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Rutsch mir den Buckel runter 2014

»Hab ich doch gesagt.«
»Wusste ich schon längst.«
»Das war doch klar.«
»Das war schon immer so.«
»Da machste nix dran.«

Es spielt keine Rolle welches Hobby, welchen Beruf oder welcher sonstigen Tätigkeit der Mensch nachgeht. Überall auf der Welt, in jedem Winkel, in jedem Dorf leben Menschen und machen Fehler.

  • Plötzlich war da T-Shirt in der Tomatensauce.
  • Die Fliesen auf dem Fußboden trafen das Weinglas mit voller Wucht.
  • Der gegnerische Verkehrsteilnehmer konnte das Stoppschild nicht sehen, weil es um 90 Grad gedreht aufgestellt war.
  • Unsere Terroristen wissen noch immer nicht, dass Überwachung eigentlich abschreckend sein sollte.

Wo viele Menschen zusammen leben, werden viele Fehler gemacht. In Berlin leben offensichtlich die meisten Menschen, gefolgt von Hamburg und dem Süden Deutschlands. Politisch, Religiös oder auch ganz weltlich – nichts ist dem Menschen zu dumm um es nicht selbst mal aus zu probieren.

Egal welch gifitge Substanzen, im Verlaufe von Jahrmillionen Jahren, durch das evolutionäre Terraforming im Boden eingelagert wurden, der Mensch buddelt alles aus. Er presst und bohrt, bis frische Luft zum Verkaufsschlager wird. Und ich prophezeie, unverschmutzte Atemluft wird eine begehrenswerteste Ressource des kommenden Jahrhunderts.

Den Menschen stört es auch nicht, dass er bei seinem Unsinn beobachtet wird. Statdessen erfindet er ständig neue Formen, Schwachsinn an seine Umwelt zu kommunizieren. Radio, Fernsehen, Internet, Selfies. Je breiter das Publikum, je präziser die Information desto magerer der Erkenntnisgewinn.

»Das machen doch alle.«
»Das war schon immer so.«
»Wenn ich es nicht mach, macht es jemand anderes.«

Warum haben wir eigentlich eine Kultur geschaffen, in dem Dummheit Applaus und Aufmerksamkeit bekommt? Wo Zivilcourage, Naturverbundenheit, Menschlichkeit und Würde, wie stinkender Fisch, nur in den Lokalteil einer Zeitung kommt?

Wo »Aus aller Welt« findet sich der Journalismus der Menschen dazu animiert sich füreinander einzusetzen? Der Teamwork und Nachbarschaft fördert?

Vielleicht liegt es nur an meiner Wahrnehmung? An meiner pessimistischen Sichtweise?

Es gibt so viele Themen, soviel was im Argen liegt. So viele so offensichtliche Dummheiten, ich sah mich außerstande darüber zu schreiben. Denn jedes Thema hat Aufmerksamkeit verdient und nicht nur eine flüchtige polemische Zeile.

Und jedes Thema ist auch Schnittmenge eines weiteren Themas, dass mindestens die gleiche Aufmerksamkeit verdient hat. Eine Umwelt voller Probleme und Sorgen – wer soll sich die alle aufbürden? Und zu jedem Thema gibt es ja bereits auch wieder Aktivisten, denen man sich anschließen könnte. Gegen Fracking. Gegen TTIP. Gegen Massentierhaltung. Gegen Überwachung.

Das gibt mir das Gefühl, ich müsste ständig »Gegen« irgendwas oder jemanden sein. Ich will aber gar nicht »Gegen« sein. Rutsch mir doch was den Buckel runter. Ich bin nicht GEGEN Umwelt, GEGEN MENSCH. Ich bin für Mensch. Umwelt und Natur. An erster Stelle für Mensch, mit Mensch, miteinander. Gemeinsam für Umwelt, Stadt, Land, Fluss. Und auch für Tier, Nutztier, Haustier und vor allem für freie Wildtiere.

Ich bin dafür. Für 2015. Für Leben und ein Recht darauf.

Ohne Angst, Terror, Gewalt, Mediengewalt, Nachrichtenterror, Propaganda und Intrigen.

Für mehr Liebe.