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Zukunft | Post Privacy Utopie

Zukunft (v.01, post privacy Gedanken)

Ich möchte in einer Welt leben, in der ich meine Daten nicht schützen muss, weil ich keine Diskriminierung oder politische Verfolgung zu befürchten hätte. Ein Welt in der Ideale, Religion, Moral und Sexualität nicht durch bigotte Idiologien zum Psychoterror avancieren.

Ich möchte Morgens, frei von Ängsten und Sorgen den Tag beginnen. Wenn ich Morgens im Bad nackt wäre, müsste das natürlich niemand sehen, aber es dürfte gerne jeder Wissen. Es würde mir nichts ausmachen, weil meine Mitmenschen selbst auch keine Minderwertigkeitskomplexe mehr hätten. Sie würden über keinen anderen Menschen lachen. Sie würden mit mir lachen wenn mein Bauch, von Bier und Brause aufgebläht, mal wieder aussieht als sei ich schwanger.

Wenn ich mir die Zähne putzte, dürfte das auch gern meine Gesundheitsgemeinschaft wissen. Ich möchte eine Gemeinschaft, in der sich Menschen gegenseitig helfen. Zum Beispiel mit einer Erinnerung dass es mal wieder Zeit wäre zu einer kostenfreien zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Ich möchte dazu nicht gezwungen werden. Aber warum sollte ich mich dagegen wehren? Wenn ich nicht das Gefühl hätte, bei Ärzten nur eine CashFlowCow zu sein, die Geld bringt, dann würde ich meine Daten gerne weiter geben. In einer Welt in der sich Menschen helfen, wäre zudem kein Geld mehr notwendig. Die Gesundheitsgemeinschaft, das wäre eine gemeinschaftliche Datenbank, mit Erfahrungswerten, aus der sich alle Ärzte bedienen können um sich fortzubilden. Die elektrische Zahnbürste wäre ein OpenSource Modell und ich könnte die Telemetrie Daten sehen die sie versendet. Es gäbe auch keine geplante Obsoleszenz. Sie wäre leicht zu reinigen, der Akku wäre austauschbar, wenn er dann nach 20 Jahren keine Leistung mehr bringt.

Die Kloschüssel wäre mit Sensoren bestückt, die Hinweise auf Diabetes oder andere Auffälligkeiten anzeigen könnte. Gleich nach der morgendlichen Toilette, würde die Arbeit beginnen. Ich würde lernen und Erfahrungen weitergeben. Über social Medias verbunden, teilten wir schon Morgens unsere Wünsche, Träume und Erfahrungen aus unserer Wohngemeinschaft. Wir würden unseren Körper mit Spielen optimieren. Nur zum Spaß gäbe es Wetten auf unsere Ergebnisse. Natürlich helfen wir uns im Alltag der Zukunft auch gegenseitig, wenn wir mal ein etwas kniffligere Arbeit angehen möchten.

Die Sensoren unserer smarten Kleidung könnten dabei wertvolle Hinweise liefern, für die KI in der globalen Cloud. Wieviel Energie werden wir an diesen Tag benötigen? Das Smartgrid könnte vorausschauend agieren. Wie viel Kalorien verbraucht unser Körper? Ist jemand überanstrengt oder müde? Besteht die Gefahr eines Arbeitsunfalles? Die KI in der Cloud würde stets „Mitdenken“. Wenn wir ein Hochbeet bauen möchten, bekommen wir die Erfahrungswerte unserer Mitmenschen und können aus den möglichen Bauplänen, den für unsere Bedürfnisse passenden, aussuchen.

Auch würden gebrauchte Werkzeuge, die zur Zeit ungenutzt bei unseren Nachbarn und Mitmenschen lagern, per autonomer Lieferdrohne beschafft, noch bevor wir sie tatsächlich in die Hand nehmen wollten. Bei kürzeren Wegstrecken erhielten wir eine Info über den Standort und die Verfügbarkeit. Unser Smatphones wäre das, was Generationen vor uns als „Tricorder“ von der „Enterprise“ her kannten, jedoch hätten wir keine Sorge mehr, unsere Daten allen Menschen frei zur Verfügung zu stellen. Ein Multifunktions Messgerät, dass für uns auch die Bodenqualität überprüfen könnte und mit der hoch aufgelösten Kamera wäre sie in der Lage, Informationen zu den enthaltenen Mikroorganismen zu geben. Natürlich werden in solch einer Utopie auch mögliche Schadstoffe oder fehlende Mineralien aufgelistet, damit die Menschheit entsprechend reagieren könnte. Das Ziel wäre dabei die möglichst gesunde Selbstversorgung. Was wir in unseren Kleingärten anbauen können, muss nicht angeliefert werden und spart Ressourcen und Zeit. Am späteren Tag gäbe es Essen in Gemeinschaft. Der moderne Mensch würde sich per "App" einladen lassen, von anderen Mitmenschen bekocht zu werden. Denn es spart Energie, für mehrere Menschen Essen zu zubereiten. Und es bereitet Freude, Gäste zu haben. So lernt man über eine Mitkochzentrale interessante Menschen kennen. Die KI würde helfen, Geschmack oder Lebensmittelunverträglichkeiten bei den Einladungen zu berücksichtigen.

Es gäbe aber sicherlich auch Tage, da würde ich vielleicht gerne mal allein sein und mein Habitat für mich genießen. Wenn jedne Tag so viele neue Eindrücke und Erfahrungen auf einen einprasseln, benötigt man auch mal Zeit für sich, dies zu verarbeiten. Vielleicht würde ich einen kleinen Bericht wie diesen schreiben oder ich legte mich einfach auf eine Wiese und träumte ein wenig. In meinen Träumen visualisierte ich dann, wie die Menschheit vielleicht in hundert oder tausend Jahre leben würden.

Denn für mich ist es immer wieder eine Freude und total Spannend, mit zu erleben welche Fortschritte wir noch machen werden.