Sie sind hier

Kinder und Kleinkinder gehören nicht zur Bevölkerung | Fukushima

 

Gestern ist mir eine Nachricht im Radio untergekommen, die ist so unglaublich, dass ich sie hier gern mal kommentieren, festhalten und wiedergeben möchte.


Wien: Kein erhöhtes Krebsrisiko in Japan

Die Nachricht lautet wie folgt:

Kein erhöhtes Krebsrisiko in Japan

Wien : Der Atomunfall von #Fukushima in Japan hat nach UN-Einschätzung das Krebsrisiko für die Bevölkerung nicht erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt das Komitee der Vereinten Nationen für die Folgen von Strahlung in seinem Abschlussbericht. Entscheidend sei die schnelle Evakuierung der Region rund um das havarierte Atomkraftwerk gewesen. Ohne die Maßnahme wäre die Dosis für die Bevölkerung zehnfach höher gewesen, heißt es in dem Bericht. 80 Experten aus 18 Ländern hatten das Risiko für Schilddrüsenkrebs, Brustkrebs, Leukämie und Geburtsmissbildungen in Japan untersucht.| 02.04.2014 12:45 Uhr

 


Ein Beispiel einer weiteren Beruhigungspille findet sich in der russischen Ria Novosti wieder. Auch hier wird die Meinung der UNSCEAR recht unkritisch übernommen. Panorama - Kein erhöhtes Krebs-Risiko nach Fukushima - UN-Bericht

 


Bei solchen Meldungen, geht bei mir die Hutschnur hoch.

Ich persönlich denke ja, der Atomunfall von Fukushima ist noch gar nicht vorbei. Noch gelangt verstrahltes Wasser in das Meer und noch immer besteht eine Gefahr für die Mitarbeiter, Mensch, Tier und Umwelt. Es scheint mir offensichtlich ein inszenierte Lüge zu sein, durch verschweigen wichtiger Informationen.

Natürlich hat Journalismus die Aufgabe zu informieren und dabei nicht Meinung und Meldung zu vermischen, aber sie dürfen über verschiedene Meinugen berichten. Der Beitrag hat also informiert, welche Propaganda die UN Expertenkommission verbreitet. Doch ich hätte sehr wohl im gleichen Beitrag eine zweite Meinung, von anderer Stelle  erwartet.

Also habe ich mich einmal umgeschaut. Verschiedene Artikel zusammengetragen.


Auf NTV habe ich einen Bericht gefunden, der die Ärzteorganisation #IPPNW zu Wort kommen lässt. NTV ist nun alles andere als ein Öko-Extremisten Sender - Der erstaunliche Bericht der UN zu Fukushima

 


Eine pikant zynische Aussage findet sich auch in einem kritischeren Artikel der Taz - Jede Strahlenerhöhung hat Folgen:

In dem Bericht heißt es nun dazu: Die erhöhte Rate von Zysten, Knoten und Krebsfällen sei „zu erwarten gewesen, wegen der hohen Effizienz der Untersuchungsmethode“.

Gleichzeitig räumen die UN-Experten aber ein, dass „ein erhöhtes Risiko vor allem für Schilddrüsenkrebs bei Kleinkindern und Kindern angenommen werden kann“.

 

Demnach gehören für die UN Experten Kinder und Kleinkinder wohl nicht zur Bevölkerung? Oder wie soll der Leser diese Nachricht interpretieren?


Deutlich detaillierter setzt sich ein Artikel in "Die Zeit" mit dem Thema auseinander und schreibt dennoch verhältnismäßig wohlwollend gegenüber dem UN Bericht:

UN-Mediziner erwarten kaum mehr Krebsfälle nach Fukushima

Es ist zu früh, das Krebsrisiko für Kinder abzuschätzen.

Tatsächlich wurden Auffälligkeiten an der Schilddrüse einiger Kinder entdeckt. Ob daraus Krebs entsteht und diese Veränderungen wirklich häufiger auftreten als vor dem GAU können aber erst Langzeitstudien zeigen.

und weiter heisst es in dem Artikel.

Es dauert mindestens fünf Jahre, ehe sich durch radioaktiven Fallout ausgelöster Schilddrüsenkrebs zeigt.

 


Der IPPNW¹ findet indes deutliche Worte für den UN Bericht.

¹Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)

Vertuschung von gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe

http://www.ippnw.de/startseite/artikel/f7d6f68152/vertuschung-von-gesundheitlichen-fol.html

Bei 47 % der untersuchten Kinder in der Präfektur Fukushima wurden Knoten und -zysten gefunden. Bei 33 Kindern stellten die Ärzte jetzt schon Schilddrüsenkrebs fest und mussten die Schilddrüse operativ entfernen, 42 weiteren Kindern mit akutem Krebsverdacht steht eine solche Operation noch bevor. Diese Zahlen entsprechen einer Häufigkeit von 13,0 pro 100.000 Kindern. Vor Fukushima lag die jährliche Zahl der Neuerkrankungen in Japan bei nur 0,35 pro 100.000 Kindern. Die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle in Fukushima sind somit besorgniserregend hoch.


Ich denke, letzteres sind die Fakten. Und hinter den Zahlen steht jeweils ein verpfuschtes Leben, dass die Nuklearenergie Befürworter nicht sehen wollen. Ich bin entsetzt über diese Propaganda, die vermutlich nur den einen Zweck haben kann, den Ausstieg aus der Kernenergie zu stoppen.