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Olympia, Nein Danke.

Ich wohne nicht mehr in Hamburg. Doch ich kann die Bürger Hamburgs sehr gut verstehen. Es gibt viele Gründe, gegen Olympia, in einer Großstadt wie Hamburg.

Die Elbphilharmonie ist ein gutes Beispiel, wie Großprojekte Milliarden verschlingen und die Bürger nicht nur finanziell, sondern auch psychisch, belasten. Es grenzt an Volksverhöhnung, wenn Mieten kaum noch bezahlbar sind, dann aber Milliarden in einen Glaspalast gesteckt werden, deren Eintrittskarten sich kaum jemand wird leisten können.

Oder auch wollen.

Denn längst nicht jeder hat Lust auf Großprojekte, Prunk oder Goldmedallien. Nicht zuletzt deswegen, weil Dopingskandale nicht mehr die Ausnahme sind, sondern vielmehr die Regel. Von allen Seiten nur noch Lügen, Betrug und Skandale. Da vergeht einem wirklich die Lust.

Olympia ist in meinen Augen auch keine Veranstaltung für das Volk. Olympia ist durch und durch, fest in der Hand von Investoren und der Wirtschaft. Werbeträger, Sponsoren, Werbung, Lizenzen. Korruption  vewundert nicht mehr, man wäre überrascht, wenn es nicht die Regel wäre.

Auch kann ich mir lebhaft die bunten Müllberge ausmalen, die eine solche Veranstaltung hinterlässt. Wo bleibt da der sportliche Gedanke bei diesem Konsumfest? Ich weiß es nicht. Ich habe auch kein Verständnis mehr dafür.

Ich bin auch nicht auf der Seite der Sportler, die geblendet von dem schönen Schein ihren Körper ruinieren. Denn ewig lockt das Geld. Der Ruhm, das Rampenlicht. Es tut mir leid, wenn die Leistung Einzelner nicht mehr entsprechend gewürdigt wird. Wer im Sport gut ist, herausragend gut, der hat etwas erreicht, das Anerkennung verdient. Doch wer sich für Volk und Vaterland die Gelenke schon in jungen Jahren versaut und Krankenkassen für sein Hobby missbraucht, den mag ich nicht so richtig bejubeln. 

Sport sollte Spass machen. Doch gewinnen kann bei Olympia nur einer. Die anderen Weinen meist bittere Tränen. Denn die meisten Sportler schaffen es nicht einmal bis Olympia. Dabei sein ist alles, gilt halt nur für die wenigsten. Das ist fies. Fies ist auch, das Paraolympioniken und Olympioniken getrennt werden. Vor allem in den Köpfen der Sponsoren.

Nachdem sich die Massenmedien blöderweise voll auf Olympia in Hamburg eingeschossen hatten, mussten sie im Radio die Kritiker nun noch vor den Kopf stoßen. "Wie kann man nur Olympia in Hamburg abwählen!" - Ja wie kann man nur demokratische Entscheidungen zulassen.  Und noch schlimmer, diese zu akzeptieren scheint bei den Betonköpfen unmöglich.

Olympia ist ein Wirtschaftsevent. Ein Müllproduzierendes, Energiefressendes Monster. Eine Massenveranstaltung. Nicht mein Ding.
Die Erleichterung der Bürger, deren Bedenken nun "erhöhrt" wurden kann ich mitfühlen. Ich freue mich für Hamburg, dass dem Gigantismus mal ein Dämpfer verpasst wurde.

yt