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Herr Gott nochmal, Jesus,...

Herr Gott nochmal, Jesus,... | Der Glaube und Ich.

Essay, yt 1. Advent 2008

"Um Gottes Willen, nicht schon wieder religiöses Gesabbel."
Als moderner aufgeklärter Mensch habe auch ich begriffen, dass im Namen des Herrn geplündert, gemordet und hingerichtet wird. Gerade heute* wieder von den Streitmächten der USA, mit deutscher Unterstützung (in god we trust). Es wird Terrorismusbekämpfung genannt, doch ich glaube es geht dort in der Hauptsache um Rohstoffe. Und auch die von unserer Regierung benannten Terroristen behaupten, einen heiligen Krieg im Namen Gottes zu führen. Das ist aber ein anderes Thema. Nicht mein Thema jetzt und hier. Ich spreche nicht darüber was alles geglaubt werden soll. Nicht über Politik, Kirche, oder die Weltreligionen. Es geht mir darum über "den Glauben" zu philosophieren.

Warm Galaxy
2008 - Wissen zu Glauben

Warum überhaupt über den Glauben reden?
Hier betritt man dünnes Eis. Schnell wird ein unbedachtes Wort, ein virtueller Scheiterhaufen.

Ein Satz über die Bibel, und man gilt als antiquiert und als ein von der Kirche fehlgeleiteter Mensch. Bekennt man sich zu einer aufgeschlossenen Interpretationen des Glaubens, steht man schnell unter Verdacht leichtgläubig oder auch leichtfertig im Umgang mit dem Glauben zu sein. Sehr oft ist im Internet, in Foren und Blogs zu lesen, dass Religion eine Privatsache sein sollte. So hätten es wohl viele gern. Ich bin anderer Meinung. Sie müssen nicht weiter lesen. Ich denke, darüber zu sprechen hilft, einander zu verstehen.

Glauben heißt für mich, nicht zu Wissen,
Glauben heißt aber für mich auch, nicht unsicher zu sein.

Vielleicht entspricht das was ich glaube nicht der "allumfassenden Wahrheit", doch ich bin des festen Glaubens an eine höhere Instanz als das menschliche Dasein, nennen wir das Kind beim Namen: Jesus. In jedem Fall werde ich mich nicht davor scheuen, in diesem Beitrag humoristische Halbwahrheiten einzustreuen, um einen gewissen Unterhaltungswert zu wahren.

Der Verstand.
Wir schalten unseren Verstand, sofern er im Standby ist, mal ein und überlegen. Heutzutage muss man ja Energie sparen, und da ist jeder nicht gemachte Gedanke bares Geld wert. Anders kann ich mir populäre gedankliche Falschparker unserer Zeitgeschichte nicht erklären. Ein häufig gestellte Frage lautet: Warum an irgend etwas glauben?

Mit "Warum" wird nach einem Grund gefragt. Ein Grund ist -
- allgemein anerkannt und verpflichtend
- klar formulierbar
- nicht weiter reduzierbar
- konsistent und einleuchtend
- Hilfsmittel zur Gliederung komplexer Vorgänge oder komplexer Argumentation.

Glauben bedarf keiner allgemeinen Anerkennung und ist nicht verpflichtend, ist oft nicht klar formulierbar, bis zur Hoffnungslosigkeit reduzierbar, selten konsistent und kaum jemandem einleuchtend. Einzig bei komplexen Vorgängen wie Auto fahren oder Kernspaltung scheint es der feste Glaub an die Technik zu sein, der viele Menschen beruhigt schlafen lässt. Von Gott geht keine Gefahr aus, und viele scheinen ihn nicht zu vermissen. Viele Menschen sind auch der Meinung, ohne ihn zurecht zu kommen. Der Mensch ist in der faszinierenden und vermutlich einzigartigen Situation glauben zu dürfen, was er nicht zu Wissen vermag.

