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Von Nupsis und Service

Seit Wochen vergnügen wir uns damit "Star Trek - The Next Generation" anzuschauen. Die DVD Boxen sind ordentlich, und mehr als "Fernsehqualität" hatte ich davon nicht erwartet. Es ist eine soap opera, mit visionär-pseudo-wissenschaftlichem Hintergrund, im Volksmund auch Science Fiction genannt.

eingerissene DVD

Ganz real jedoch, offenbarte sich mir eine physikalische Anomalie im Bezug auf den Datenträger selbst. Wir kennen die tollen Plastiknupsis, die man mit einem Finger runter drückt, und dann die DVD leicht entnehmen kann. Eventuell kennt nicht jeder die vorgesehene Verfahrensweise, zur ordnungsgemäßen Entnahme des Datenträgers. Viele Menschen brechen die DVDs auch einfach heraus. In meinem Fall half aber auch die Standardprozedur nicht.

eingerissene DVD Detail

Trotz, des Versuchs, der sachgemäßen Entnahme der DVD, brach diese oder war schon gebrochen.
Ein feines Geräusch, knirschenden Kunststoffs, lenkte meine Aufmerksamkeit auf den inneren Ring der DVD.
Die DVD war einfach eingerissen.

Ich wollte die Bruchstelle melden und zwei Fotos (Scans) mit senden. Denn, so dachte ich, ein Verlag sollte daran Interesse haben dass seine Werke den Kunden unbeschadet erreichen. Hier hatte offensichtlich ein Glied aus der Produktion und Qualitätssicherung gepennt.

Ich surfte nach paramount und las dort erstmals das Kleingedruckte. A Viacom Company, Viacom sagte mir gar nichts. Wikipedia half weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Viacom
Zitat: "Im Juli 2008 gewann Viacom eine Gerichtsverhandlung gegen Youtube, in welcher die Gesellschaft die Sehgewohnheiten sämtlicher Youtube Nutzer einforderte."

Die Welt ist so vernetzt, dass ich immer wieder in staunen versetzt werde.
In einem Nebensatz irgendwo glaubte ich dann gelesen zu haben das Viacom einem Herrn Freston gehört, zu dem ich folgendes finden konnte:
Freston is now Chairman of the ONE Campaign, an advocacy organization for global poverty issues that was started by Bono, U2 front man. He serves on the boards of the American Museum of History, DreamWorks Animation, Product (RED), and Emerson College. He also serves as a trustee of the Asia Society where he funded a new department focusing on issues in Afghanistan.
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Freston

Manche Menschen haben es echt drauf. Die schaffen echt was weg, dagegen stinke ich mit meinem WWWürstchen Blog, Haushaltsjob und einer kaputten DVD sowas von ab...
Ehrfurchtsvoll surfte ich weiter auf die deutsche Vertretung paramount.de und hinterließ dort im Kontaktfeld meine Nachricht.


An: Paramount Pictures
Betreff: Anfrage: Sehr geehrtes Paramount Team, ich...

Sehr geehrtes Paramount Team,

ich habe vor kurzer Zeit eine DVD erstanden, die allem Anschein nur von den Halteklammern der Hülle, zerbrochen wurde. Zuerst glaubte ich eine Minderwertige Raubkopie erstanden zu haben, doch im inneren Ring ist Technicolor in der Codierung zu lesen, und so denke ich wird es ein Original sein.

Ich bin ein wenig enttäuscht über diesen Qualitätsmangel und dachte sie seien an einem Feedback interessiert.

Die DVD werde ich wohl nicht mehr abspielen können ohne mein Gerät zu beschädigen.

Ich habe Ihnen "Bilder" im Web bereitgestellt wenn sie sich dass gern mal anschauen möchten.


Gleich am nächsten Werktag bekam ich eine Antwort:


Guten Tag ,

wir werden Ihnen eine Austausch-DVD zusenden.

Mit freundlichen Grüßen

Customer Service
Paramount Home Entertainment


Absender der eMail - paramount at Bertelsmann.
Das ist Service. Unkompliziert und unbürokratisch.

Warum gehören nicht alle Firmen in Deutschland zu Bertelsmann? *hust*

Mit nicht ernst zunehmendem Gruß,
yours truly

Kommentare

lol. War das Zufall oder weißt du, wo ich arbeite? ;)

Und: Das ist die Staffel (sogar die Disc, galube ich) mit meiner Lieblingsfolge - "Tapestry" ("Leben nach dem Tode").

