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Datenschutz | Gesetze helfen nicht

Deutschland hat eines der schärfsten Datenschutz Gesetze. Nun lassen sich Daten aber wie jedes digitale Musikstück, auch unrechtmäßig vervielfältigen ohne das dabei etwas abhanden kommt. Die Daten werden kopiert.

Name, Adresse, E-Mail Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer, Kontonummer, Einkaufsverhalten und in einigen Faellen auch Kontostände, werden verfielfältigt, zum Verkauf angeboten. Fingerabdruecke findet man auf diesen Datensätzen viel zu selten. Dabei wäre es so einfach, jeder Bundesbürger kann seinen Teil dazu beitragen, den Sumpf von Datenhändlern aus zu trocknen, oder zu überschwemmen. Wenn man sich da nur einig wäre.

Ein weisses Schaf unter vielen.
Wem vertrauen Sie Ihre Daten an?

Update Nr.2: 08.12.2008
Millionen Kontodaten sind zum Verkauf angeboten worden.
Es ist im Prinzip nicht meine Art beleidigend zu werden, doch es könnte im folgenden Absatz nun dazu kommen das bestimmte Umschreibungen, beleidigend aufgefasst werden. Richtig ist aber, das es meiner Meinung entspricht und den geisteszustand Umschreibt und nicht wegen eines entwuerdigenden Vergleiches geschrieben steht.
Reflexartig schlagen die grössten Dummkoepfe des Landes wieder einmal vor, schärfere Gesetze zum Datenschutz zu entwerfen. Während das BKA gerade die Befugnisse bekommt, noch mehr Daten anzuhäufen, klammern sich die Ratten auf dem sinkenden Schiff an den Irrglauben, jemand der davon ausgeht nicht erwischt zu werden, laesst sich durch schärfere Datenschutz Gesetze von seinem Vorhaben abhalten. Um einmal Bildlich vor Augen zu führen wie die reale Situation in Deutschland aussieht. Wir sind gesetzlich bei einem Tempolit von Landesweit 70 Km/h angekommen, haben aber weder Starrenkästen noch Polizisten das Verhalten zu kontrollieren. In diesem Vergleich wird auch deutlich, selbst eine Freiheitsstrafe wuerde nicht dabei helfen Geschwindigkeitsübertretungen einzudämmen wenn bekannt ist das niemand kontrolliert wie schnell gefahren wird.
Glückwunsch liebe Regierung zu eurer Reaktion. Ein gelungener Beweis eurer Sachkenntnisse.

UPDATE:
Ein Beispiel aus der juengsten Presse zeigt, Datenschutz ist in der Realitaet eine Wunschvorstellung. Der Telekom scheint dieser Umstand, das Daten kopiert werden koennen noch immer nicht ganz klar.

Zitat aus Spiegel Online:
"Die Telekom hat nach eigenen Angaben alles unternommen, um die entwendeten Daten wieder zu bekommen". Außerdem seien die Sicherheitsvorkehrungen erheblich erhöht worden. Ein Schaden für Kunden sei bislang nicht bekannt."

Aus diesem Satz koennte man folgendes Schlussfolgern:

  • 1.)Im Nachhinein kann wohl kaum festgestellt werden, wie oft diese Datensaetze schon verkauft und kopiert wurden. Eine digitale Kopie, ist ein zweites Original.
  • 2.) Deren erhoehte Sicherheitsvorkehrungen sind ein schwacher Trost, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
  • 3.) Dass der Telekom nicht bekannt ist, dass aus solch einem Datenklau dem Kunden ein *immaterieller* Schaden entsteht, beweist nun mehr wie wenig sensibelisiert die Telekom im Umgang mit den Kundendaten ist. Vertrauen kann man nicht kaufen, das muss man sich verdienen.

