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Die EU und so ...

Meine Gedanken sind nicht sehr fundiert. Was weiß ich schon. Vielleicht denke ich in einigen Jahren schon wieder anders über viele Dinge. Doch zwei oder drei Gedanken sind mir zum Thema Brexit gekommen, die möchte ich, so lange es noch möglich ist, frei und öffentlich äussern.

Da wurde im Indipendent hübsch bebildert dass, vor allem die Alten ( in anderen Statistiken auch die sozialschwachen) für den Brexit gestimmt hätten. Das Resume las sich in etwa wie folgt: Jetzt müssen die jungen, armen Kinder (so denk doch mal endlich einer an die armen Kinder) mit diesem schlimmen, schlimmen, Brexit leben. Und die jungen leben ja viel länger mit dieser "schlechten" "falschen" Entscheidung.

Link zum Artikel im Independent UK

Meiner Erfahrung nach, gibt es bei jugendlichen etwas, dass ich selbst erfahren habe im Alter von 18 - 25. Ich will es mal das jung und naiv Syndrom nennen. Man denkt man wüsste alles, hätte einen Plan fürs ganze Leben und sei schlauer als der Rest der Menschheit. Vor allem aber geht es einem zu gut. Schule, Studieren, Praktika, Ausbildung, Frieden. Ja, vor allem der Frieden, die Familie, die Sicherheit eines sozialen Netzes, lullert den Jungen Menschen ein. Und die WERBUNG. Die Medien. Das Gelaber. Das hohle, phrasengeschwängerte Geschwätz von Politik und Propagandisten in der freien Presse. Nix wusste ich vom Leben. Die erste Krone, der erste nicht mehr zu rettende Zahn, die Zahnbehandlungskosten, die haben mich ein wenig auf den Boden der Tatsachen geholt.

Wir sind alle sterblich, das Sterben dauert scheiss lange und ist sauteuer. Und die EU hilft dir dabei einen Scheiss. Egal ob du Jung, Alt, Rentner, Krank, Behindert oder Wohlhabend bist. Es gibt immer jemanden in der EU, der trachtet dir nach dem was du locker machen kannst. Auch die letzten paar Piepen, egal wie, du zahlst, bis in den Tod und deine Nachkommen müssen den Sarg bestellen. Weil selbst sterben datailliert geregelt und teuer ist.

Danach fing ich an etwas umzudenken, über Versicherungen, über freie Marktwirtschaft, liberale Marktpolitik und private Vorsorge. Mit 40 denke ich heute nicht mehr positiv über EU Politik, über Politik und die Medien. Es war ein irrglaube, immun zu sein, gegen Propaganda nur weil ich Spiegel, FAZ, ZEIT, Sueddeutsche und Regionalzeitung las. Ich war kein Überflieger - und alle anderen waren auch nicht struntzdumm - es gibt nur einen Mainstream und der transportiert Tonnen an Scheisse.

Nach und nach wurde einem mir klar. Verschwörungstheorien beinhalten oftmals mehr Wahrheiten als ein beliebiges Parteiprogramm.
Ein Beispiel: Nach dem sich das Volk in Deutschland (wenig) erfolgreich gegen "Netzsperren" ausgesprochen hatte, unsere Regierung diese jedoch aufgrund von "nutzlosigkeit" und "zorn des Volkes" temporär ausser Kraft gesetzt hat,  werden diese nun durch die EU durchgesetzt. Deutschland verliert an Souveränität. Volkes Wille zählt nicht mehr. Warum Netzsperren keine gute Idee sind wurde von zahlreichen "Experten" erklärt. Der Missbrauch von Netzsperren wiegt höher als der nahezu nicht vorhande Nutzen.

Ich war auch jung und naiv. Begeistert, begeisterungsfähig und wollte ein Fähnchen hoch halten. Heute denke ich, die Realität holt einen mit dem Alter ein. Es gibt immer jemanden der jünger ist, der cleverer ist, der mehr Einfluss, mehr Beziehungen, mehr Macht, mehr Gier an den Tag legt. Und mit diesem Ehrgeiz kann man anderen das Leben zur Hölle machen. Das ist Wirtschaft, das ist Kapitalismus, das ist es was die EU fördert. Das nennt sich Wettbewerb. Marktwirtschaft. Ein Homo Sapiens Darwinismus - wenn deine Aktien besser performen als meine. Es kann jeder vom Kapitalismus profitieren, aber eben nicht alle. Das hat Volker Pispers in einem seiner Kabaretts treffend formuliert.

Europa ist nicht die EU. Die EU ist nicht Europa. Wir können noch immer alle befreundet sein. Auch mit englischen, türkischen, ukrainischen, russischen, amerikanischen, chinesischen oder israelischen Bürgern kann man befreundet sein. Handel betreiben. Brieffreundschaften führen und sich gegenseitig besuchen. Dafür muss niemand in der EU sein.

Die Anfänge der EU gehen auf die 1950er Jahre zurück, als zunächst sechs Staaten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gründeten. Eine gezielte wirtschaftliche Verflechtung sollte militärische Konflikte für die Zukunft verhindern und durch den größeren Markt das Wirtschaftswachstum beschleunigen und damit den Wohlstand der EU-Bürger steigern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Union

Die EU ist, so meine Sicht der Dinge, ein wirtschaftlich militärisches Zweckbündnis. Mit Frieden und vor allem mit Demokratie verbinde ich die EU nicht mehr. Vielleicht haben andere Menschen ein anderes Bild und engagieren sich auch für ein friedliches Miteinander in der EU. Viele dieser Menschen haben wirklich gutes im Sinn und ihre Arbeit hat auch mir oft mehr genützt als geschadet. Doch für mich sieht es eher nach Ressourcenkrieg aus und einem Bündnis zur Unterbindung von tatsächlich demokratischen Systemen. Ein wiederkehrendes Argument ist, Menschen seien mehrheitlich zu dumm für echte Demokratie. Das mag schon sein, aber dann doch nur weil jene mit den Mitteln und den Möglichkeiten, die Mittel für Bildung krass zurück fahren. Weil nicht genug Lehrer bezahlt werden. Klassen überfüllt werden und Bildungsinhalte verkürzt, verstümmelt, verdummt werden. Weil Menschen in Angst gehalten werden und Angst, das weiß man aus der Neurologie, verhindert effektiv, rationales, logisches Denken.

Die derzeitige EU ist nicht die Stimme für das Volk, sie dient meiner Meinung viel mehr dem Klassenerhalt. Für einen quasi Neo-Feudalismus. Doch ich betone, ich bin kein Feind einer "Europäischen Union". Ich bin nur kein Freund eines von privaten Konzernen, antidemokratischen geführten Europas. Ich bin für eine freie, demokratische, friedliche Union, für Europa und für den Frieden überall auf der Welt.