Bundeswehr als Arbeitgeber beliebt | Konkurrenz erschießen

Die Überschrift war provokativ. Aber die Realität sieht scheisse genug aus.

https://www.heise.de/tp/features/Die-Truppe-waechst-wieder-Bundeswehr-spricht-optimistisch-von-Meilenstein-3804763.html

Der Industriestandort Deutschland ist vermutlich am Ende. Kurz vor Kollaps.
Stahl, Autos, Akkus, Solarzellen, Lebensmittel ... alles wird anderswo günstiger produziert.
Denn ein schlauer deutscher Geschäftsmann, der Profit mehr schätzt, als Idiologie, Patriotismus oder was auch immer, wird logisch, konsequent, im Ausland produzieren.

Es ist günstiger im Ausland zu produzieren.[1] Ich weiß schon ehrlich nicht mehr, wann ich zuletzt einen Elektroartikel in meinem Haushalt gesehen habe, auf dem "Made in Germany" stand. Wenn man mal von meinem KüchenHandMixer absieht der aus dem Jahr 1984 stammt.

Made in Germany | Unkaputtbar
Läuft seit einer kleinen Ewigkeit. Funktioniert.
Made in Germay

Wenn ich nicht in einem Hofladen Biozeugs kaufen würde, kämen wahrscheinlich nicht einmal mehr 50% meiner Lebensmittel aus Deutschland.
Und selbst im Bio Hofladen gibt es Speisen, Gewürze, Obst - aus allen Ländern dieser Erde. Ökobilanz? Besser man fragt bei Papayas nicht danach.

Wenn ich also nur Waren aus dem Ausland kaufe, kann es hier wohl kaum Arbeitsplätze geben, die Waren herstellen. Das erscheint mir nur logisch.

Ein Neffe und eine Nichte, von mir, sind bei der Bundeswehr angestellt. Sie bekommen dort (afaik) eine Ausbildung zum Mechatroniker. Welches private Unternehmen, hat das Kapital und bildet heute noch aus? Denn zu jedem Azubi gehört ein Ausbilder, ein Ausbildungsplatz. Das kostet Geld. O Wunder. Auszubildende sind selten proftitable Angestellte.

Deutschland hat zudem das komplizierteste Steuerrecht. Wir haben Vorschriften noch und nöcher. Dazu kommen die Handwerkskammern, Sozial u. Öko- Abgaben, Furz und Feuerstein. Sich heute Selbständig zu machen gleicht einem Spießrutenlauf. Kleine Handwerks Betriebe (Ein Mann Firmen) müssen eine Abgabe zahlen, wenn sie selbst nicht Ausbilden. Ein Freund hat seinen Betrieb (Fliesenleger) daraufhin geschlossen. Es war der (kleine letzte) Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Aber Frau Bundeskanzler stellt sich hin und lächelt fett. O-Ton: "Deutschland geht es gut, das ist ein Grund zur Freude".
Das dabei der ein oder andere Bürger Wut bekommt, wundert mich nicht.

Das der Arbeitgeber Bundeswehr beliebt ist, mag auch daran liegen, dass er nicht gewinnorientiert handelt. Muss er ja nicht.
Ich weiß aus Erfahrung wie dort gearbeitet und gewirtschaftet wird/wurde. Ich habe dort im Medizinischen VersandLager als Sani gearbeitet. Es war ein lukrativer Job für mich und die Pharma Konzerne. Die Bundeswehr kauft auf Vorrat.

Ich sehe den Arbeitsmarkt in Deutschland und die Entwicklung in der Bundeswehr kritisch. Die Aussichten sind derzeit nicht sehr rosig für kommende Generationen. Hoffen wir dass dort niemand eine Ausbildung sucht, um sich anschließend seiner Konkurrenz zu entledigen oder Wirtschafts & Ressourcenkriege zu führen.

 

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[1] Nachtrag: Oft ist es nicht günstiger im Ausland zu produzieren, es ist nur billger. Mit entsprechenden Qualitätseinbußen.
Aber, der Bürger, der Kunde in Deutschland, wurde dahingehend erzogen. Zu einem kompatiblem Mitglied einer Wegwerfgesellschaft. Nach Möglichkeit soll nichts mehr repariert werden, weil irgendwer sonst einen Wirtschaftswachstumseinbruch befürchtet. Doch Wirtschaftswachstum ist meiner Meinung nicht immer sozial.
Sozial ist nicht was Arbeit schafft. Arbeit macht auch nicht frei. Das ist nur das dumme Geschwätz von Darwinisten.

Die Menschheit ist seit jeher fasziniert von dem Gedanken, sich selbst durch Maschinen zu ersetzen. Daran finde ich an und für sich, nichts verwerflich. Es fehlt nur der Ausgleich. Ich bin der Meinung, die Maschinensteuer wäre sozial. Jeder rationalisiert Arbeitsplatz ist ohne entsprechende Kompensation asozial. So herum wird ein Schuh daraus. Menschen zuerst. Nicht der Profit.


 

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