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Tödliches Wissen?

Ich hege ja einige Vorurteile gegen das Patentsystem. Ich bezeichne Patente häufig als Fortschrittsbremse der Menschheit. Softwarepatente oder gar Genpatente lehne ich strikt ab. Doch heute bin ich durch Zufall über ein neues Argument gegen Patente gestolpert.

Wissenschaft funktioniert dann am besten, wenn Wissen geteilt wird. Dann kann Wissen verfiziert werden. Wissen muss überprüft werden, das zeigen auch jüngste Beispiele in der Mathematik, Physik und Astronomie. Die dunkle Materie scheint es nicht zu geben, und in der Formel für den faradeyischen Käfig versteckte sich 50 Jahre lang ein Fehler. Wenn also selbst freies Wissen nicht vor Fehlern sicher ist, wie übel muss es dann sein, wenn Wissen nicht geprüft wird?

In der Wikipedia stolperte ich über folgenden Satz:

Eine Verifizierung ist indes nicht möglich, da die entsprechende Untersuchungsmethode durch ein Patent geschützt wurde.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer#Suizidgefahr

Eine Methode, die Wissen überprüfen kann, wird patentrechtlich geschützt. Wenn es sich dabei nur um ein Smartphone mit abgerundeten Ecken handeln würde, es würde ein müdes Schulterzucken auslösen.

Doch wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, komme ich zu der Meinung, Patente können tödlich sein. Wissen kann tödlich sein, wenn man es nicht teilt.

Ein Freund bekommt Antidepressiva. Da ich neugierig bin und gern verstehen möchte, was das genau bedeutet, warum ein Mensch auf solche Medikamente angewiesen ist, hab ich mich durch die verschiedenen Wikipedia Artikel zu Serotonin, Selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmern, Depressionen und Nebensträngen gelesen. Ein wenig laienhaftes Vorwissen in der Neurobiologie habe ich durch Vorträge zur Neurowissenschaft. Ich höre mir gerne Vorträge an, um zu verstehen wie unser Gehirn funktioniert. Es ist beachtlich was die Wissenschaft heute schon alles weiß, aber auch ebenso überwältigend, was bisher noch niemand mit Sicherheit sagen kann. Doch zurück zum Thema.

Einige Medikamente standen oder stehen unter Verdacht, bei depressiven Menschen die Selbstmordgefahr noch zu erhöhen. Als ob das nicht allein schon schlimm genug wäre, wird die Methode zur Überprüfung durch ein Patent geschützt und so bleibt die Wahrheit unter Verschluss?

Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden. Vielleicht bringe ich, als Laie, einige Sachverhalte durcheinander. Eventuell ist der Wikipedia Artikel missverständlich. Ich schließe einen Fehler meinerseits nicht aus. Ich werde weiter lesen und versuchen zu verstehen.

 

Informationen zu Problemen mit Antidepressiva und Stimmungsaufhellern:

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https://de.wikipedia.org/wiki/Depression
https://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin
https://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
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Gefährliche Glückspillen - Milliardenprofite mit Antidepressiva - ARD Reportage
https://www.youtube.com/watch?v=4Uk4f_hMvT4

https://de.wikipedia.org/wiki/Paroxetin (Paxil)
https://de.wikipedia.org/wiki/Sertralin (Zoloft)
https://de.wikipedia.org/wiki/Fluoxetin (Prozac)

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Tod auf Rezept, 3Sat, vom 22.10.2015
https://www.youtube.com/watch?v=TI5vjnfrwqY

https://de.wikipedia.org/wiki/Benzodiazepine (Diazepam)

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