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Angst, Furcht, Schrecken

Ich bin traurig, dass es immer wieder so endlos dumme Menschen gibt, die soviel Leid verursachen. Ich bin traurig, dass trotz all unserer sozialen und geistigen Errungenschaften, der wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften, solch barbarische und feige Attentate gibt.

Ich bin aber auch der Meinung, Angst, Furcht, Schrecken sind gerade deswegen so gefährlich, weil im Moment größer Angst das rationale Denken versagt. So kommt es regelmäßig zu Panik-Aktionen oder blindem Aktionismus der in einer Gewaltspirale endet, in einem Polizei oder gar Militärstaat. Die leidtragenden sind wir alle.

Wer beantwortet die Frage, wie konnte der Konflikt so eskalieren? Wer bemüht sich ein Antwort zu finden, wie ein dauerhafter Frieden in der Welt aussehen könnte? Wer hinterfragt, woher stammen die Waffen? Wieso bemerkten die Geheimdienste trotz Massenüberwachung, Funkzellenabfrage, BigData, Vorratsdatenspeicherung und Videokameras nichts?

Ich wünschte mir mehr Deeskalation. Weniger Waffen, mehr Frieden, weniger Sprengstoff, mehr Verständnis.

Ich bin mir sicher, wer den Weg der Waffen zurückverfolgt, findet die geistigen Brandstifter.

Diese Terroristen, diese Menschen haben keine Steine geworfen, sie haben auch keine Plakate friedlich erhoben und sie haben auch keine Petitionen eingereicht. Sie hatten Maschinengewehre, die nicht zum Sportschießen benutzt werden. Diese Waffen werden hergestellt und verkauft um zu töten. Diese Waffen können nicht in einer Hinterhof Werkstatt gefertigt werden, dass sind Tötungsmaschinen mit Präzision. Die bekommt man nicht im Aldi, nicht über das Internet und auch nicht vom Freund des Schwagers eines Freundes. Und auch die Munition kann man nicht einfach mal so am Kiosk, um die Ecke, kaufen. Es ist nicht naiv zu glauben, man könne Waffenhandel eindämmen. Es ist viel eher naiv zu glauben, es gäbe unendlich viele Waffen und Munition auf der Erde. Richtig ist, es ist viel vorhanden, viel zu viel. Richtig ist aber auch, es wird immer noch hergestellt, verkauft, geliefert, gehandelt. Es wird mit dem Tod ein Geschäft gemacht.

Auch die Fanatisierung geschieht nicht durch Verteilung von Handzetteln. Auch nicht durch Twitter. Dahinter steckt ein System, dahinter stecken Organisationen die genau wissen, wie man Menschen radikalisiert. Die wissen, wie man den Geheimdiensten aus dem Wege geht. Wir brauchen keinen Krieg, wir brauchen konkrete Ermittlungen, wer die Hintermänner sind, wer sie finanziert, wer ihnen Waffen liefert, woher sie das KnowHow haben und wer die Mitläufer radikalisiert. Wir brauchen Journalisten, die mutig diese Fragen stellen.

Die Feigheit des Terrorismus darf uns nicht einschüchtern.

Ich wünschte mir, meine Mitmenschen würden aus ihrer Furcht, aus der Angst und der Schreckensstarre erwachen und mal wieder klar denken. Wir müssen die Kriege beenden, das Gegeneinander und die Ausbeutung.

Ich wünsche den Angehörigen, den Glauben an die Menschheit nicht zu verlieren. Ich wünsche allen Opfern des Terrors, Hoffnung auf Trost und Frieden, die Liebe ihrer Mitmenschen, Anteilnahme und  die Stärke diese Gräueltaten nicht durch weiteres Blutvergießen rächen zu wollen. Ich wünsche den Angehörigen den Mut, sich trotz dieses abscheulichen Verbrechens, ihren Mitmenschen vorurteilsfrei zu begegnen und Demokratie und Freiheit, weiterhin in friedlicher Form zu unterstützen.

Ich bin traurig. Ich wünsche uns allen, mehr denn je, ein friedliches Miteinander.