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Sturzbetrunken | In der Krise

Es ist ein äußerst schwer zu begreifendes Phänomen, aber rein philosophisch betrachtet sind Dinge die wir wegwerfen, nicht mehr in unserem Besitz. Wenn wir etwas wegwerfen, dann deswegen, weil wir es nicht mehr haben wollen. Auf diese Weise entledigt sich der moderne Mensch dessen, was ihm lästig wird.
Diese Prozedur sollte in der Regel einmalig, und unwiederbringlich sein. Was weg ist, ist weg.
Komplizierter wird dieser "nicht Besitz" mit Geld.

besoffen
Bei dem Versuch unsere Automobilbranche zu retten, bringt unsere Regierung das Fass zum Überlaufen.

Wir können Geld wegwerfen, ausgeben, anzünden oder verschenken.
Doch auch wer kein Geld hat ist nicht mittellos und darf trotzdem mitspielen . Denn Geld ist der Gegenwert unserer materiellen Güter und Arbeitskraft. Viele Menschen geben mehr Geld aus als sie jemals besessen haben oder besitzen werde. Doch auch das ist gängige Praxis. Wir können es sogar wegwerfen, bevor wir es haben.
Am einfachsten ist es, Geld der anderen los zu werden. Man kann Geld leihen, verpfänden, verzocken, spekulieren und erfinden. Es ist möglich immaterielles, also z. B. Visionen oder anderes Geld zu verkaufen.
Wer anfängt anderer Menschen Geld weg zuschmeißen, hat einen unerschöpflichen Vorrat an Geld das nicht vorhanden ist, denn es gibt immer noch jemanden der noch weniger hat.

Also wenn die Menge "G" kleiner als Null ist, beobachten wir eine Tendenz der Menge "G" zur Unendlichkeit.
Zumindest rein subjektiv, aus Sicht des Geldwerfers. Gleich gefolgt von der Beobachtung, dass es immer weniger Energie bedarf, je mehr man weg wirft von dem was man gar nicht hat.

In der Physik gibt es nun ein Energie Erhaltungsgesetz. Diese Formel ist eine der grundlegenden Entdeckungen in unserem wahrnehmbaren Universum.

Dazu Wikipedia:
"Der Energieerhaltungssatz sagt aus, dass die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems sich nicht mit der Zeit ändert. Zwar kann Energie zwischen verschiedenen Energieformen umgewandelt werden, beispielsweise von Bewegungsenergie in Wärme. Es ist jedoch nicht möglich, innerhalb eines abgeschlossenen Systems Energie zu erzeugen oder zu vernichten: Die Energie ist eine Erhaltungsgröße."

Dieses einfach Prinzip lässt sich auch auf die Wirtschaft übertragen. Also eigentlich lässt sich dieses Prinzip auf alles anwenden, auch auf die Volks-, oder Gast- Wirtschaft.

Mal rein hypothetisch, zum Verständnis:
Nehmen wir an eine Kneipe ist unser geschlossenes System. Ein Mann, oder gleichberechtigte Frau vor der Theke bestellt ein Bier und gibt dafür Geld. Der Mann oder laut Gleichstellungsbeauftragte die Bierfachverkäuferin, hinter der Theke nimmt Geld und gibt dafür Bier. Bislang ist nirgends ein Verlust in unserer Gleichung. Nun wird das Bier getrunken und befindet sich anschließend im Gast. Später bringt er etwas davon zwar zur Toilette, aber das ist jetzt nur ein Nebenprodukt dem wir keine Beachtung schenken wollen, ebenso wie auch der Wirt neues Bier angeliefert bekommen muss. Das sind äquivalente Größen die wir gegeneinander kürzen.
Also der Wirt hat Geld, und der Gast ein Bier drin. Stellen Sie sich nun bildlich vor wir wiederholen diesen Vorgang 5 mal am Tag, 7 mal die Woche, und das 3 Jahre lang. Danach sieht auch ein Blinder die Auswirkungen des Energieerhaltungsgesetzes. Der Gast hat ein riesigen Bauch, und der Wirt ist Fett im Geschäft. (Merken wir uns: Mehr Respekt vor Menschen mit Bauch, nennt man Wirtschaftsvermögen.)

Wie wenden wir nun dieses Gesetz an, auf das Geld das wir nicht haben?
CDU und die SPD, haben nun bemerkt dass all das Geld dass aus dem Haushalt geworfen wird, sich nicht verringert. Wo nichts ist, kann man ja auch nichts wegnehmen und wir geben ja gemeinsam an alle, dann ist das ja alles gerecht geteilt. Wir hatten ja nichts. Das hat man schon seit dem 2. Weltkrieg so gesehen und erfand die "freie Marktwirtschaft". Frei deswegen, weil man nicht an reale Güter gebunden ist. Man kann frei erfinden womit man Wirtschaftet.

