheitern verurteilt.
Ein Spiel, dass in Gruppen, paarweise oder sogar hunderte Mitspieler hat, braucht Regeln die verantwortungsvoll umgesetzt werden, sowie Vertrauen in den Spielleiter und Mitspieler die ihr Einverstanden geben, sich an die Regeln zu halten.
Selbst beim Angeln, darf nicht einer alle Fische aus dem Teich ziehen. Er muss den Artbestand schonen, damit jeder der das gleiche Interesse hat auch eine Chance erhält.

In einer anonymen Welt, findet kein soziales Miteinander statt, weil keine Verantwortung übernommen wird.
Ob real oder virtuell, ist eine so unsoziale Welt kein erstrebenswertes Ziel.

"Ich lass mich aber zu nichts zwingen!"
Das spielen Miteinander funktioniert, wenn eine soziale Kultur, durch Selbstkontrolle, eine moralische Grundlage schafft. Wird diese von außerhalb diktiert, entsteht zwangsläufig ein Feindbild. Der Spielleiter wird zur Zielscheibe und muss die aufgestellten Regeln immer wieder gegen Kritik und Unterwanderung verteidigen.
Um die Regeln durch einen Spielleiter zu vertreten werden Sanktionen notwendig. Der Spielleiter muss strafen verhängen dürfen. Gelbe Karten, Rote Karten und auch permanenter Ausschluss. Denn jeder Mensch hat andere Grenzen. Moral ist immer eine Schnittmenge. Wer sich nicht mindestens innerhalb des Rahmens eines Spieles aufhält, spielt nicht das gleiche Spiel und stört die Gemeinschaft.

Selbstbewusstsein fördern, Verantwortung fordern!
Virtuelle Spielfiguren sind nicht für ihre Taten verantwortlich, denn sie haben kein Bewusstsein.
So genannte Nicht Spieler Charaktere, sind virtuelle Spielfiguren. Wir Spieler mit Bewusstsein, haben "Avatare". Auch mit Avatar, ist man für seine Handlungen verantwortlich, genauso, als würden wir heute noch, in den Büschen, Räuber und Gendarm spielen. Nur mit dem Unterschied, dass viele Spieler volljährig sind.

Meine (verkürzte) Meinung und 5 Cent:
In einem Spiel und unter Freunden sind Spitznamen in Ordnung, normal ... auch fremden Gegenüber ist man skeptisch. Veröffentlicht man aber einen Artikel im Internet, sei es auch nur eine Zeile, oder seine Meinung, so sollte man auch zu einen Äußerungen stehen. Auch eine Zeitung nennt mindestens einen Verantwortlichen f[r die Veröffentlichung. Auch mit Pseudonym, ist dann der Chefredakteur, der Erste, der sich die Finger verbrennt. Ein Beitrag von dem man nicht weiß, von wem er stammt, kann genauso gut von Werbefirmen, Politikern oder anderen Lobbyisten "lanciert" worden sein, um eine Firma zu diskreditieren oder ihr eigenes Produkt hervorzuheben. Genauso und wahrscheinlicher ist es aber einfach nur ein gedankenloser Trollversuch, ein wenig "Leben" in ein Forum zu bekommen, weil man sich auf der Arbeit langweilt.
Kein Wunder das solche Menschen nicht gern mit ihrem Namen damit gerade stehen wollen.

Das ganze ID Gedöns muss niemand nutzen und keiner wird gezwungen!
Andere Firmen schreiben ganz offen in ihre AGBs: Adresse und personenbezogene Daten werden innerhalb der eigenen Firma und nur an Partnerunternehmen, aber nicht an Dritte weitergegeben.

Gemerkt?
Noch nie gesehen? Nächste mal "genauer" das kleingedruckte Lesen. Activision Blizzard hat mit offenen Karten, reinen Tisch gemacht. Dafür muss man keinen Applaus spenden, aber die Unterstellungen in den Foren sind ziemlicher Bullshit.

Spielt, aber wenn dann in echt, und so richtig. :-)
Mit vernetzten Grüßen,
yt

*¹ Addons konnten auch zuvor schon erheblichen Schaden anrichten. Das dies nicht passiert ist dem Umstand zu verdanken, dass sie wie OpenSource behandelt werden, und binnen Minuten nach ihrer Veröffentlichung von hunderten, wenn nicht von tausenden Spielern auf Herz und Nieren geprüft. Sollte sich dort Schadcode einschleichen, wäre auf den einschlägigen Seiten die ihren Ruf zu verlieren haben, die Hölle los.

Kommentare

Wie, Du hast Dich nicht vom "Ablehnungs-Hype" anstecken lassen? *g

Ich selbst sehe es wie Du, auch in einer virtuellen Welt sollte man zu dem stehen was man sagt, tut, schreibt. Auch wenn ich, durch die Einzigartigkeit meines Namens im Vergleich zu einem "Michael Müller" leicht aufzustöbern wäre, fürchte ich dies nicht.
Wie Du schon richtig angemerkt hast: Wer sich öffentlich (z.B. in einem Forum) äussert oder agiert, hat sich selbst in diese Öffentlichkeit begeben.

Zudem bin ich sehr gespannt, wieviele Lvl1 Flamer es dann noch geben wird.. ;)

Ich sag nur MIMIMI.. :D

... die Probleme sind nahezu ueberall und fast immer die gleichen.
Eine amerikanische Zeitung scheint auch festen Willens, die Trolle aus zu hungern.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-99-Cent-fuer-Meinungsaeusseru...

Warum aber nun 99Cent und nicht einen symbolischen Dollar?

Mit vernetzten Grüßen,
yt

Ich könnte mir vorstellen, daß ab einem Dollar eine Gebühr/Steuer erhoben wird...^^

Interessanter Gedanke, das könnte tatsächlich so sein.

Mit steuerfreien Grüßen,
yt

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