Sie sind hier

Tief enttäuscht über Kubuntu 16.04

Ich bin sehr enttäuscht von Kubuntu. Seit ca. 10 Jahren nutze ich KDE. Meist als Ubuntu/Kubuntu. Mal mit Debian. Die beste und ausgereifteste KDE Distribution war bisher Linux Mint 17 für mich, die ich auch häufig im Bekanntenkreis empfohlen habe. Aus Kompatibilitätsgründen nutze ich jetzt hauptsächlich Kubuntu 16.04. Einige meiner Probleme sind keine direkten Probleme seitens KDE, einige schon. In jedem Fall bin ich tief traurig über die Entwicklung.  Dinge die ich üblicherweise in wenigen Minuten erledigen konnte wurden mit dem Upgrade zum Problem.

Sowohl der Desktop, der Compositer als auch Programme wie zB Kdenlive bereiten mir Probleme die ich zuvor nicht hatte. Abstürze sind derzeit nicht selten.
Ältere Software die zuvor mit Wine o. POL funktionierte ist nun unbrauchbar. Dazu kommen altlasten die Linux seit Ewigkeiten mit sich schleppt, wie zB Musik machen mit Pulse und Jack, das ist nach wie vor ein Thema mit Bauchschmerzen. Für Einsteiger eine Katastrophe.

Das Breeze Desktop Design ist meiner Meinung eine grobe Fehlentscheidung. Farben können Aufmerksamkeit erzeugen, Abhängigkeiten oder Zugehörigkeit kennzeichnen. Farbe kann vermitteln und Informationen transportieren. Zum Teil wichtige Informationen. Mit dem verschwinden der Farbe wurde dieser Vorteil zerstört. Ich halte das weder für ästhetisch noch für sinnvoll. Vor allem aber nicht für sinnvoll. Eine Benutzeroberfläche soll helfen, die vielen  verschiedenen Aufgaben zu erledigen. Hier jedoch, wird der Benutzer behindert. Vielleicht ist der Designer ja Farbenblind oder es war ein Künstler. Mit Arbeit am Computer hat er jedoch wohl nie was zu tun. Man stelle sich nur mal vor, im Straßenverkehr würde man die Ampeln umbauen auf Graustufen. Das ist offensichtlich eine reine "Geschmacksentscheidung" gewesen. Mit Vernunft und Workflow hat Breeze rein gar nichts zu tun und ist somit ein Fehler.

Und alle GUI Designer sollten sich mal eines hinter die Ohren schreiben: "Ein Desktop PC ist kein Smartphone". Ich kaufe einen Monitor, Maus und Tastatur aus Gründen des Workflows. Da hilft es mir überhaupt nicht, wenn ihr alle Funktionen vor dem Anwender versteckt. Im Gegenteil. Ich habe absichtlich einen großen Monitor! Damit Menues, Paletten und Fenster offen bleiben dürfen!

Ich bin wirklich tief enttäuscht. Die Aktualisierungen haben mich als Multimedia Anwender (Fotografie/Video/Musik) um Jahre zurück geworfen. Nahezu keine Anwendung funktioniert mehr so wie ich es gewohnt war dank eines geänderten Desktop Designs. zB Oxygen und andere Themes sind logischerweise nicht mehr 100% kompatibel.  Einige funktionieren auch einfach gar nicht mehr so wie sie sollten. Kdenlive war eines meiner beliebtesten Tools, im Moment möcht ich (-purge) einfach nur wechseln. Lieber etwas neues lernen als alte Probleme neu durchkauen.

Ich nutze nicht einmal aussergewöhnliche oder aktuelle Hardware. Trotzdem gibt es wieder Probleme. Natürlich kann jedes Problem gelöst werden. Das Desktop Design kann angepasst werden und alles an Linux kann ich neu kompilieren, Config Dateien ändern und Alternativen suchen. Doch diese Probleme gab es in den "älteren" Versionen gar nicht!
Ich verstehe diese Entwicklung nicht und jetzt muss ich mich wieder daran setzen und die vielen kleinen Teilprobleme der neuen Installation ausbügeln. Vor 10 Jahren war das mal interessant, jetzt ist es nur noch nervig, Dinge erneut zu reparieren die zuvor tadellos funktionierten.

Wenn neue Entwicklungen wirklich einen Fortschritt bedeuten würden, ich könnte damit leben. Vielleicht ist ja auch "unter der Haube" Neues vorhanden. Doch es funktioniert häufig für mich als Anwender nicht. Das ist fatal und wird dann auch die Nutzerzahl wieder schmälern. Kubuntu 15.10 und 16.04 sind aus meiner Sicht keine guten, keine stabilen Distributionen. Und ich sehe auch kaum einen Fortschritt der dem Anwender bei seinen Aufgaben wirklich hilft.

 

Update: Der XFCE Desktop von und mit Xubuntu läuft wesentlich stabiler.