Doch zurück zur Physik. Unsere Politiker versuchen nun, um die Wirtschaft stabil zu halten, das Energieerhaltungsgesetz zu beachten. Schnallen Sie sich an.

Hilfe für Autobranche
Koalition verspricht Ersatz für Abwrackprämie

"Die "Umweltprämie" wirkt, der Absturz der Autobranche hat sich ihretwegen deutlich verlangsamt - aber was kommt danach? Union und SPD arbeiten an einem Nachfolger für den auslaufenden Abwracker-Bonus. Sie wollen das Pkw-Neugeschäft beleben: durch Steuervergünstigungen für Jahreswagen."

Quelle & Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,644532,00.html

Wir bekommen nun unsere eigenen Autos günstiger wenn wir sie nach einem Jahr verkaufen, um ein neues zu kaufen, weil die Vergünstigungen für den Neuwagenkauf durch die Altwagen Verschrottung unsere Arbeitsplätze und Wirtschaft in Schwierigkeiten bringt? Wie betrunken muss man sein?

Noch ist nicht ganz gewiss wie viele Autos wir kaufen müssen um unsere Wirtschaft zu retten, aber ich rate dringend dazu, jetzt schon mal einen Car-Port zu bauen. Vor allem aber müssen noch bis 2020 sämtliche Benzin betriebenen Autos dem Bürger zugeführt werden, bevor sie dazu verdonnert werden, der Umwelt zu liebe auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Das kann man auch mit Steuervergünstigungen machen, denn ob der Bürger nun Steuern nicht zahlt weil er keine Autos kauft oder zu seinen drei Autos noch zwei kauft die er vergünstigt bekommt, ist innerhalb der geschlossenen Kneipe,.... des geschlossenen Wirtschaftskreislaufes das gleiche. Das weiß der Bürger ja zum Glück schon nach 4 Monaten in der Kneipe nicht mehr, da ist er ja schon längst betrunken und darf auch gar nicht mehr fahren.

Also wenn wir dann mithilfe von Steuervergünstigungen unsere selbst produzierten Autos, vom Staat subventioniert gekauft haben fehlen uns zwar Steuereinnahmen, aber die hätte es ohnehin nie gegeben, die fehlten auch schon zuvor. Also kaufen wir weiter Autos, werfen sie weg, kaufen neue Autos, bis wir keine Steuern mehr bezahlen brauchen oder den Lappen, Löffel ... abgeben.
Wenn der Gast zum Wirt, und oder umgekehrt wird, dann spricht man vom Gastwirt. Und im Moment wirtschaften die Gastwirte in ihre eigene Tasche, trinken Bier und werden fetter. Aber das entspricht nur dem Energieerhaltungsgesetz, wir kennen Merkels Union gar nicht schlank, und selten hat sich die SPD so aufgeblasen wie an diesen heißen Tagen. Unser Wirtschaftsminister kennt sich gut damit aus. Der Erhalt des eigenen Wohlstands durch das Wirtschaften mit nicht selbst erarbeitetem Kapital hat er ja als Qualifikation vorgewiesen um den Job zu bekommen.

[update] Um bei der Wahrheit zu bleiben. Die Posse ist zurueck zu fuehren auf eine wohl unbedachte Aeusserung zweier Politiker aus CDU und SPD. Die Bundesregierung hatte keine tatsaechlichen Plaene diesbezueglich. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich das diese Schnapsidee im naechsten Jahr aufgegriffen wird. [/update]

[update2]
Bundesfinanzhof macht Jahreswagen günstiger

Autos für die Mitarbeiter von Autokonzernen dürften günstiger werden: Der Bundesfinanzhof begrenzte in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil die Besteuerung dieser sogenannten Jahreswagen.

München - Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers sei keine geeignete Grundlage, um den zu versteuernden "geldwerten Vorteil" zu berechnen, heißt es in dem Urteil. Entscheidend sei, zu welchem Preis das Auto von Händlern angeboten wird.
Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,645057,00.html

... naja, die Ueberschrift haette aus der BAMS stammen koennen, aber das geht sicher noch billiger![/update]

Prost.
yours truly

[Update 3] Man beachte das Datum. 2009 schrieb ich diese Posse, Glosse, was auch immer - Essay und es ist einfach nur traurig. Meine orthographie war damals schon schlecht, meine Rechtschreibung hat sich noch immer nicht gebessert. Aus mir wird nie was. Mit Glück ein Künstler. Wahrscheinlicher aber bleibe ich ein unbeachtetes Randgruppenphänomen. Achja, die Autosache. Naja - was soll ich sagen - auf unsere Regierung kann man sich verlassen. Die braucht nicht mal mehr Kabarettisten die sie verulkt. Vermutlich haben Schramm und Pispers deswegen auch aufgegeben. *seufz*