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Vorbildfunktion | Digitale Schizophrenie

Ich höre vom Sport mit Doping und Skandalen, Millionen-Transfers und Gewalt in den Stadien. In den Nachrichten liest man über Abmahnungen, die Fans zahlen horrende Summen für ein Konzertticket. Jugendliche die sich mit Begeisterung Filme herunterladen und Eltern die den Schaden ausbügeln müssen. Politiker die sich "Annehmlichkeiten" durch wirtschaftliche Einflussnahme ergaunern und zu jeder Wahl aufs neue das blaue vom Himmel herunter lügen.
Doch ich muss nicht weit greifen. Auch in meinem Umfeld sind wenig Vorbilder.
Da wird freie Software, Open Source und ein Ende der Monopole gefordert, trotzdem wird ein mit Patentstreitigkeiten durchwachsenes Markenprodukt zum Kult erhoben. Hacker mahnen den Datenschutz und prangern die Überwachung an, anschließende bespaßen sie ihre Fangemeinde in kommerziellen, sogenannten, "sozialen Netzwerken". Es wird über Managergehälter geschimpft, über das amoralische Bankensystem, aber der Bequemlichkeit wegen nutzt der Netzaktivist Paypal. Es wird über zu hohe Spritpreise lamentiert und trotzdem Gas gegeben. Eine Person, 5 Türen, knapp 2 Tonnen Gewicht.

Wer macht vor wie es auch anders geht?

Gibt es sie noch, die klassischen Vorbilder?

 

 

Kommentare

die Vorbilder, im Sinne von "dem" guten Vorbild.

Politiker, Wirtschaft, selbst im Arbeitsumfeld wird es vorgemacht: Wer besser lügt und fester tritt kommt weiter.

Ich selbst erhebe auch nicht den Anspruch darauf das gute Vorbild zu sein. Ich nutze das iPhone, ich mag es. Auch wenn Apple, Motorola und Samsung eine Patentrecht-Schlammschlacht führen. Ich rase - mit meinem Motorrad. Ich liebe es.
Ich stehe in Bus und Bahn auf für alte Menschen, helfe Mamis ihren Kinderwagen treppauf und -ab zu tragen.

Keiner ist perfekt.

John Wayne ist tot.

Wir sind alt genug um desillusioniert zu sein.

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