Die Annahme dass ich wusste wo du arbeitest, ist richtig.
Die Tatsache das Viacom seinen Vertrieb in Deutschland über Bertelsmann
abwickelt, war mir jedoch nicht bewusst.
Die nahe liegende These, dass es sich dann um einen Zufall handelt,
hängt unmittelbar von der Definition des Wortes "Zufall" ab.
Menschen benutzen das Wort Zufall häufig dann, wenn die Wahrscheinlichkeit
des Ausgangs eines Ereignisses sehr unwahrscheinlich ist.
Ebenso wird der Zufall in der Umgangssprache dann verwendet,
wenn das Ergebnis des Ereignisses nicht ursächlich zu erklären ist.
Mathematisch gesehen ist Zufall letzterer Definition folgend nicht vorhersehbar,
aber keines der Ergebnisse, zwingender Weise, weniger Häufig als ein anderes.

Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass ein inhaltlicher Berührungspunkt meines
Blogs mit deinem Arbeitgeber, mit dem linearen Verlauf der Zeit,
zunehmend wahrscheinlicher wurde. Bertelsmann ist vielleicht
sogar das größte Medien- und Verlagshaus in Deutschland mit unheimlich vielen
Geschäftsfeldern die sich daraus ergeben.

Zuviel Raumschiff Enterprise macht einen ganz Data im Kopf.

Hm, Data (oder Beitman) würde jetzt sagen, dass es keinen Zufall gibt, sondern dass unser Gehrin versucht, im allgemeinen Wirrwar Muster und Zusammenhänge ausfindig zu machen. Schrödinger zufolge ist hier nur eine Wahrscheinlichkeitswelle kollabiert (jene, die beschreibt, wie dein Blog und mein Arbeitplatz aufeinander treffen), die genausoviel Bedeutung hat wie jede andere auch.

Viacom ist ja zusammen mit Sony BMG das Größte Ärgenis für deutsche youtube-Besucher. Es ist zum Verzweifeln, wieviele Videos man sich nur noch über Proxys anschauen kann, weil sie "not available in your country" sind - und meisten merken wir nichts davon, weil diese Videos aus den Suchergebnissen rausgefiltert werden. Wenn mir meine Freundin aber Links schickt, steht da bestimmt jedes dritte Mal das rote Feld mit der Copyright-Benachrichtigung.

Ah, abgeschweift.

Zuviel Star Trek - oder Data - gibt es gar nicht. (Zur Zeit ist LOST aber viel interessanter. Letzte Staffel!)

Das Ärgernis sind meiner Meinung die Benutzer der Dienste.
Wenn du glaubst, du seist ausschweifend, abschweifend, dann pass mal auf :-)
Der Rene schweift mal aus und ab und dann....
(Die folgende Ausführung ist nur hypothetisch auf unsere Beziehung gemünzt, hat aber ansonsten keinen Bezug zu deiner Person und ich möchte die persönliche Ebene nur Beispielhaft nutzen um die Problemstellung klarer zu umreißen. Also bitte nicht glauben, ich wolle dir etwas unterstellen.)

Wenn etwas offensichtlich erstellt wurde, mit dem Zweck Gewinne durch den Verkauf zu erwirtschaften, ist die Vervielfältigung durch den Käufer in vielen Fällen noch akzeptabel. Wenn es sich dabei nicht grad um Verbrauchsgüter handelt. Also, wenn ich zu Hause die leckeren Bratwürste vom Schlachter einfach kopieren könnte, müsste ich dort nicht mehr einkaufen. Da man sie aber nur einmal Essen kann, lade ich häufig Freunde ein, um an dieser Freude teilzuhaben.

Musik, Filme oder Bücher, die erstellt worden sind, weil Menschen damit ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, zu kopieren und weiter zu geben, nur weil es technisch möglich ist, halte ich in denkbaren, vereinzelten Fällen noch für moralisch vertretbar. Es ändert aber nichts an der Tatsache das es Betrug ist.
Den Wirrwarr um Lizenz und Nutzungsrechte, Superstars mit Millionen auf dem Konto und Musikverlagen die den Zeitgeist verpennen, mal ganz außen vorgelassen und versuchen das Problem genauer zu betrachten:

Ich mache Musik. Ich erstelle Fotos. Ich schreibe Texte.
Es bezahlt niemand.

