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Gedanken zu Stromspeicher und eAuto

In einer Diskussion kam der Gedanke auf, ein Theorie, warum kaum jemand in Stromspeicher investieren mag. Das Problem dabei scheint der Kapitalismus zu sein. Der Mensch schaut gerne nur auf die Rendite. Das System, das er scheinbar leicht begreifen kann - auch wenn es ihm schadet.

Wenn erneuerbare Energien und Stromspeicher gleichermaßen ein Erfolg geworden wäre, befände sich der Strompreis vermutlich noch deutlich schneller, im freien Fall, nach unten. Das würde dann aber auch bedeuten dass die Amortisierung und Rendite eines Stromspeichers, PV Anlage oder Windrades sich drastisch verschlechtern würde. Quasi, denn Pauschal trifft das auch nicht auf alle Investitionen zu.

Doch grob gesagt, kann man wohl festhalten, erneuerbare Energien und Stromspeicher sind ein finanzieller Ast, an dem der Investor selbst sägt. So lässt sich wohl vermuten dass, genau aus diesem Grund, eine feste Vergütung seitens des Staates beschlossen wurde.

Parallelen zu dieser Fortschrittsbremse die der Kapitalismus auslöst, gibt es in der Elektromobilität. Es erscheint abstrus unwahrscheinlich, dass es unwirtschaftlich wäre, ein einfaches Vehikel mit eMotor zu konzipieren. Allerdings leuchtet es ein, ein Produkt, dass satte Gewinne erwirtschaftet, für den Hersteller, Verkäufer und die Ersatzteile Industrie, das ist schon etwas komplizierter. Zu wenig Verschleißteile. Zu lange Lebensdauer. Zu wenig Teile insgesamt. Zu wenig Patente und Lizenzen.

In der Rechnung des Kunden taucht auch immer wieder die Akku Miete auf, die den Kunden verwirrt. Fast scheint das Absicht zu sein. Elektroautos bieten derart viele Vorteile für den Käufer, die Umwelt und die Lebensqualität - jeder halbwegs klar denkende Mensch müsste fassungslos an dem Verstand seiner Mitmenschen zweifeln. Denn es gibt nur zwei triftige Gegenargumente. Ladezeit und Preis.

Es gibt viele psychologische Studien über das Kaufverhalten der Menschen. In diesen Studien wird immer wieder betont, dass Umweltaspekte zu abstrakt sind. Der durchschnittliche Mensch hat kein Problem damit FCKW, Methangas oder Benzole in die Umwelt zu blasen, auch wenn er sie direkt einatmen muss. Ebenso spaltet Radioaktivität die Menschheit. Die einen haben eine diffuse Angst und wenig Wissen, die anderen noch weniger Wissen und gar keine Angst, weil sie nicht sehen können was sie gefährdet. Auch Verkehrslärm wird von vielen Bürgern als Belastung genannt, doch niemand wagt den "vermeintlichen" Alleingang, sich selbst an der Lösung des Problems zu beteiligen.

Was dem Fortschritt scheinbar fehlt ist eine Vision, ein Alphatier das diese Vision kommuniziert. Vertrauen schafft und Überzeugungsarbeit leistet. Wären nicht mutige Menschen für eine gute Sache eingetreten, gegen jeden Widerstand, würde noch heute niemand daran zweifeln, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

Doch stattdessen liest man in den Kommentarspalten der Online Journalien Sätze wie:

»Der Verbrennungsmotor hat einen besseren Wirkungsgrad.«, was völliger Unsinn ist.
»ElektroAutos sind zu teuer.«, was auch nicht pauschal stimmt. In der Summe sind die Gesamtkosten über die Lebensdauer, bei ähnlicher Nutzung, bei vielen aktuellen Modellen nahezu identisch.
»Stromspeicher produzieren dann halt giftige Akkus die auf der Müllhalde landen«, als Totschlagargument, das aus Unwissenheit resultiert. Akkus sind viel zu wertvoll und können nahezu zu 100% wiederverwertet werden. Hingegen fossile Rohstoffe lassen sich nur ein einziges Mal verbrennen, für die nächsten Millionen Jahre.

Leider ist der Mensch offensichtlich mehr Gewöhnungstier als Denkmaschine. Er hat sich an den Geruch, an den Lärm und an die Nachteile der fossilen Brennträger gewöhnt. Viele Menschen leiden geradezu darunter, Gewohnheiten abzulegen die sie sich über Jahrzehnte angewöhnt haben. Sie verbinden viele positive Erinnerungen mit Tankstellen, Motoröl, Dieselgeruch, Rauchschwaden, Ruß, Benzindämpfe, Motorengeräusche. Es sind Kindheitserinnerungen die im Alter häufig romantisiert werden. Statt Sprit einzusparen, weniger Emissionen auszustoßen, möchten viele Menschen wieder Oldtimer fahren, deren Umweltbilanz desaströs ist.

Es wäre schade, wenn diese Anachronisten erst sterben müssten um einen Fortschritt für die Menschheit zu ermöglichen.

So komme ich mehr und mehr zu der Meinung, die smarte Elektrifizierung benötigt ein Aushängeschild. Etwas positives. Das Spaß macht. Ein Vorbild. Damit das Rudel endlich mal in die richtige Richtung läuft. Wir brauchen weniger Dystopien und müssten mehr Utopien wagen. Weniger Zynismus. Mehr Mut zum positiven Denken. Freiwillige vor!