Merkel und die Ehe für alle

Manchmal wundere ich mich über mich selbst.

Ich teile die Meinung von Frau Merkel nicht. Wahrscheinlich kaum einer ihrer Meinungen.
Ich mag Frau Merkels Politik nicht. Ich mag ihre Partei überhaupt nicht. Auch ihre Parteikollegen sind mir mehrheitlich unsympathisch.
Sogar CDU Wähler sind mir häufig, im Bezug auf politische Themen, fremd und unsympathisch.

Aber wenn Frau Merkel sich der Ehe für alle(s) und jeden nicht in den Weg stellt, obwohl sie anderer Meinung ist, dann, ja gerade dann gebührt ihr doch wohl Respekt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-ja-zur-ehe-fuer-alle-nicht-aus-ueberzeugung-a-1155042.html

Ich kann den Kommentar im Spiegel nicht verstehen.

Klar, politisch war das sicherlich Taktik und Kalkül. Vielleicht sogar kalt berechneter Wahl-Stimmen-Fang.
Aber kann man das mit Sicherheit sagen? Ist es das einzige was man zu Frau Merkel sagen kann? Kalt, hartherzig, berechnend?

Manchmal glaube ich das. Es gab so Momente, da kam sie mir exakt so vor.
Manchmal bin ich mir nicht sicher.

Und dann muss ich mir eingestehen, jemanden seine Meinung absprechen zu wollen - ist politisch unkorrekt.
Seine eigene Meinung hinten anzustellen und einem Mehrheitsbeschluss zu akzeptieren, das ist demokratisch.

Und so wundere ich mich über mich selbst, wenn ich nun sage: In diesem Sinne hat Frau Merkel mal ausnahmsweise etwas richtig gemacht.
Das zweite Mal, nach Fukushima.

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Zu der "Ehe für alle(s)" selbst:

Was ich nicht verstehe - wie kann man Religionsgemeinschaften dazu zwingen, gleichgeschlechtliche Partner zu vermählen?
Was hat das noch mit Glauben und Religion zu tun, wenn man nicht irgendwas verteufeln darf? *duckundwech*
 

 

 

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