Frieden, Freiheit und ...

Einige Tageszeitungen und Journalien berichteten, dass die Daimler AG ihre Mitarbeiter alle 3 Monate mit einer "Terroristenliste" abgleichen "müssen". Das sei eine Vorgabe der Politik - seitens der EU und USA.

Ich erinnere mich da an den Fall Murat Kurnaz.

Murat Kurnaz (* 19. März 1982 in Bremen) ist ein in Deutschland geborener und aufgewachsener türkischer Staatsbürger, der von Januar 2002 bis August 2006 ohne Anklage im Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base festgehalten wurde.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Murat_Kurnaz

Er ist nicht der Einzige. Kurz vor Weihnachten wurden 5 weitere Guantanamo Bay Gefangene entlassen, die 12 Jahre lang inhaftiert waren und vermutlich auch gefoltert wurden.

Five prisoners held for 12 years in Guantanamo Bay without charge, sent to Kazakhstan for resettlement, US says.

Quelle: http://www.aljazeera.com/news/americas/2014/12/five-more-guantanamo-detainees-freed-2014123153523592667.html

Sind solche Listen wirklich von Nöten? Ist der Abgleich sinnvoll?

Diese Vorgabe durch die Politik, können wir nicht mehr beeinflussen. Der Bürger hat jegliche Kontrolle über die übergeordneten Instanzen verloren. Deutschland ist kein freies Land. Einmal mehr zeigt sich, dass es übergeordnete Instanzen gibt.

Einge Politiker, werden von Aktionären und Lobbyisten beeinflusst. Die Daimler AG ist vermutlich mit eine der einflussreichsten Firmen. Deren Groß-Aktionäre vermutlich bestens Vernetzt sind.

Auch der Konzernbetriebsrat hat mit der Durchleuchtung der Mitarbeiter offenbar kein Problem. Dessen Vorsitzender Jörg Spies sieht in dem Programm sogar "einen Leuchtturm zum Schutz der Beschäftigten". Es dürfe jedoch keinen Zweifel daran geben, dass Gesetze und Vorschriften eingehalten würden.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/daimler-ueberprueft-mitarbeiter-wegen-angst-vor-terror-a-1011135.html


Wo bleibt die Unschuldsvermutung? Ist das Freiheit?

Dabei bezweifle ich in keinster Weise, dass es möglicherweise politisch motivierte "Extremisten" gibt, die aus welchen Gründen auch
immer, der Daimler AG schaden zu fügen möchten oder vielleicht Betriebsmittel für ihre Zwecke verwenden möchten. Ein sehr exponiertes Unternehmen. Das sie sich, ihr Unternehmen, schützen sehe ich alles völlig normal - ja sogar richtig an.
Nur halt die Mittel, der Politik, oder des Unternehmens, halte ich für nicht richtig. 

Wie Gysi schon richtig anmerkte - so einige (ehemalige) Politiker, deutsche wie amerikanische, erfüllen alle, auch juristische, Merkmale
der Definition eines Terroristen.

Ich würde es eher begrüßen, wenn Konzerne mal etwas mehr Sinn in der Gesellschaft stiften würden. Wenn die Ursache des Terrorismus, die Ursache der Gewalt angegangen würde. Wenn Hightech Nobelkarossen durch Elendsviertel fahren ... schafft so etwas Frieden? Auch die Rüstungssparte der Daimler AG, schafft sie Frieden und Freiheit?

Wäre es nicht an der Zeit, etwas gegen Elend und Neid zu tun?

Der Einwand, die Politik sei schuld - dass ist mir irgendwie zu einfach. Da sitzen wir wohl eher alle in einem Boot und müssen uns an
die eigene Nase fassen. Mit meiner Kritik sitze ich, als Smartfahrer und Wohlstandsmensch, im Glashaus. Doch ich habe Hoffnung auf Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit. 

Mit freundlichen Grüßen,
yt
 

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