Eine andere beliebte Frage lautet:
Wo ist der Beweis für deinen Gott?
Beweise für einen Glauben, das ist wie Politik ohne Korruption. Das ist nicht mein Ressort. Gott wird für jeden der Gott in Frage stellt nicht beweisbar sein. Und genau hier setzt der Glaube ein. Wenn wir keinen Beweis finden können, dürfen wir als Mensch uns die Freiheit nehmen zu glauben.

Ich wurde gefragt, "Wie kommt es das du an Gott glaubst?"
Das erste mal hatte ich das Gefühl, ja, das ist eine Frage. Die kann ich zumindest versuchen, anständig zu beantworten. Denn jeder Mensch hat andere Erfahrungen, und zu den Erfahrungen mischen sich Erkenntnisse und Gespräche, die eine Meinung gefestigt haben. Hier möchte ich ansetzen meine Gedanken zu meinem Glauben zu äußern.

Gott, ist eine Wissenschaft für sich.
Meine liebste Freundin und Ehefrau, sagte einmal scherzhaft und ich zitiere sinngemäß: Das Universum wurde von Gott erschaffen damit die Menschheit etwas hat, worüber sie forschen und Nachdenken kann.

Es wäre in der Tat langweilig gewesen in den letzten 150 Jahren, wenn jede naturwissenschaftliche Frage mit: "Gott weiß warum", beantwortet gewesen wäre. In früheren Jahren mussten Menschen die Dinge als Gott gegeben hinnehmen, was soviel hieß wie: "Er bekam dicke Pusteln, dann fiel er Tot um. Dann bekam Martha dicke Pusteln, und fiel Tot um. Dann bekam Johann dicke....", heute weiß die Menschheit über Mutationen, Keime, Viren und Bakterien Bescheid, kennt Naturgesetze und chemische Verbindungen. Auch die Astronomen und Mathematiker haben viel zu tun, und es gibt immer noch eine Menge zu entdecken. Ich selbst bin nur interessierter Laie in der Wissenschaft. Es gibt aber fundamentale Gesetze der Naturwissenschaften, die leicht von jedem zu verstehen sind. Es genügt seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen. Einige der ältesten Theorien in der Wissenschaft waren so haarsträubend, lebensbedrohlich und gewagt, doch im wahrsten Sinne des Wortes "Welt" - bewegend, dass sie es schafften diesen Planeten aus dem Zentrum dieses Sonnensystems zu stoßen und an dessen Stelle die Sonne zu setzen. Sie veränderten den Glauben von einem konzentrischen Weltbild bis zu einem heliozentrischen Sonnensystem. Aufgrund des Missbrauchs von Religion, Aberglaube und Monarchien war dies ein blutiger Weg.

Hier ein Beispiel dafür, dass es gar nicht kompliziert ist, selbst in größten vorstellbaren Dimensionen und Maßstäben zu denken:

Eine These besagte: "Es gibt nicht unendlich viele Sterne in unserem Universum." Oder anders formuliert, es kann nur eine endliche Anzahl von Sonnen in unserem Universum geben. Als Begründung wurde angeführt: "Wenn es unendlich viele Sterne gäbe, und als kleiner Junge war ich lange Zeit felsenfest davon überzeugt, gäbe es hier auf der Erde keine Dunkelheit. Der Himmel wäre durchgehend erhellt."
Denken Sie ruhig einen Moment darüber nach. Das Licht der unendlich vielen Sonnen, würde auch reflektiert von unendlich vielen Planeten. Für eine unendlich lange Zeit. Das würde das Universum auch enorm aufheizen. Dagegen ist unser Experiment Leben mit CO2 statt Ozon relativ harmlos. Wissenschaftler, die bedeutend klüger sind als ich, sagen auch, dunkel Materie, kann das Weltall nicht derart verdunkeln, um diese dunklen Zwischenräume, die wir im Sternenhimmel sehen, zu erklären. Also auch hier ist die Menschheit schon im Wissen weiter, als es manch einer glauben mag.
Diese Feinheit, dass der Sternenhimmel kleine Punkte zeigt und dazwischen viel dunkel ist, fiel irgendeinem Menschen, der heute natürlich berühmt ist, plötzlich so als Eingebung ein. Er dachte nach, und *schnipp* mit einem mal, die Erkenntnis. Das ist faszinierend.