    Die Elektronische Datenverarbeitung, im speziellen der Computer, ist ein Medium das geschaffen wurde um Daten zu kopieren. Dieses Speichern, Kopieren und Verarbeiten (Rechnen) ist Sinn und Zweck.
    So wie beispielsweise, bei einem Streichholz um damit ein Feuer zu entfachen. Man kann damit auch in den Zahnlücken herumstochern, doch der Zweck eine Streichholzes ist und bleibt, ein kleines Feuer zu entzünden. Die Erfüllung des Zweckes einer EDV-Anlage liegt in dem, das Daten nicht nur eingetippt werden in einen Kasten, und dann darin verschwinden, es ist erwünscht und vom Erfinder so gedacht das diese Daten einmal, zweimal, dreimal ... so oft es der Benutzer wünscht, abgerufen werden können. Diese Daten sollen oft auch in der Ferne verbreitet, kopiert und abrufbar sein.

    Viele Firmen sind sogar aus Versicherungstechnischen Gründen verpflichtet jeden Abend eine Kopie all ihrer Daten zu erstellen, und diese ausserhalb des Firmengebäudes zu lagern. Diese Daten sind in der Regel das Kapital der Firma, der Kundenstamm, Rechnungsdaten, Warenbestand, Auftragserfassung. Eine Firma mit 500 Mitarbeitern und mehr passt, im wesentlichen ihrer finanziellen Aussagekraft, auf eine kleine Kassette, CD oder jedes beliebige Moderne Speichergerät.

    Es gibt Möglichkeiten diese Daten, und auch Datenbanken cryptographisch zu verschlüsseln. Das bedeutet, ohne eine entsprechende entschlüsselung, wären die Daten nicht lesbar. Für niemanden. Nach heutiger Erfahrung kann man in einem unendlich grossen Zeitraum jede verschlüsselung auch unbefugt entschlüsseln, doch ebenso ist es Möglich die Verschlüsselung mit geringem Aufwand so zu wählen das eine unbefugte Entschlüsselung in keine Verhältniss zum Nutzen der Daten mehr steht.

    Natürlich soll man seine Daten versuchen zu schützen, vor ... ja, aber vor wem denn?

    Die logische Einsicht und Erkenntnis muss lauten:
    Datenschutz, wie auch der Kopierschutz, ist ein Märchen.

    Warum?

    Kehren wir zurück zu dem Beispiel des Streichholzes. Damit kann man ein kleines Feuer machen. Man kann sich ein Kerze anzünden, bei Stromausfall sehr romantisch und fördert den Nachwuchs, oder vielleicht eine Pfeife für die Gemütlichkeit?
    Es ist auch möglich, ein Feuer zu entfachen, in einer Scheune. Feuer in einem Hausflur, oder in einem Haus zu legen. Das ist kriminell. Sogar Schiffe kann man in Brand setzen, und die sind umgeben von Wasser. Wir merken also, das Streichholz kann etwas "schönes" erschaffen. Ein Osterfeuer zur Freude aller Menschen und auch die Olympische Fackel entzünden. Man kann damit aber auch etwas zerstören. Finanzielle Existenzen und auch Menschen können mit dem Feuer vernichtet werden.

    Unser Beispiel benötigt jedoch die Einwirkung eines Menschen. Die in Deutschland erhältlichen Sicherheitszundhölzer sind nicht selbstentzündend. Die Selbstentzündung dieser Streichhölzer ist selbst im Sonnenlicht eines Brennglases nicht einfach. (Der Autor hat dies in seiner Jugend ausgiebig getestet.)

    Der Unsicherheitsfaktor heist nicht "Streichholz", und auch nicht "Streichholzverkäufer" oder "Streichholzlieferant". Der Unsicherheitsfaktor heist Mensch.

    Der Mensch kann Dinge, Zweckentfremden. Dem Menschen unterlaufen Fehler. Der Mensch ist anfällig gegenüber Bestechungen. Der Mensch ist einer wie du und ich.

    Wenn ein Firma heutzutage Daten sammelt, elektronisch verarbeitet, speichert und verwertet braucht sie in der Regel eine Vielzahl von Personen die an dieser Datenverarbeitung beteiligt sind. Direkt und auch indirekt. Der Hardwarelieferant, der Softwarelieferant, Administrator, Programmierer, Datenschutzbeauftragte, Chef selbst und viele mehr. Der Personenkreis der theoretisch Zugriff hat wächst sehr schnell auf einige Hundert Personen an, wenn die EDV nur gross genug ist, und nicht nur die 2.500 Adressen von Schreinmeister Ederer gespeichert werden. Fragen sie mal jemanden der 40 Jahre in einem Dorf als Ein-Mann-Betrieb in Selbständigkeit einen Handwerksberuf ausgeübt hat, wieviele Kundendaten zusammenkommen. Sie werden Staunen.

