Wehrpflicht | Wehret den Anfängen

Krieg ist Scheiße. Und wenn Menschen Waffen benutzen, dann darum, um zu töten. Ich wäre am liebsten totaler Pazifist. Leider leben wir nicht allein auf der Welt und ein gutes Beispiel zu sein schützt nicht davor, etwas auf diese Nase zu bekommen. Das lernt man idR schon auf dem Schulhof.

Ich muss mir jedoch immer wieder vor klar vor Augen halten, was die Alternative zur Wehrpflicht ist.

Was wäre die logische Konsequenz?

Eine bezahlte, privatisierte Armee? Söldner?
Menschen denen es Freude bereitet, sich auf eine möglichen Krieg vorzubereiten?
Menschen die für Geld ihr eigenes Leben riskieren, und sich ausbilden, darin üben, andere Menschen zu töten?
Menschen die sich nicht allein der Verteidigung des Vaterlandes verpflichtet fühlen, sondern die das Kriegshandwerk zu ihrem Beruf machen?
Menschen die vielleicht auch keinen anderen Job bekommen?

Was war noch mal die andere Alternative?

Aus dem Volk rekrutierte Menschen. Menschen mit unterschiedlichster politischer Meinung. Verschiedenster Herkunft.
Menschen die nach ihren bescheidenen Möglichkeiten alles tun würden, um einen Krieg zu verhindern. Aber auch mal politisch - Radikale.
Menschen die aus welchen Gründen auch immer, nicht verweigerten. Erfahrungsgemäß sind dabei sehr viele vernünftige Menschen, friedliche Menschen.
Natürlich auch Freiwillige, die sowohl für Geld als auch aus Überzeugung das Land verteidigen würden. Beinahe ein Querschnitt der Bevölkerung.
Aber keine heterogene Masse, die einheitlich darauf hinarbeitet, in den Krieg zu ziehen.

Wenn man etwas aus den mehr als 50 Jahren Frieden hätte lernen können, dann doch wohl, dass unsere Bundeswehr, im Großen und Ganzen sehr friedlich war.
Es wäre auch undenkbar gewesen, dass die gesamte Truppe sich gegen das Volk gewendet hätte. Es war ja das Volk!

Doch nun sollen Freiwillige den Job übernehmen und es war ab zu sehen, dass es nicht genügend freiwillige geben wird. Also wird man Fachkräfte suchen.
Da ist es nicht unwahrscheinlich, dass man "Fachkräfte" aus dem Ausland holen wird, weil diese günstiger sind.
Und wie stellt man bei bezahlten "Fachkräften" sicher, dass sie nicht gegen das Volk eingesetzt werden?
Abwegig? Wozu dann der "Darfschein" für Inlandseinsätze? Weil hier ständig Terroristen in dicht besiedelte Gebiete stürzen? Weil Terroristen die AKWs wieder anfahren könnten?

Ich habe die Befürchtung, Deutschland verpennt wie es verraten und verkauft wird.
Es war ein leichtes, das Volk gegen die Wehrpflicht auf zu stacheln. Zu leicht. Das diese Wehrpflicht aber eine Absicherung des Volkes gegen einen Militärputsch war, gegen Diktatoren und auch Terroristen, das scheint niemand so recht zu begreifen.

Griechenland - "Proteste der Bevölkerung werden niedergeknüppelt"
Spanien - "Demonstrationen der Bürger wurden mit Gewalt beendet"
usw...

Die Kreiswehrersatzämter werden nun abgebaut. Und damit ein Stück Sicherheit, dass das Volk hatte.

Die Bundeswehr wurde immer dargestellt, als wäre es das schlimmste gewesen, dass einem jungen Menschen passieren kann.
Es wäre Aufgabe der Bürger gewesen, der Politik, die Ursache an zu packen. Aus der Bundeswehr auch eine Bildungstruppe zu machen.
Den Soldaten und Soldatinnen, die Optionen und Alternativen zu vermitteln. Ihr Gewissen zu prüfen und sie zu unterstützen für den Frieden ein zu treten.
In einer Gemeinschaft, die sich schützen muss - solange wie es Agressoren gibt, kann es nicht nur Rechte geben, es muss auch Pflichten geben.

Ich wäre gerne Pazifist, ich wäre gerne für eine Abschaffung von Waffen und Soldaten. Doch ich bin soweit Realist die Meinung zu vertreten , dass dafür die Zeit noch nicht gekommen ist.
Die Abschaffung der Wehrpflicht und damit letztlich auch der Bundeswehr, halte ich für einen sehr großen Fehler zu diesem jetzigen Zeitpunkt.

Die stückweise und langsam voranschreitende Privatisierung der Bundeswehr wurde von CDU/CSU, SPD, FDP und auch Grüne, gebilligt.
Ich bin der Meinung, sie alle hätten die Pflicht gehabt sich zu wehren.

Mit friedlichen Grüßen,
yt
 

Kommentare

Spricht mir aus der Seele.

Habe Angst vor einer Armee Minderqualifizierter, nicht mehr "Bürger in Uniform", sondern Befehlsempfänger. Die letzten Reformen haben nicht nur die Wehrpflicht abgeschafft, sondern auch die Grundlagen der deutschen Bundeswehr, einer ehemaligen Verteidigungsarmee.

Interessant, dass ein Präsident abdanken musste aufgrund einer Aussage, die so schon lange im Weißbuch stand und für jeden nach zu lesen gewesen wäre...oder doch alles einfach nur erschreckend?

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