Bis in die Unendlichkeit und noch viel weiter.
Wir haben also einen Kopf, mit dem man solch riesige, gigantische, ja unendliche Zusammenhänge im Weltall begreifen kann. Wir können mit mathematisch abstrakter oder bildlicher Vorstellungskraft, logische Schlussfolgerungen treffen, in dem wir etwas abkürzen, zusammenfassen und abstrahieren. Unser Gehirn ist rein zufällig in der Lage zu erkennen, dass es nur eine endliche Anzahl an Sternen gibt. Wir können zwar nicht bis in die Unendlichkeit denken, doch genügt die Abkürzung zu nehmen, zu glauben: "Ahhh ok, Unendlich, das bedeutet es geht immer so weiter, und der Zustand ändert sich nicht mehr.".
Sorry, auch ich bin großer Fan von Jean-Luc Picard, aber Star Trek hat hier schon im Vorspann mit dem Satz "Unendliche Weiten" den ersten Fehler im Plot. Das ist jedoch sehr abstrakt, wenn ich nun sage, wo nichts ist gibt es keine Unendlichkeit und keine Weite. Darüber kann man sich sprichwörtlich den Kopf zerbrechen. Denn eine kleine Feinheit unseres Universums dürfte sein, das es jetzt "endlich" ist, es schon immer war, aber sich für uns in die Unendlichkeit ausdehnen kann, wenn wir genügend Zeit mitbringen.

Dazu ein kurzer Gedanke:
Also wenn die Zeit in die Unendlichkeit tendiert, und wir in Bewegung bleiben, kann unsere Masse sich bis in die Unendlichkeit fortbewegen. Da aber jede Masse natürlichen Zerfallsprozessen unterliegt, und Energie in Bewegung umgewandelt werden muss, einhergehend mit Masseverlust ist für uns auch die Zeit nicht unendlich. Wir bleiben sterblich. Die physikalische Zeit endet für uns, weil wir auf dem Weg in die Unendlichkeit verhungern wuerden. Aus diesem schlichten Grund fügte Douglas Adams vermutlich das Kaffee am Rande des Universums an.

Obwohl nur ein paar wenige Menschen jemals im Weltall waren, um so spannende Dinge zu tun wie Toiletten reparieren, eine Werkzeugtasche im Weltall verlieren oder einen Gesteinsbrocken ein zu sammeln, wissen wir heute, dass die Erde sich um die Sonne dreht und der Mond uns begleitet. Dabei rede ich hier nicht von Religion, Teufelswerk oder Hokuspokus, sondern nur von dem was Menschen heute schon alles wissen.

Was hat das nun bitteschön mit Glauben zu tun, wird sich nun manch einer fragen.
Ich weiß das alles gar nicht. Ich war nicht am Rande des Universums. Ich hab die Sterne nicht gezählt. Ich kann nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob das Licht im Kühlschrank aus ist, denn ich kann dort nicht hineingucken wenn die Tür zu ist. Ich muss es glauben. Ich muss anderen Menschen glauben und Vertrauen die mir so etwas erzählen. Und was noch viel wichtiger ist, ich bin mir sicher, dass es wahr ist. Denn ich kann es mir Vorstellen und ich kann sowohl die Ursache, als auch die Auswirkungen logisch nachvollziehen. Ich kann mit einem Handy telefonieren, auch wenn ich nicht sehen kann wie die Sprache von einem zum anderen übertragen wird. Ich habe noch keine Zauberkräfte in meiner Umgebung beobachtet, und auch Voodoo funktionierte bei mir noch nie so richtig.
(Wenn noch jemand Haare meines alten Klassenlehrers hat möge er sich bei mir melden)

