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Kdenlive macht m4v klitzeklein | Video Kompression für Smartphones

Kleine Filmchen an das iPhone per eMail? Geht das mit kdenlive? Klar geht das, und das tolle daran, es geht richtig dolle klein. Das spart dem Empänger Bandbreite, Nerven, Zeit und evtl. sogar Geld. Denn kleine Dateigrößen flutschen besser durch das Netz. Den richtigen Kompromiss zu finden, ist dabei nicht so leicht. Es soll erkennbar bleiben, was zu sehen sein soll, und hörbar, was verständlich sein muss. Wenn Größe mehr zählt, als Qualität, dann habe ich hier folgende Tips auf Lager.

s=320x240 aspect=%dar progressive=1 acodec=aac ab=64k vcodec=libx264 vb=160kflags=+loop cmp=+chroma partitions=+parti8x8+parti4x4+partp8x8+partb8x8 me_method=umh subq=5 me_range=16 g=250 keyint_min=25 sc_threshold=50 i_qfactor=0.61 qcomp=0.6 qmin=12 qmax=71 qdiff=4 directpred=1 trellis=1 coder=0 bf=0 refs=1 flags2=-wpred-dct8x8 level=13 maxrate=160k bufsize=512k wpredp=0 bt=128k pass=%passes

 

Stellschraube Nr. 1

ab=64k

bedeutet 64kbps für die Audio Kompression. Das klingt schon sehr nach altem Telefon, doch wer noch weniger Ansprüche an den Ton legt, weil zB nur wenig gesprochen wird in den Video oder es ausschließlich aus Lärm, Windgeräuschen oder Rauschen besteht, der kann auch auf 32k reduzieren. Der Gewinn, bei der Reduzierung von 64k zu 32k, liegt dabei allerdings nur bei ein paar mageren Kilobyte pro Minute, während die Qualität hörbar leidet. Doch der Unterschied von Beispielsweise 256k zu 96k macht sich schon deutlich in der Dateigröße bemerkbar.

Werte zum ausprobieren (gruselig) 32, 48, 56, 64, 96, 128, 160, 192, 256 (beinahe CD Qualität)

 

Stellschraube Nr. 2

vb=160k

Die Videobitrate, hier als variable Bitrate ist eine der wirkungsvollsten Stellschrauben. Sie gibt die durchschnittlich zu verwendende Bitrate für das Video an. Je kleiner die Zahl, desto geringer die endgültige Größe der Datei. Mit dem Vorbehalt, dass die iFrames nicht zu groß sind.  Bei einer sehr geringen Video Bitrate kommt es bei häufiger und starken Bewegungen zu sehr unscharfen Bereichen. Mit dem Stativ aufgenommene Szenen können aber auch mit sehr geringer Bitrate auskommen und trotzdem Schrift und Bild erkennbar wiedergeben.

Werte zum ausprobieren (gruselig) 60, 90, 120, 250, 500, 700, 960 (iphone, ipad)

 

Stellschraube Nr. 3

Je nach Video Inhalt hilft es dem Codec ein paar Einschränkungen mit auf den Weg zu geben. Dies ist auch eine sehr mächtige Stellschraube um die Dateigröße zu beeinflussen. Natürlich immer mit einbußen in der Qualität.

qmin=12 qmax=71

Je größer die Spreizung der Werte, desto mehr Spielraum bekommt der Codec zur Optimierung.

Je größer der Wert für qmin, desto schlechter die Qualität.

Je kleiner der Wert für qmax, desto besser wird die Qualität, des schlechtesten Bereiches.

Unter vorbehalt der Durchschnittlichen Qualtiät die durch andere Parameter begrenzt wird.

Werte zum ausprobieren (gruselig) 39 / 81, 29 / 81, 19 / 71, 12 / 61, 10 / 51, 9 / 61, 4 / 41 (gut , sehr gut)

 

 

Es versteht sich von selbst, gruselig ist kaum zu gebrauchen, produziert jedoch sehr geringe Dateigrößen. Bei sehr wenig veränderung in Bild und Ton, kann sogar ein brauchbares Ergebnis zustande kommen. Gute oder Sehr gute Ergegbnisse, verbrauchen sehr viel Platz im eMail Postfach, oder auf dem Speichermedium.

 

Es ist durchaus möglich die Dateigröße stark zu reduzieren, ohne den Informationsgehalt völlig zu zerstören. Die neuen Codecs und Tools helfen dem Benutzer, weitesgehend die Optimierung ab zu nehmen. Dabei kann ein Codec jedoch nicht unterscheiden, was der Benutzer tatsächlich als sinnvoll erachtet.  Wer lange Filme per eMail verschicken will, sollte unbedingt an den Empfänger denken. Eine gute Lösung ist auch, das Video bei YouTube hochzuladen, es mit einem Passwortschutz zu versehen und nur den Link zu versenden. Das ist in jedem Falle einfacher.

Problematisch ist es jedoch,  wenn der Empfänger kein Zugang zu YouTube besitzt, weil zB YT im Firmennetzwerk, Arbeitsplatz oder im Ausland gesperrt ist.

Das Einstellung des 2. Pass Encoding in Kdenlive hilft dann letzendlich noch, ein klein wenig die Bitrate zu optmieren und die Kompression erhöhen. Das macht sich idr nur in der Dateigröße bemerkbar und nur selten sichtbar für den Benutzer.

 

Weitere Tips:

Zu Anfang dieser Experimente kann es sinnvoll sein eine höhere Auflösung zu wählen. Dabei werden die verschiedenen Auswirkungen auf die jeweiligen Bildinhalte deutlicher sichtbar.

Zum Beispiel s=640x480 statt s=320x240

 

Die Dateiendung .m4v kann, falls nötig, auch auf .mov umbenannt werden. Das kann bei einigen Benutzern hilfreich sein, damit die richtige Anwendung gestartet wird. Es kann aber auch zu Verwirrungen führen, bzw genau das Gegenteil bewirken. Kaputt machen kann man dabei nichts, im schlimmsten Fall nennt die Datei wieder um in .m4v

 

Buffersize sollte ein Vielfaches von (vb + ab) sein und maxrate ein Teiler oder gleich des Buffersize.

Für den iPod oder kleinere Geräte sollten folgende Werte nicht überschritten werden: maxrate=3000k bufsize=768k bt=256k

Der letzte Wert, bt, gibt die erlaubte Varianz an, die unmittlebare Auswirkung auf die CPU Nutzung hat. Gerät ein Video ins stocken oder ruckelt, obwohl es nicht gestreamt wird, dann ist vermutlich die Varianz zu hoch gesetzt. Ein großer Wert, erlaubt dem Codec die Bitrate stark zu variieren und damit sehr kleine Dateien zu produzieren. Es ist offensichtlich unnütz bt größer als vb zu setzen.

 

 

Mit optimierten Grüßen,

yt