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(kostenlose / kostenpflichtige) Antiviren Software | JA oder NEIN

Häufig kommt die Debatte im Netz auf, Antivirensoftware Ja oder Nein.

Meine Erfahrung dazu und warum, meiner Meinung, (derzeit) nicht vollständig auf Antiviren Software verzichtet werden kann:

Szenario:
Stellen wir uns mal vor, in einer Druckerei für T-Shirts, Bücher, Poster oder auch 3D Druck, kommen Kunden mit einem USB Stick, mit ihren eigenen Daten.
Die kann man schwerlich nach Haus schicken und sagen, tut uns leid, PDF, Word, psd oder ähnliches ist uns zu unsicher. Die Druckerei würde ziemlich rasch "pleite" gehen.
Was noch häufiger geschieht, Kunden stellen Anfragen per eMail. Mit Anhang. Dieser Anhang muss geöffnet werden um feststellen zu können, ob es sich um einen Auftrag handelt, einen Kunden. Denn die eMails sind nicht immer Aussagekräftig. Verprellen möchte man keinen Kunden.
Die Druckerei kann auch nicht Microsoft oder Apple verklagen, dass es "Sicherheitslücken" gibt. Auch kann man als "Grafik"-Verarbeitender-Betrieb nicht einfach auf Photoshop verzichten. Das muss schon ein sehr originelles Konzept sein.
Eine kleinere Siebdruckerei, die Öko, Fair und in Handarbeit Qualität liefert, kann sich auch kaum einen vollzeit Admin leisten, der jede Datei von Hand "vorsichtig" ... was soll er machen?

Was würde ich raten?

Denkbar möglich: Dateien werden in einer DMZ (vom internen Netz separierter Rechner), mit Virenscan, geöffnet, konvertiert und auf einen Datei-Server geschoben. Auf diese Weise wäre nur eine Scan Lizenz nötig und alle anderen Rechner wären unbehelligt vom Schlangenöl.

Dieses Szenario ist beliebig übertragbar, auf andere Dienstleistungen und auch auf die externe EMail Kommunikation.
Wobei, eMails werden schon heute von den großen eMail Anbietern gescannt. Daher ist es oftmals unnötig selbige Prozedur daheim zu wiederholen.

Zur Frage Virenscanner ja oder nein?
Meiner Meinung ein klares: Jain.

Denn es kommt darauf an. Im oben genannten Szenario, ein klares Ja. Kunden und Betrieb mit allen vernünftigen Mitteln schützen. Vernünftig bedeutet allerdings auch immer, abzuwägen. zB Aufgaben und Skills der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Nicht selten müssen Menschen ohne "medienkompetenz" im Büro einspringen.

"Bitte schau mal nach ob Kunde xyz schon neue Grafiken per Mail geschickt hat."
Klick - zu spät.

Auf einer privaten Linux Desktop Kiste benötige ich derzeit keinen Virus Scanner im täglichen Leben. Hier ein klares Nein.
Auf einem Windows Rechner, der wie ein öffentlicher Mülleimer, Raststätten Toilette oder Internetcafe genutzt wird, ja, warum nicht? Da genügt dann aber auch ein Einfacher Scanner, der nur Hashes vergleicht. Das kostet wenig Ressourcen und geht schnell.

Bei einem Virus Scanner sollte man sich im Klaren sein - er soll Meldung machen, auch um zu verhindern dass man selbst zur Gefährdung seiner Umwelt wird. Ist der Rechner infiziert, vom Netz trennen. Sofort.

Das externe Backup der Bewegungsdaten bleibt imho oberste Pflicht, auch privat, um im Notfall schnell ein vorherigen Stand wieder herstellen zu können.

Update: Lesenswert dazu - andere Meinungen, gleiches Thema:

http://blog.fefe.de/?ts=a7f4c0ac
https://www.burks.de/burksblog/2017/04/26/schlangenoel-revisited-2