Ich beschränke mich nicht nur auf den Glauben daran, dass meine Mitmenschen kluge Köpfe sind, ich kann viele der Zusammenhänge, der Argumente und Theorien selbst begreifen. Ich kann mit meinem Verstand eine Wahrheit darin erkennen, dass es ohne Licht keinen Schatten gibt. Die Welt, wie ich sie akzeptiere, funktioniert, ist logisch aufgebaut, mit chemischen Vorgängen, physikalischen Abhängigkeiten und mathematisch exakter Konsequenz - bis ins Detail.

1+1=2 | Gott - Die Verschwörungstheorie
Die Mathematik, die Physik, die Astronomie zeigt uns eine phantastische Welt. Statt sie als gegeben anzunehmen, versuche auch ich sie (gedanklich) auseinander zu nehmen. Ich kann das Universum in seiner gesamten Größe und sein Wesen nicht in meinen Kopf stecken. Mein Kopf ist viel zu klein und hat zu wenig Atome, die zu wenig Moleküle bilden, um darin das Universum abzuspeichern. Das ist die bittere Wahrheit, und ein einfacher Trick. Wann immer der Mensch sich eine Abkürzung ausdenkt, und wieder ein Teil des Universums entdeckt hat, könnte Gott nur ein Teilchen oder eine Kraft hinzu addieren und wir stehen am Anfang eines unbegreifbaren Phänomens.

Mittlerweile sind wir sogar schon so weit, dass wir erkennen, dass die Beobachtung unserer Umwelt, unsere Umwelt beeinflusst. Die heisenbergsche Unschärferelation, auch Unbestimmtheitsrelation genannt, ist in einer leicht vereinfachten Aussage, folgende Erkenntnis in der Quantenphysik:
Wenn wir eine Beobachtung vornehmen, werden wir mit der Beobachtung, das was wir beobachten wollen, beeinflussen. Das Messergebnis wird daher nicht mehr mit dem Ergebnis übereinstimmen, das heraus käme, wenn wir nicht beobachten würden.

Als Beispiel:
Klein Fritzchen muss auf Toilette. Er geht auf die Toilette, schließt die Tür, und kommt 5 Minuten später erleichtert wieder heraus. Wir wollen beobachten was er tut und wie lange, und stellen uns daher in die Toilette, neben die Kloschüssel, mit einer Stoppuhr in der Hand.
Statt der 5 Minunten, bekommen wir nun fatale Abweichungen zu den erwarteten Messergebnissen.
Entweder er beeilt sich nun, um der peinlichen Situation zu entgehen, es dauert länger weil er nicht kann wenn jemand dabei steht, oder - und das ist dann wenig wahrscheinlich, er bemerkt uns gar nicht.
Dieser Vergleich ist natürlich nur ein humoristischer Ansatz und keine ernst zu nehmende wissenschaftliche Erklärung. Aber eine abstrahierte Vorstellung dieser Theorie.

Etwas wissen zu wollen, kann also hin und wieder in der Tat hinderlich sein.

Nein, das ist kein Taschenspielertrick um zu behaupten, Gott lässt sich nicht ins Spiel gucken.
Es ist viel einfacher.

Ich glaube, dass Gott uns, die Welt und das Universum so erschaffen hat, dass alles funktioniert. Das wir wirklich und real, völlig frei in unseren Entscheidungen, und unseren Handlungen sind. Es gibt keinen göttlichen Plan, keine Vorhersehung, kein göttlichen Willen, der uns zwingt oder irgendwann nach Belieben die Sonne ausknippst. Der Mensch kann sich zwar manipulieren lassen, in seiner Meinung beeinflusst werden, aber es kann uns niemand seinen Willen aufzwingen. Und auch keinen Glauben. All unser Handeln hat Auswirkungen auf unsere Umwelt, für die wir selbst verantwortlich sind.

