StarTrek Discovery | Die größte Schande der Sternenflotte

 - SPOILER ALARM -

Lesen Sie diesen Artikel nicht, wenn Sie nicht gespoilert werden wollen.

Lesen Sie diesen Artikel wenn Sie eine Stunde Langeweile und sinnfreie Kriegs-Rethorik vermeiden möchten.

 

Keiner wagt es, die Menschheitsgeschichte weiter zu denken und dies konsequent zu verfilmen. Auch Discovery ist ein hingerotzter Aufguss alter Suppe. Warum?

Es findet keine Entwicklung statt. Man findet alt bekannte Muster, in neuen Farben und jetzt mit viel Lensflare Effekten. Überhaupt besteht die gesamte Serie, angefangen bei den Darstellern bis hin zu den Staubkörnchen im Weltall nur aus Effekthascherei. Augenpulver.

Diskussionsfähige Inhalte die an Science Fiction erinnern sucht man vergeblich. Der Kampf gegen Terroristen, den die US Medien nach Europa brachten, wurde hier als Serie verfilmt. Herzlichen Dank auch. Das Wort Terrorismus wird überstrapaziert. Ein Kampf gegen kriegerische Kulturen wäre sicherlich ein berechtigtes Thema für SciFi und eine Erkundungsmission im Weltraum. Doch gehen wir mal ins Detail.

Letzte Warnung: Es folgt ein Spoiler.


Langeweile in FULL HD

Die ersten beiden Folgen haben eine Spielzeit von gut einer Stunde. In diesen 60 Minuten versuchen, in gefühlt der Hälfte der Zeit, kunterbunte Klingonen sabberfrei, laut und deutlich zu sprechen. Das ist nicht nur langwierig und ermüdend, es ist auch größtenteils überflüssig gewesen, es sei denn man ist noch nie zuvor mit StarTrek in Berührung gekommen. Selbst dann aber, ist es eine schlechte Autorenleistung - die Grundregel für gute Literatur "Show - don´t tell" wurde hier vollständig ignoriert. Die Schauspielerische Leistung alter Next Generation Klingonen wurde hier um mehrere Lichtjahre unterboten. Unter aller Sau.

Die größte Schande der StarFleet

Der Zuschauer nimmt in der filmischen Erzählung den Standpunkt des Allwissenden ein. Er sieht sowohl die Strategie der Klingonen als auch die der Sternenflotte.
Dabei kann man schon mal vergessen, dass ein Sternenflotten Komandant nur erahnen kann, was Klingonen vor haben könnten. Er weiß es nicht. Ein Captain der Sternenflotte muss seine Handlungen vor sich selbst, der Sternenflotte, der Menschheit, den ethischen Leitsätzen rechtfertigen.

In dieser Doppelfolge wird zuerst ein Hausfriedensbruch seitens der Allianz begangen.
Bei einem "Unfall" im Zweikampf wird ein Klingone getötet.
Die Klingonen bereiten sich auf einen Kampf vor, als die Allianz ihre Waffensystem, in Feuerbereitschaft, auf die Klingonen richten.
Der Kampf beginnt mit Truppengleichgewicht.
Nach einem heftigen Gefecht wird eine beidseitige Waffenruhe ausgesprochen.
Während die Klingonen ihre Toten einsammeln, um deren ehrenvollen Übergang ins Totenreich zu zelebrieren, platziert die technologisch unterlegene Allianz eine Bombe in dem Leichnam eines Klingonischen Kriegers. Die Trauer eines Volkes wird dabei ausgenutzt um einen Anschlag zu verüben.

Ich frage mich, wie pervers ist das bitte?
Welcher Drehbuchautor glaubt ernsthaft, ein Vulkanier oder Sternenflottenoffizier würde etwas derart schändliches tun?

Die Protargonisten sind nicht allwissend. Sie dürfen zwar glauben dass die Klingonen einen Hinterhalt planen, sie müssen sich dennoch logisch Konsequent an die gegebenen Fakten, Vorschriften der Sternenflotte und den ethischen Grundsätzen halten. Sonst ist die Geschichte weder glaubwürdig, noch logisch, noch sehenswert.

Schande über die Menschheit.

Diese Doppelfolge hat die Menschheit als größtmöglichen Aggressor dargestellt. Vielleicht war das ja beabsichtigt. Vielleicht wird genau das noch heraus gearbeitet, wie ehrenlos diese Crew gehandelt hat. Vielleicht ist es ein geschickter Schachzug, um eine Analogie zu den Aggressoren auf unserer Welt aufzuzeigen und die Perversion der Kriegsrethorik zu verdeutlichen.
Die Sternenflotte schwafelt hochtrabend von Terrorismus und wird selbst zum niederträchtigsten, verabscheuungswürdigsten Massenmörder.

Abschalten?

Das ist dann aber auch der einzige Grund, um sich die Serie weiter anzugucken. Um zu sehen, ob die Menschheit ihr Fehlverhalten einsieht. Der Rest war eher mittelmaß. Meine Meinung: Schauspielerisch konnte es kein Crewmitglied mit Data, Picard, Spock oder Pille aufnehmen. Nicht einmal an Cpt Kirk kommt einer der Schauspieler heran. Die Serie ist neu und ja, auch die ersten Folgen von Next Generation waren Trashig, schlecht. Ich erinnere da nur an die verstorbene Sicherheitsoffizierin, deren Abgang wirklich ober-trashig war.

Die Synchronisation ist nicht besser als andere Netflix Serien. Man hört alt bekannte Synchronsprecher. Das Original kann aber auch nicht unbedingt als mitreißend bezeichnet werden.

Mein Fazit:

Ich habe nichts anderes erwartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Schade. Viel Geld für altes Säbelrasseln wie es auch in unzähligen anderen Serien gibt.

 

 

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