Wenn ich nun ein Musikstück für dich komponiere, auf deinen Auftrag hin, und du bezahlst meine Arbeit.
Dann gehört das Stück dir. Du kopierst es nun so oft du willst und verkaufst es zu dem Preis den du verlangst.
Ist das Fair? Ja, vielleicht. - Kommt auf den abgeschlossenen Vertrag an. Vielleicht hast du mir ein großes Honorar gezahlt.

Nun komponiere ich Musik, kopiere sie so oft ich will und verkaufe sie zu dem Preis den ich verlange.
Du kaufst dieses Stück einmal von mir persönlich, kopierst es dann so oft du willst, ohne Geld dafür zu nehmen.
Ist das Fair? Ja, vielleicht. - Kommt auf den abgeschlossenen Vertrag an. Vielleicht hast du einmal sehr viel Geld dafür gezahlt.

Nun verkaufe ich ein Musikstück, als mp3 bei Amzon, für 99Cent. Ich habe wochenlang komponiert. Teure Computer Hardware, Musikinstrumente und Software gekauft um dieses Stück zu produzieren.
Du kaufst dieses Stück bei Amazon, für 99Cent, lädst es bei YouTube hoch und Millionen Menschen hören es kostenlos. Ich bekomme keinen einzigen Cent mehr als 99Cent, abzüglich dessen was Amazon davon haben will.
Ist das Fair? - [Ihre Antwort bitte]

Das war ein persönliches Beispiel, wenn auch hypothetisch, weil es noch kein Musikstück von mir bei Amazon zu kaufen gibt. ;-)

Wenn jemand in einem anderen Land, voller Krieg und Armut, Hungersnöten und Leiden, ohne Schulbildung, ohne Wurst auf dem Brot irgendwo in der Welt, mein Lied kopiert, dann soll er das tun. Wenn es ihn für den Moment glücklich macht, freue ich mich. Ich kann und will in fernen Ländern auch gar keinen Einfluss nehmen. Global denken bedeutet nicht zwangsläufig dass ich auch gleich die Welt beherrschen muss. Meine Meinung.

Aber wenn mir hier jemand Grillwürste verkauft, die ich nur einmal Essen kann, aber dennoch bezahlen muss, dann möchte ich von demjenigen auch Geld für meine Musik. Das finde ich Fair.

Das Problem, das ich glaube zu erkennen, sind Menschen, die kein Unrechtsbewusstsein mehr haben.

Sowohl Konsumenten als auch Musikverlage. Würstchen Verkäufer die Ekelfleisch rosig verpacken, als auch jene die glauben, dass 40 Cent für eine Bratwurst immer noch zu teuer ist.

Es gibt dumme Menschen die Dumpingpreise forcieren.
Dumpingpreise führen zu Dumpinglöhne.
Wer Dumpinglöhne bezahlt, bekommt Dumpingarbeit.
Wer Dumpinglöhne bekommt, kann nur noch Dumpingpreise bezahlen.

Abhilfe könnte der Replikator, wie es ihn auf der Enterprise gibt, schaffen.
Das Gemeine ist nur folgendes:
Künstler können ihre Kunst herstellen, und "nicht Künstler" können Kunst kopieren.
Wurstfachverkäufer könnnen Würste herstellen, aber Künstler können Sie nicht kopieren.

Also wer mir die Wurst aufs Brot gönnt, der ärgert sich nicht, dass Künstler Menschen dafür bezahlen, dass sie bei YouTube nach Nutzungsrechtsverletzungen oder Urheberrechtsverletzungen schauen.
Wer Künstler und Kunst respektiert, weil ihm Kunst, Musik, Film und Buch etwas Freude bereitet, sollte die Spirale der "Umsonst und Billig Kultur" durchbrechen und sie zu einer guten Bratwurst einladen. Oder halt den Preis bezahlen.

Und um das klar zu stellen, ich bevorzuge Wurst direkt vom Schlachter.

Man stelle sich vor, Schlachter gäben ihre Wurst an einen Zwischenhändler. Der würde diese an einen Wurstverlag geben um sie dann an den Endkunden zu bringen. Dabei muss neben der Steuer, die dem Allgemeinwohl dient, eine Wurstgebühr für EinGEMAchtes abgeführt werden. Diese Wurstgebühr wird dann, abzüglich des Anteils für die Oberverwaltungswürstchen, umverteilt auf alles Schlachtvieh, mit einem Verteilungsschlüssel so dass die dickste Sau im Land den größten Anteil bekommt.

Ich glaub, ich lagere den Kommentar mal als Artikel aus :)
Ist ein schöner Beitrag zum Start in die Grillsaison.