Wir müssen für uns selbst entscheiden, ob wir an die Liebe glauben, ob wir an Gott glauben oder ob wir nur ein ungeliebter Zufall sind.
(Anmerkung: Bitte um Verzeihung für die Polemik, auch Atheisten sind meiner Meinung kein ungeliebter Zufall.)

Es kann keine rationale Begründung geben für einen Glauben.
Oft belächelt und als Gehirnwäsche verpönt, sind religiöse Verse eine Anregung, sich selbst gedanklich mit dem Wort Glaube und dessen Bedeutung auseinander zu setzen. Ich habe versucht, den Kern des Pudels, meines Glaubens einmal in so einen Vers zu bringen.

Der Glaube umfasst, zu lieben und Liebe zu empfangen, zu trösten und Trost zu empfangen.
Der Glaube ist der Glaube an die Menschheit und das Vertrauen in den Glauben der Menschheit.
Der Glaube ist die Fähigkeit auf Gott, die Liebe, zu vertrauen.
Gott ist die Liebe und die Liebe in Gott.

Ich kann Menschen nicht in den Kopf gucken nur davor. Sagt mir jemand: "Ich mag dich", dann muss ich ihm das nicht glauben. Die Äußerung von Gefühlen ist nicht mathematisch berechenbar. Ich kann dahinter auch böse Absichten vermuten. Aber physikalische Beweise wird es dafür nicht geben. Pheromone geben zwar Aufschluss über biochemische Prozesse die unser Gefühlsleben, und auch unser soziales Miteinander beeinflussen, doch übergeordnet steht dem, in meinem Weltbild, der Wille. Das Irrationale, dem auch ich nur Staunen entgegenbringen kann.

In diesem Sinne lesen Sie bitte noch einmal den Vers.

Nun lesen Sie einen Ausschnitt aus der Bibel:
1. ,,Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm’’ (1 Joh 4, 16).

Bis Heute kann ich meine irrationalen Gedanken zum Thema Glauben nicht besser umschreiben, als es Johannes damals wohl gesagt haben muss. So ist es überliefert.

Martin Luther hat uns nicht nur den Gefallen getan die Bibel in unsere Sprache zu Übersetzen, er hat uns damit auch im übertragenen Sinne das Lesen beigebracht. Heute können wir nicht nur lesen, wir sind ausgebildet durch staatlichen Schulen in vielen Fächern und in vielerlei Hinsicht gebildeter als die gebildetsten Menschen der Antike. Allerdings bleibt die Hauptquelle allen Wissens, ob nun Digital oder Analog das geschriebene Wort. Denn die Überlieferung in einer Schriftsprache hat sich als äusserst zuverlässig herausgestellt, wenn auch unbestreitbar eine Manipulationsmöglichkeit vorhanden ist.

Dies ist mein Glaube, dass ich von Gott einen Verstand bekommen habe, um ihn zu nutzen.

Ob mündliche Überlieferung, schriftliche Quelle, oder audiovisuelle Übertragung; Digital oder Analog, was von Menschenhand angefertigt wurde, ist manipulierbar. Es bedarf jederzeit einer Analyse mit dem eigenen Verstand, um Wissen und Glauben zu prüfen. Wissenschaft und Glaube müssen nicht zwangsläufig im Widerspruch stehen. Um dies noch zu verdeutlichen möchte ich abschließend die Bibel einmal frei interpretieren, in meinen eigenen, ganz einfachen Worten.
Wie für ein Kleinkind:

An wen glaube ich?
An Gott und an Jesus, von Gott gesandt, weil Gott unbegreifbar war.
(Update: Mit Einschränkung - es ist das Prinzip Jesus, Jesus verkörpert ein Symbol, eine Handlungsweise die "göttlich" ist. Vor kurzem hörte ich auch die Theorie, Paulus hätte Jesus als Person erfunden, ein Mashup der besten, der besten. Sozusagen ein Superheld der Bibel. Ich kann das weder widerlegen noch bestätigen. Klingt aber nach einer tollen Idee.)

