Spiele bestimmen das Leben

Vor mehr als einem Jahrzehnt war schon deutlich erkennbar, wieso der PC und damit Windows den Siegeszug antrat. Es waren die Spiele. Mit einem Mal war der Kasten in Papas Arbeitszimmer das Objekt der Begierde des Nachwuchses. Papa war ein Held. Unter dem Vorwand, man könne etwas für die Zukunft lernen und gleichzeitig ein wenig Spaß haben, durfte so manch ein Pantoffelheld schon bei dem C64 zuschlagen. Doch das unerbittliche Matriarchat der Haushaltskasse erkannte den Unterschied zwischen einem Brotkasten und einem BüroPC, spätestens mit dem Einzug der PCs in Arztpraxen und Discounter. Ein PC galt als seriöser. Mausgrau, Hornhautumbra, Schweißbeige oder Nikotingelb waren die bevorzugten Farben.

Die naheliegende Vermutung, den PC Boom hätte es ohne Computerspiele nie gegeben, lässt sich nun ein weiteres mal bestätigen. Smartphones werden hauptsächlich für Spiele benutzt.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Smartphone-Nutzung-Zocken-wichtiger-als-Telefonieren-1631460.html

Ein FiloFax erfüllt die meisten Anforderungen an eine Smartphone mit Bravur. Dazu ist der Datenschutz größer als bei Facebook oder Sony.  Doch Smartphones werden überhaupt nicht zur Terminplanung und Organisation des Haushalts genutzt. Das Smartphone für weit über 100€ wird zum Spielen und Surfen genutzt. Das war auch schon lange klar. Ein Homeoffice benötigt kaum mehr als 300MHz. eMails sind oft nicht nur Virenverseucht, die meisten Postfächer stecken voller Spam. Freiwillig schleppt niemand soetwas mit sich herum. Terminplanung geschieht ohnehin nur wenn man die Termine auch wahrnehmen will. Überraschenderweise funktioniert ein Gedächtnis bei freudigen Terminen erstaunlich gut. Ebenso können die stumpfesten Tätigkeiten Spaß machen, wenn man daraus ein Spiel macht. Moorhuhnjagd, Tetris, Farmville oder Blumenpflücken in World of Warcraft, wenn es eine Highscore zu knacken gibt, Erfolgsstatistiken oder virtuelle Belohnungen, dann wird aus dem Mensch eine unermüdliche Maschine.

Wenn also die Sachlage so eindeutig ist, würde ich vorschlagen Facebook bringt ein Smartding raus, so einen Ring den man um den Hals trägt, und dazu die virtuelle Rosa Brille. Die Gesichtserkennung tauscht dann in Echtzeit alle Menschen und Figuren um den Nutzer herum in lustige Comicfiguren um. Langweilige Tätigkeiten können mit einer Highscore versehen zu einem Computerspiel verwandelt werden. Per augmented Reality 3D, also einer erweiterten Realität 3D können auch langweilige Lagerarbeiten und selbst Tütenkleben zu spannenden Arcade Klassikern umgewandelt werden. Sobald der User Arbeiten erledigt hat erfahren alle seine Freunde davon, der Chef klickt auf den Daumen hoch Button und alle sind glücklich.

Google ist mit seiner virtuellen Brille und Plus ein da schon ein Stück voraus. Androiden gibt es schon genug. Die meisten um mich herum verhalten sich auch schon wie ferngesteuert.

Mit realen Grüßen,
yt
 

 

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