Herzlichen Gruß Cousine,....
Cousin yt

verzeih' die späte Antwort, die technische Zwischenprüfung hat mich doch etwas mitgenommen.

Nun bin ich doch ein Freund der Kunst - Musik, Theater, Musical, Literatur, und bezahle gern dafür, wenn es mir gefällt. Dieses "wenn es mir gefällt" hört sich vielleicht gedankenlos an, ist es aber nicht. Das Anbieten von "appetizers", sei es Buchausschnitte, 30-Sekunden-Teaser oder Radio-Beiträge, das ist Werbung für ein Produkt (und Kunst ist häufig ein Produkt), was jemanden dazu bewegen soll, es zu kaufen. Und wem es gefällt, der kauft es, um in den vollen Genuß zu kommen - 20€ für ein Album, oder 1oo für ein Musical, oder eben 99 Cent für einen Song. Da stellt ein Künstler etwas Tolles her, und man kauft es.

Klar ist es dann nicht fair, wenn jemand ein Musikstück hochläd und tausende es speichern und anhören, ohne dafür zu bezahlen. Aber Youtube ist keine Seite, wo man Musik herunterladen kann (zumindest nicht als Laie). Wer bitte schön hört denn einen Song bei Youtube, denkt sich "Oh, das mag ich", und sucht von nun an jedes Mal Youtube auf, um diesen Song zu hören? Die Künstler, deren Musik offiziell dort zu hören (und zu sehen) ist, bekommen dadurch eher mehr Zuhörer und Fans, als wenn ihre Musik nur gegen Entgelt zu hören wäre.

Siehe zum Beispiel die Flash Girls (eine nicht gerade bekannte Band), deren Mitglieder manchmal Videos kommentieren, die ihre Songs nutzen, und diese Art von Werbung begrüßen. Da besteht ein Unterschied zwischen "Werbung machen/Werbung wird gemacht" (ob nun offiziell oder inoffizielle Videos) und Diebstahl.

Siehe Dave Evans, der seine Bücher manchmal auf seiner Homepage oder auf Ebay anbietet, signiert, und sich in spezialisierten Buchhandlungen herumtreibt (habe ihn mal getroffen) - und er verkauft seine Bücher demonstrativ günstiger als Amazon, weil auch er lieber der Schlachter mit Direktverkauf ist (um mal deine Analogie zu benutzen).

Ich habe einen Freund, der DJ ist, und Musik recyelt (und dafür auch bezahlt). Seine Musik wird auf Youtube und verwandte Seiten (Vimeo, etc) hochgeladen. Klar ärgert er sich, wenn Leute seine Musik zum Beispiel bei Rapidshare zum Download anbieten. Aber die Werbung, die ein einmaliges Anhören auf Youtube ist - die freut ihn eher. Denn wer Musik öfter und in guter Qualität hören will, der muss sie schon kaufen. Oder Diebstahl begehen. Und diese Art von Gedankenlosigkeit - "es gehört mir, wenn ich es mir irgendwie beschaffen kann" - das führt dann zu der "Umsonst und Billig Kultur": Dumpingkultur.

Kurz gefasst: ich denke (hoffe?), wir sind hier größtenteils einer Meinung. ;)

Lieben Gruß, die Cusine, die gerade Cuba befreit....

Ja, im großen und ganzen sind wir da schon auf einer Linie. Ich kann ja noch ein wenig ausschweife, bin grad in Laune :)

Ich denke mir, Youtube hat seine Akzeptanz sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass es
lange Zeit ohne Werbung aufrecht gehalten wurde. Genauso war es bei der Google
Websuche. Natürlich genügen da nicht Spenden, eine derart gigantische Anlage wie
YouTube und Google zu finanzieren.

Mit ganz wenigen Ausnahmen, wird jeder für die Kostendeckung über Werbefinanzierung
akzeptieren. Mich nervt sie nur.

Ich muss es akzeptieren. Ich verstehe den Sinn.

1. - Werbung kann interessant gestaltet sein.
2. - Werbung kann allen beteiligten nutzen.
3. - Die Arbeit als Werbung Schaffender kann ein interessanter und kreativer Prozess sein.

