Ich (fremd-)schäme mich immer häufiger für unsere Zivilisation

Für einen Hungerlohn holen Menschen in fernen Ländern toxisches Material zur Rohstoffgewinnung aus der Erde.

Für einen Hungerlohn recyceln Menschen in fernen Ländern toxisches Material.

Für einen Hungerlohn verarbeiten und veredeln Menschen in fernen Ländern die Rohstoffe zu HighTech.

Diese Ausbeutung von Menschen funktioniert selbstredend (nicht nur) nur in Diktaturen, destabilisierten Ländern, Krisenregionen. Aber die Waffen für Diktatoren und Stellvertreterkriege produzieren dann Länder wie zB Deutschland mit Rohstoffen und Elektronik aus den fernen Ländern.

Die Perfektion der Veredelung von Elend, durch Outsourcing von Umweltverschmutzung.

Als ob das noch nicht genug wäre zwingen Knebelverträge zur Abtretung jeglicher Wissensquellen, Literatur, Kunst, Musik, Software, Algorithmen, DNA ... was auch immer Anwälte in jeglicher Form vertragsfest machen können. Was ich damit auszudrücken versuche, ist nur schwer in Worte zu fassen. Patente und Urheberrechte, Markenschutz und Geschmacksmuster sind da nur Stichworte.

Und jeder macht ein klein bisschen mit.
Gewollt, ungewollt, unbewusst, bewusst, zähneknirschend, scheissegal oder mit Freuden.

Da nehm ich mich nicht aus, aber glücklich bin ich damit nicht.

Ich erahne nur, die unzähligen Möglichkeiten, die HighTech uns bieten und wundere mich, warum wir die nicht vernetzten. Sozial vernetzen. Zum Wohle, nicht zum Profit.
Ressourcen könnten eingespart werden, allein durch Vermeidung von Müll mittels Sharing. Es könnte so einfach wie Whatsapp sein.

Man stelle sich vor, Hersteller würden kooperieren. Sicherlich gäbe es noch konkurrierende Systeme. Aber wenn Langlebigkeit und Ressourceneinsparungen mehr Bedeutung hätten als Profit, wäre dann nicht allen geholfen? Bedenkt man nur die Zeitersparnis, wenn Produkte weniger defekte und Bugs aufweisen würden. Wenn die Wahl eines Produktes einfacher wäre. Wenn die Herstellung auf Bedarf geschehen würde.

Warum müssen wir Müllhalde produzieren? Wem nützt das?
Können Algorithmen und Tools uns nicht den Bedarf vorraussagen?
Können wir Lebensmittel Angbote nicht durch Algorithmen frischer, gesünder, logistisch perferkter und günstiger, gerechter Verteilen?

Müssen in der heutigen Zeit immer noch 1,5Tonnen schwere Autos, einzelne Personen ohne Last, auf Kurzstrecken transportieren?

Freiheit ist toll. Auswahl ist toll. Luxus und Bequemlichkeit ist genuss Pur.
Aber könnte das nicht auch, mit der heutigen Technik, funktionieren ohne andere Menschen auszubeuten?

Wenn ich das nicht glauben würde, dass es besser möglich wäre, dann bräuchte ich mich nicht schämen, weil es keine Alternative gäbe.

Weil ich aber glaube, dass es schon heute technisch möglich wäre, die Ausbeutung ferner Länder zu unterlassen, ohne auf unsere Anehmlichkeiten zu verzichten, schäme ich mich. Outsourcing und Ausblendung der Ausbeutung ist meiner Meinung der falsche Weg.

 

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