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Thripse, kleine Schädlinge | Ist Seife die Geheimwaffe?

Die kleinen Schädline sind nicht nur eine Gefahr für die Pflanzen, sondern auch für TFT Monitore und andere Geräte!

Hört sich fast unglaublich an, oder? Ist aber keine Meldung des Postillions.

Unser Ficus Benjamini hat Thripse. Das sind kleine Fransenflügler die sich selbst ohne Geschlechtsverkehr fortpflanzen können. Aus diesem Grund genügt schon eine Thripse um innerhalb weniger Wochen einen Pflanze halb aufzufressen... (Ähnlich gefährlich wie Tribbles, aber nicht so niedlich.) Man sieht sie kaum weil sie sehr klein sind. So klein, dass sie zwischen die Folien der TFT Monitore krabbeln können, um dort als hässlicher kleiner schwarze Punkt / länglicher Strich versterben.

Thripse, Tripse, Trippse - auf dem Fikus, Ficus Benjamini ... Gummibaum ...
Eine Thripse hat dieses Blatt schon fast leer gesaugt. Jeder dunkle Punkt ist eine Biss-Wunde.
Die hellen Flecken entstehen durch das Aussaugen der Flüssigkeit.

Hier Infos zu diesen fiesen Viechern: http://de.wikipedia.org/wiki/Fransenflügler

Wir sind jetzt in der Entscheidungsfindung, wie wir unseren kleinen (1,90m) Baum retten können. (und unsere Monitore :D) http://de.wikipedia.org/wiki/Ficus_benjamina

Es gibt Insektizide, die aber auch starke Nervengift sind. In der Wohnung möchte ich sowas nicht versprühen. Draussen in der Natur kann ich es aber auch nicht versprühen, weil es ein extrem starkes Bienengift ist. Da hab ich dann Sorge um die kleinen Freunde.

Zwei Mittel hab ich gefunden, die funktionieren mit Neonicotinoiden. Ein extrem starkes Bienengift. Das möchte ich nicht nutzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neonicotinoide

Eines hab ich gesehen von Neudorff mit Pyrethrine, das scheint nicht so ein Bienenkiller, dafür aber für Menschen nicht gesund. Also das find ich auch nicht so toll.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrethrine

Das abwaschen/abspülen mit Spülmittel ist bei der Größe des Benjamini nicht so richtig pralle. Der Topf mit Erde ist unheimlich schwer und der Baum sehr groß.

Ich hab in Diaspora gefragt und weitergesucht. Dann stieß ich auf Neemöl, oder auch Niembaum Öl genannt. Das ist zwar ein Naturprodukt, aber für den Menschen auch nicht ungiftig. Das Neemöl muss auch mehrere Tage hintereinander auf den Baum aufgesprüht werden. Das Öl würde ich als nächste Mittel einsetzen, wenn die super Geheimwaffe nicht funktioniert.

Die GEHEIMWAFFE gegen Thripse?

Ein User auf Diaspora empfahl Kaliseife. Also las ich mir in Wikipedia und auf anderen Seiten alles wissenswerte dazu an. Und siehe da. Es gibt sogar mehrere kommerzielle Produkte gegen Schädlinge die auf Kaliseife basieren. Auch andere Internetseiten berichten von guten Erfolgen mit Kaliseife. Man kann die Lösung selber anmischen. Es gibt auch Rezepte mit dem Zusatz von Alkohol. Ich werde es ersteinmal nur mit Kaliseife probieren.

  • Es ist nützlingsschonend
  • nicht gefährlich für Bienen 
  • Keine Wartezeit
  • Auch geeignet für Gemüse im Freiland und unter Glas, Zierpflanzen im Haus oder draußen
  • Für den Menschen sehr harmlos (trinken sollte man es nicht)

Die Pflanzenblätter müssen von oben und unten tropfnass eingesprüht werden. Nach dem abtrocknen hat die Kaliseife keine Wirkung mehr.  Mindestens 4 Tage einmal am Tag die Pflanze behandeln, denn die Tripse legen Eier die nach ca 2-4 Tagen schlüpfen.

Ich werde dies nun ausprobieren und berichten.

 

[Update] - Die Thripse sind weg, der Baum hat keinen weiteren Schaden genommen. Im Gegenteil. Da bei uns die Luft im Haus etwas trocken ist, tat ihm das absprühen ganz gut.

Erster Tag: Baum von Spitze bis unterstes Blatt, alle Blätter von oben und unten mit der Kaliseifen/Wasser Mischung eingesprüht. Ich habe wegen des Mischungsverhältnis eine fertige Mischung gekauft. Ich war mir unsicher, welchem Rat, welches Mischungsverhältnis benötigt wird.

Zweiter Tag: Erneut eingesprüht, so dass die Blätter tropfnass waren. Vorsicht! Der Fussboden sollte großflächig drumherum frei sein, so dass die Seife dort hintropfen darf.

Dritter Tag: Nur mit Wasser besprüht. Aber ordentlich von oben bis unten.

Vierter Tag: Erneut mit Seife eingesprüht.

Fünfter Tag: Mit Wasser besprüht.

Sechter Tag Ruhe. Siebter Tag, wieder mit Wasser.

Wir haben dann unregelmäßig noch ein paar Mal Wasser gesprüht um auch die Seife wieder herunter zu waschen.
Der Benjamini sieht wieder gesund aus. Schädlinge haben wir keine mehr gefunden. Ich bin zufrieden.

Mit grünen Grüßen,
yt