Für mich sieht die Realität faktisch so aus:
1. - Werbung wird in der Regel für "Sonder-Müll" produziert. Etwas das stinkt und kaum von Wert ist,
die Umwelt belastet.
2. - Werbung ist zu großen Teilen, nervig, fantasielos, wenig ansprechend. Einfach nur visueller Müll.
3. - Zu allem Übel wird Werbung noch durch die Hintertür von Steuern finanziert. Wirtschaftlicher Müll.
4. - Werbeagenturen nutzen und verschleißen Praktikanten, die nicht bezahlt werden. Der Großteil der
Werbeagenturen wäre ohne Praktikanten, die kostenlos Ideen und Arbeitskraft zur
Verfügung stellen, insolvent.
5. - Gute Produkte benötigen kein großes Werbebudget.
6. - Das Internet wird maßlos Überschätzt.*
*Hierzu möchte ich noch in naher Zukunft einen Artikel schreiben. Mal sehen ob ich dazu komme :)

Geräte die am Fernseher montiert Werbung ausblenden, wurden durch Lobby Arbeit soweit aus dem Markt entfernt,
dass praktisch niemand sie mehr kaufen kann.
Apple, Microsoft, Telekom und andere arbeiten mit Hochdruck daran, Produkte zu schaffen, die keine Werbeunterdrückung zulassen.
Und was ich gerade zu pervers finde, ist Guerilla Marketing, bei dem die Zielgruppe nicht einmal erkennen kann, von wem diese ausgeht. Meiner Meinung sollte es eine Kennzeichnungspflicht für Werbung geben. **
**Auch wieder ein Thema für sich...

Und, es leidet der Journalismus unter der Werbung.
Kein Redakteur wird einen "Ottomotor - feindlichen", gut recherchierten, Artikel in eine Zeitung setzen, in der doppelseitige Werbung für mobile zwei Zimmer Wohnungen prangt.
Keine Zeitung kann es sich erlauben, potente Anzeigen Kunden zu verlieren. Also entfernt man wirtschaftskritische Berichte. Kapitalismus in dieser Form, ist eine Diktatur der Wohlhabenden.

Ich setz mal schnell wieder meine faradaysche Mütze auf, sonst geht das ewig so weiter.

Herzlichen Gruß,
cousin yt

Werbung als Müll - da hast du's auf den Kopf getroffen. Nervig, energieaufwendig, ein Kreislauf von: diese Seite muss mehr Geld über Werbung einnehmen/zu wenige Käufer -> Werbung wird gemacht -> der unfreiwillige Werbeempfänger wirft sie weg oder aktiviert Adblock -> Werbung wird aggressiver.

Ich versteh's ja, der Werberückgang führt zum Verschwinden ganzer Arbeitsplätze und Firmen.

Aber was mir außer der von dir schon genannten Guerillawerbung und auch Schleichwerbung Angst macht sind Projekt wie dieses von Steve Jobs von Apple: da wird dem Kunden auf den iPod, das Macbook und andere Produkte Werbung aufgezwungen, auf die er dann auch noch reagieren muss, um die Funktionstüchtigkeit des Geräts zu erhalten. Als Anreiz gibt's dann den mp3-player oder (da die Idee ja an andere Anbieter verkauft werden kann) die PS3 zum halben Preis, und die Option, "werbefreie Zeit" zu kaufen. Stell dir mal vor, du kaufst ein Telefon, und wenn du nicht auf die Taste drückst, die die Werbung dir vorgibt (also den "Test bestehst"), kannst du nicht damit telefonieren.

Und natürlich wird jegliche Reaktion des armen Besitzers gleich weitergeleitet, um die Werbung zu "optimieren".
Das ist eine ganz andere 1984-Dystopia, die sich da anschleicht - Datenbanken, die viel präziser werden.

Grüße,
Cousine Katta,
die jetzt wieder paranoid ist und Proxys aktiviert

Das ist wohl der Preis, den wir für immer "billigere" Produkte zahlen müssen.
Entweder Datenbanken die Kundenwünsche präzisieren,
oder teure "individuelle" Einzelstücke.

Ich persönlich wäre schon damit glücklich zu wissen, wo, was, wann und wie gespeichert und
vor allem weitergegeben wird. Dann kann man auch Einspruch erheben, Löschung fordern oder
sich anderweitig dagegen verweigern.

Schlimm ist es wenn wir nicht erfahren wer unsere Daten sammelt und wofür er sie benutzt.
Wie sagen die Befürworter so schön: "Was wehrst du dich, du hast doch nichts zu verbergen, oder?"
Diesen Satz sollten sie mal auf ihre eigenen Methoden anwenden, und veröffentlichen was sie tun
und zu welchem Zweck.

Auf Billig, wie diese zerbröselnde DVD, könnte ich auch verzichten.

Mit informativen Grüßen,
yt