Was hat Jesus hier gewollt?
Jesus hat nichts von uns verlangt. Er verlangte keinen Kirchengang, kein Sonntagsgebet, keine Heldentaten und auch keine Kruzifixe in den Klassenzimmern. Sein Leben hier sollte uns Gott begreifbar machen. Er möchte nur, dass man ja sagt zu ihm. Mit anderen Worten, ich kann den größten Bockmist bauen, mein Leben lang behaupten Atheist zu sein, und noch in meinem Sterbebett mich im letzten Atemzug zu ihm bekennen und um Vergebung bitten für dass, was mir auf dem Herzen liegt. Er brachte die Botschaft, dass Gott vergibt, dass Gott die Menschen so liebt wie sie sind, mit allen Fehlern. Mit allen Ecken und Kanten. Gott liebt mich als Mensch auch wenn ich an Gott zweifele. Gott vergibt uns jeden Fehler, wenn wir Gott oder Jesus nur darum bitten. (Sicherlich mit dem Wunsch dass wir es Gott gleich tun.)

Warum gab es diesen Jesus, hätte Gott das nicht selber sagen können?
Gott selbst schien zu abstrakt, kaum jemand schien die Lehren des alten Testamentes zu verstehen. Es lief so einiges schief. Wie sollte man an etwas glauben, wie zB das Leben nach dem Tod, wenn es einem nicht vorgemacht wird. Es kam nie jemand aus Walhalla, niemand aus dem Himmel und auch keiner der aus der Hölle zurück, um berichten zu können. Gott schickte uns also seinen einzigen Sohn in Vertretung, Gott machte sich quasi kleiner und sprach endlich mal unsere Sprache.
Jesus erschien vielen Menschen jedoch sehr anarchistisch, um es milde zu formulieren. In den 70ern sagte man wohl "son richtig dufter Typ". Vielen frommen Menschen stiess er damit förmlich vor den Kopf. Das ganze TamTam und Zelebrieren in Gold und Weihrauch hätte man sich verkneifen können, Jesus liess dies, so glaube ich, völlig unbeeindruckt.

So einfach ist das.

Ich hoffe wir sind heute Intelligent genug, darüber zu reden, was in den letzten 2000 Jahren passiert ist. Und ich bete die Menschheit ist Intelligent genug, zu handeln, um die nächsten 2000 Jahre mit einer intakter Atmosphäre auf diesem Planten zu überleben.

Ich glaube fest daran.
yours truly

Ein Zitat von Vincent van Gogh möchte ich noch Anfügen, als Gedankenanstoss:
"Man sollte Gott nicht nach dieser Welt beurteilen, das war nur ein Versuch, der nicht gelungen ist, aber es muß ein Meister sein, der solche Schnitzer macht."

Wer sich in unserem Universum noch nicht so ganz zu Hause fühlt und vieles genauer wissen möchte dem empfehle ich die Sendungen von Harald Lesch im BR, zu sehen hier im InternetAlpha Centauri. Dieser Mann hat die ungewöhnliche Gabe, komplizierte Vorgänge der Quantenmechanik sowie astronomische Begebenheiten so zu erklären dass, es diese Vorgänge danach alltäglich erscheinen, wie in Schuh und Strümpfe zu stecken. Die Sendungen sind in kleinen Häppchen mit interessanten Themen immer mal wieder eine nette kurzweilige Erweiterung des Wissens, und meiner Meinung auch eine Bereicherung für den Glauben.

Film Empfehlungen zum Thema:
Garp und wie er die Welt sah.
The Big Fish.
Dogma.
In China Essen sie Hunde.

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Eine kleine Geschichte der Zeit