    Wir haben es also, bei größeren Firmen, (wie zB Amazon.de, Quelle, Siemens, Nestle, Adidas, Telekom, EDEKA... die Liste laesst sich beliebig erweitern ) mit einem Datenbestand von mehreren Hunderttausend bis zig Millionen Datensätzen, bestehend aus Addressdaten, Stammdaten, Kundendaten, Patientendaten, Marktforschungsdaten, Umfrageergebnissen, Aquisedaten, Telefondaten, Personalakten und Mitarbeiterdaten, zu tun. Damit diese Arbeit reibungslos funktioniert, arbeiten in all diesen Firmen sehr viele Menschen mit diesen Daten und den Anlagen zur Verarbeitung dieser Daten.

    Wir sind gezwungen, all diesen Menschen, die täglich ihren Job dort verrichten, zu vertrauen.

    Doch wie leichtgläubig muss man bitte schön sein, um davon auszugehen, dass dort nicht mal ein schwarzes Schaf darunter wäre?

    Wir Menschen benötigen Gesetze um unser gemeinschaftliches Leben zu organisieren, und wer sich an diese Gesetze hält akzeptiert die Gesellschaft und die Gesellschaft ihn. Blöderweise ist es natürlich so, "Kriminelle" lassen sich nicht durch unsere Gesetze abschrecken, sonst hätten wir weder Probleme mit Steuerhinterziehungen, noch mit Falschparkern.

    Ein Streichholz soll Feuer entfachen.
    Digitale Daten sind zum kopieren und zur vervielfäeltigen geschaffen. Zur Information.

    Mittlerweile ist unsere Technik so ausgereift das sich Informationen schneller ausbreiten können als eine Gasexplosion. Mit nahezu Lichtgeschwindkeit schicken wir diese um die Welt. In über 2000 Jahren christlicher Menschheitsgeschichte, hat es unserer Gesellschaft, die Menschheit, per Gesetz, Gesetzgeber oder Exekutive, bis heute nicht geschafft zu verhindern, dass es Menschen gibt die Streichhölzer oder ähnliche Werkzeuge missbrauchen.

    Wer glaubt, das Problem in unserer Gesellschaft, sei ein neues, dem seien die Worte von
    Heraklit, einem griechischen Philosophen der in etwa 500 Jahre vor Anbeginn unserer Zeitrechnung lebte.

    "Alle Dinge sind Austausch für Feuer, und das Feuer für alle Dinge, wie Waren für Gold und Gold für Waren."

    Fazit und Meinung des Autors:
    Das Problem, dass unser Gesetzgeber hat, sowohl bei der Diskussion um Musik und Filmkopien, als auch bei dem Datenschutz ist die fehlende Erkenntnis des Gedankens dass, nur ein einziges mal genügt, um den "entwendeten" Gegenstand unendlich oft zu kopieren.
    Man kann dieses "Informations-gut" auch nicht einfach "den Kriminellen" wieder wegnehmen und gut. Es werden so lang weiter personenbezogene Daten weitergesammelt und verknüpft bis der Datenschutz obsolet ist. Genauso wie weiterhin jedes Musikstück, jeder Film und jedes Buch kopiert wird, bis Vervielfältigungsrechte und Gesetze gegen "Raubkopien" obsolet sind. Die Wirtschaft kann nicht alle Kunden wegsperren lassen, wir Kunden können nicht all unsere Arbeitgeber wegsperren.
    Es wird Zeit das Informationszeitalter mit einem Friedensvertrag, im Vertrauen beider Seiten, abzuschließen. Gesetze helfen dem Bürger nicht. Wir müssen selbst die Verantwortung tragen lernen, und nur die Information über uns weitergeben, die wir selbst bereit sind andere wissen zu lassen.